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WPP verliert Mediaetat von HSBC / Neue Einheit für Unilever

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Mark Read, Co-COO von WPP
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Mark Read, Co-COO von WPP
Freud und Leid bei WPP. Zunächst die schlechte Nachricht: Der internationale Banken-Riese HSBC zieht seinen Mediaetat bei der britischen Werbeholding ab und wechselt zu Wettbwerber Omnicom. Das berichtet das Wall Street Journal. Doch es gibt auch positive Neuigkeiten. Gemeinsam mit Unilever wird eine neue maßgeschneiderte Agentureinheit in Singapur gestartet, die Vorbildcharakter für die künftige Zusammenarbeit mit Großkunden haben soll.
Die neue Marketingchefin von HSBC Leanne Cutts bestätigt gegenüber der US-Zeitung die Verlagerung des Mediaetats von WPP zu Omnicom. Konkret wandern die Media-Millionen des Unternehmens vom bisherigen Etathalter Mindshare zu PHD. Das Billing-Volumen wird auf rund 400 Millionen US-Dollar geschätzt, das jährliche Agenturhonorar auf rund 20 Millionen Dollar. HSBC war einer der langjährigen Großkunden von WPP.



Die Nachricht vom Etatverlust kommt zu einer Zeit, in der sich die Holding neu aufstellt. Langzeit-Chef Martin Sorrell hat das Unternehmen Mitte April mehr oder weniger freiwillig verlassen. Seither steht Roberto Quarta als Executive Chairman an der Spitze. Das operative Geschäft verantworten die beiden Co-COOs Mark Read und Andrew Scott. Berichten zufolge muss die Gruppe auch um den Mediaetat des Kunden American Express kämpfen. Zudem hat Ford, größter Kunde von WPP, einen Pitch um seinen internationalen Kreativetat ausgerufen.

Unterdessen stellt sich die Holding für Unilever neu auf. Unter anderem Einsparungen bei diesem und anderen Großkunden wie Procter & Gamble haben dazu geführt, dass WPP mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat. Die Auftraggeber verringern nicht nur ihr Markenportfolio und damit ihre Marketingbudgets, sondern gehen mehr und mehr dazu über, bestimmte Aufgaben, die bislang von externen Dienstleistern erledigt wurden, selbst zu übernehmen. Zudem reduzieren sie die Anzahl der für sie tätigen Agenturen.


WPP reagiert jetzt darauf, indem eine neue Einheit unter dem Dach von Unilever Foundry, dem Start-up-Programm des Konzerns, etabliert wird. Das "WPP Team Unilever" hat seinen Sitz in Singapur und ist im Co-Working-Space Level 3 untergebracht. Von Holding-Seite sind Mitarbeiter von Agenturen wie Burson Cohn & Wolfe, Geometry, Hogarth, J. Walter Thompson, Mindshare, Ogilvy und Wunderman involviert. Zu den Start-ups, die beteiligt sind, gehören Celtra, Datacraft, Unruly und Vidsee. "Diese spannende Zusammenarbeit ist der erste Schritt auf dem Weg, das Fundament für das Marketing-Service-Ökosystem der Zukunft zu legen", sagt Pier Luigi Sigismondi, Präsident von Unilever für die Region South East Asia & Australasia. mam
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