Wegen Korruptionsverdacht

Justiz ermittelt gegen Havas-Eigentümer Vincent Bolloré

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Vincent Bolloré
© Vivendi
Vincent Bolloré
Havas-Mehrheitseigner Vincent Bolloré hat offenbar Probleme mit der Justiz. Der Milliardär ist nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters von der französischen Polizei festgenommen und vernommen worden. Der Vorwurf: Korruption. Bollorés Anwalt Olivier Baratelli weist die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. Dieser habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Havas äußert sich zu dem Fall nur sehr schmallippig.
Die französische Werbeholding, zu der neben dem Kreativ-Network Havas Worldwide auch Agenturen wie Havas Health, BETC, Arnold Worldwide und die Havas Media Group gehören, bestätigt in einer sehr knappen Mitteilung lediglich, dass am Mittwoch dieser Woche gegen einen Angestellten einer französischen Tochtergesellschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Die Havas Group betont, dass bei dem Angestellten selbstverständlich die Unschuldsvermutung gelte - und dass das Unternehmen "natürlich vollumfänglich mit den Justizbehörden kooperieren" werde. 

Nach Reuters-Informationen wird Bolloré, der inzwischen wieder auf freiem Fuß sein soll, Bestechung im Zusammenhang mit Präsidentschaftswahlen in zwei afrikanischen Staaten vorgeworfen. Medienberichten zufolge soll der heute 66-Jährige die Wahlkämpfe der jetzigen Präsidenten von Togo und Guinea, Faure Gnassingbé und Alpha Condé, organisiert und mitfinanziert haben. Im Gegenzug habe die Groupe Bolloré Konzessionen für Containerterminals der Häfen in Lomé, der Hauptstadt von Togo, und in Conakry, der Hauptstadt von Guinea, erhalten. 

Bolloré, der auch Chairman des Musikkonzerns Vivendi ist, gilt mit einem geschätzten Vermögen von 4 Milliarden US-Dollar als der achtreichste Franzose. In einer 2013 veröffentlichten Forbes-Liste der reichten Menschen der Welt wurde er auf Rang 329 geführt. Der Mischkonzern Bolloré Group ist unter anderem in den Bereichen Logistik, Papierindustrie, Werbung und der Mineralölwirtschaft tätig. Bei der Werbeholding Havas, bei der er größter Anteilseigner ist und die seit Oktober 2017 zu Vivendi gehört, stieg er 2004 ein. Zudem gründete er im Jahr 2006 die Gratiszeitung "Direct Soir". mas
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