WPP

Fünf Designagenturen kommen unter ein Dach

Der deutsche Brand-Union-Chef Tobias Phleps
© Brand Union
Der deutsche Brand-Union-Chef Tobias Phleps
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Die britische Werbeholding WPP setzt ihren Konsolidierungskurs fort und legt weitere Agenturmarken zusammen – jetzt im Bereich Branding und Design. Hier kommen gleich fünf Agenturen unter ein Dach: Brand Union, Lambie-Nairn, The Partners, Addison Group und Vbat. Die fusionierte Einheit soll im Januar 2018 an den Start gehen. Der Name steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass die Packaging-Agentur Vbat unter ihrem bisherigen Label weitermacht.
Das neue Network wird mit rund 750 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern vertreten sein. Das Umsatzvolumen liegt laut Holdingangaben bei über 100 Millionen US-Dollar. An der Spitze der Agentur stehen Global CEO Jim Prior und Executive Chairman Simon Bolton. Prior ist bislang in Personalunion Chef von The Partners und Lambie-Nairn, Bolton leitet die weltweiten Geschäfte von Brand Union. Die Angebote ergänzen sich nach Überzeugung der Verantwortlichen gut. Brand Union steht für strategisches Know-how und internationale Reichweite, The Partners für Kreativkompetenz, Lambie-Nairn für Bewegtbild- und Online-Design, Addison für Corporate-Aufgaben und Geschäftsberichte, Vbat ist auf Verpackungsdesign spezialisiert.



Im deutschen Markt sind nur die beiden Marken Brand Union und Lambie-Nairn vertreten. Zudem gibt es in diesem Segment die WPP-Schwester Landor, die aber nicht Teil des jetzt angekündigten Modells ist. Die Geschäfte von Brand Union Deutschland führt CEO Tobias Phleps. Bei Lambie-Nairn in München haben die beiden Regional Directors Bastian Lindberg (Strategie) und Philipp Mühlebach (Kreation) das Sagen. Wer in der künftigen Konstellation das Kommando übernimmt, ist nicht bekannt. "Es gibt Überlegungen, aber die sind noch nicht spruchreif", sagt Brand-Union-Manager Phleps auf Anfrage.

Er hatte die Agentur 2014 übernommen und sich daran gemacht, die angestaubte Marke zu modernisieren – mit Erfolg, wie er sagt. "Wir stehen gut da und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Für uns ist das ein toller Schritt, weil wir damit noch mehr Größe und Sichtbarkeit bekommen", so Phleps. Ähnlich äußern sich seine Kollegen Lindberg und Mühlebach von Lambie-Nairn. Konkrete Umsatzzahlen nennen die Agenturen mit Verweis auf die Vorgaben der Muttergesellschaft nicht. Zusammen dürften sie aber auf rund 80 Mitarbeiter und einen Honorarumsatz von geschätzt knapp unter 10 Millionen Euro kommen.


Auch wenn die im deutschen Ranking gelisteten Agenturen zuletzt Zuwächse gemeldet haben, entwickelt sich das internationale Geschäft im Bereich Branding und Design zäh. Auch hier haben es die etablierten Anbieter mit neuen, zum Teil deutlich flexibleren Wettbewerbern zu tun. Darauf will WPP mit einer vereinfachten Struktur reagieren. Zudem dürfte sich der Konzern nicht zuletzt niedrigere Kosten versprechen, zum Beispiel bei den Aufwendungen für Pitches. Auch in anderen Bereichen konsolidiert die Holding. So werden die Mediaagenturen MEC und Maxus zum neuen Anbieter Wavemarker zusammengelegt. mam
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