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Bürgerentscheid will Bürokomplex Zeise-2 doch noch kippen

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Die Bürger von Altona und Ottensen kämpfen weiter gegen das Bauvorhaben von WPP und Scholz & Friends
© Initiative "Pro Wohnen Ottensen"
Die Bürger von Altona und Ottensen kämpfen weiter gegen das Bauvorhaben von WPP und Scholz & Friends
Ziemlich genau vor einem Jahr fiel die Entscheidung zugunsten des Baus des sechsstöckigen Bürokomplex' Zeise-2 in Hamburg-Ottensen, in den 2017 unter anderem Scholz & Friends einziehen soll. Doch die Bürgerinitiative Pro Wohnen Ottensen gibt auch nach Baubeginn nicht auf - und hat jetzt zusätzlich fast 29.000 Stimmen aus Altona gegen eine Ansiedlung von Eigentümer WPP gesammelt.
Demnach haben bei dem Bürgerentscheid rund 75 Prozent der Abstimmenden die Forderungen der Initiative unterstützt. In einer Pressemitteilung fordert Pro Wohnen Ottensen die Geschäftsführung von Scholz & Friends deshalb auf, von einer Ansiedlung in Ottensen abzusehen und stattdessen den Weg für bezahlbare Wohnungen freizumachen: "Altona hat ein klares Votum abgegeben: Die Menschen wollen beteiligt werden, wenn in ihrem Stadtteil über große Bauvorhaben entschieden wird", so Rike Wolf von Pro Wohnen Ottensen. "Eine Politik, die an erster Stelle der Spekulation mit Immobilien dient, statt dringend benötigte und bezahlbare Wohnungen zu bauen, lehnen die Wählerinnen und Wähler ab." Die Agentur solle den abgeschlossenen 15-jährigen Mietvertrag mit den Investoren Procom Invest und Quantum Immobilien auflösen.
Scholz & Friendsalle Hamburg Zeiseparkplatz
© Foto: Pro Wohnen Ottensen
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Allerdings gibt es bei der ganzen Angelegenheit zwei Probleme: Erstens haben bei dem Bürgerentscheid nur knapp 20 Prozent der stimmberechtigten Wähler mitvotiert, weswegen kaum davon gesprochen werden kann, dass eine "deutliche Mehrheit" den Bürokomplex ablehnt. Und zweitens wird auf dem Areal nach der im vergangenen Jahr erteilten Baugenehmigung vom Bezirksamt bereits seit Monaten gearbeitet, laut "Welt Online" ist das Kellergeschoss schon fertig.


Einen Baustopp kann die Bürgerinitiative demnach nur noch an anderer Stelle erstreiten: Denn bereits vor Ende des Entscheids hatte Pro Wohnen Ottensen beim Verwaltungsgericht Klage gegen den Bau eingereicht - unter anderem weil die Baugenehmigung nicht rechtskonform sei. Eine juristische Bewertung gibt es in dieser Angelegenheit zwar noch nicht, allerdings gehen Experten davon aus, dass die Klage der Initiative keine Chance auf Erfolg hat. tt
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