Trump-Statue aus Zeitungsartikeln

Das starke Zeichen von Scholz & Friends gegen Fake News

Die Trump-Büste besteht aus über 100 gedruckten Tagesspiegel-Artikeln über den US-Präsidenten
© Scholz & Friends
Die Trump-Büste besteht aus über 100 gedruckten Tagesspiegel-Artikeln über den US-Präsidenten
Mit seinem Trump-Motiv für den Tagesspiegel räumte Scholz & Friends im vergangenen Jahr zahlreiche internationale Kreativpreise ab. Erst in der vergangenen Woche bekamen Kunde und Agentur für die Arbeit von HORIZONT den Hammer des Jahres in Silber überreicht. Pünktlich zum einjährigen Amtsjubiläum des US-Präsidenten legt Scholz & Friends die nächste kreative Arbeit für die Berliner Tageszeitung vor: ein Trump-Archiv der etwas anderen Art.
"Trump 365" heißt die kreative Arbeit, mit der Scholz & Friends Berlin und der Tagesspiegel symbolisieren wollen, wie schwierig es sich für Journalisten gestaltet, die die von Trump in (un)schöner Regelmäßigkeit geäußerten Halb- und Unwahrheiten einzuordnen und auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Zu diesem Zweck hat die Wiener Designerin und Papierkünstlerin Daniela Leitner über einen Zeitraum von zwei Monaten ein Büste des US-Präsidenten aus mehr als 100 gedruckten Tagesspiegel-Artikeln geformt (siehe Bildergalerie).

Der Tagesspiegel: Die "Trump 365"-Büste von Scholz & Friends und Daniela Leitner


Aber das kreative Motiv allein ist noch nicht alles: In einem aufwendigen Photogrammetrie-Verfahren hat der Entwickler Stefan Kernjak zusammen mit Scholz & Friends die Statue digitalisiert. Auf einer eigenen Microsite können Nutzer die interaktive Büste intuitiv drehen und einzelne Artikel über das erste Amtsjahr von Donald Trump aufrufen. Dabei können die User auf der Website selbst überprüfen, was Trumps Fiktion und was die Fakten sind.

"Die Präsidentschaft von Donald Trump ist für die freie Presse eine große Herausforderung", sagt Florian Kranefuß, Sprecher der Geschäftsführung beim Tagesspiegel. "Unsere Antwort auf seine Halb- und Unwahrheiten und die ständige Diffamierung unabhängiger Medien sind gründliche Berichte." Der Tagesspiegel habe sich zum Zielgesetzt, die Politik von Trump durch sachliche und kritische Berichterstattung zu begleiten. Und das neu geschaffene Archiv soll diesen Anspruch unterstreichen. Robert Krause, Managing Creative Director und Geschäftsführer bei Scholz & Friends, ergänzt: "Inhaltlich geht es darum, die kruden Äußerungen des US-Präsidenten den sorgfältig recherchierten Fakten gegenüberzustellen. Formal spannend ist das Aufeinandertreffen von analoger und digitaler Zeitungswelt in einer interaktiven Skulptur aus Zeitungspapier."

Wer jetzt glaubt, Scholz & Friends habe mit dem Case die nächste Gold-Idee nach dem vielfach ausgezeichneten Trump-Motiv aus dem Vorjahr geschaffen, der dürfte sich irren. Schließlich hat die Agentur gerade erst ihren Verzicht auf die Teilnahme bei allen Award-Shows 2018 verkündet.

Bei Scholz & Friends in Berlin zeichnen neben Krause Matthias Spaetgens (Vorstand), Oliver Handlos (Geschäftsführer), Jörg Waschescio (Creative Director), Janice Kretschmer (Beratung), Berthold Brodowski, Alannah Stritch (Copywriter), Daniel Klessig (FFF), Kerstin Mende, Joana Strohfahrt sowie Angela Barilaro (Art Buying) verantwortlich. Die Postproduktion übernahm Metagate in Berlin.

Scholz & Friends ist nicht die einzige namhafte Kreativagentur, die sich dem Thema Fake News annimt: Auch Zum goldenen Hirschen sensibilisiert für die Bedeutung von und den Umgang mit der Wahrheit in der Kommunikationsbranche. Am Wochenende hat die Hamburger Agentur dazu eine eigene Zeitung mit dem Titel "Alles Lüge" an den Start gebracht, deren 10.000 Exemplare kosten in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München und Wien verteilt wurden. In dem Blatt geht es um die Frage, wie Kommunikationsprofis mit Marken, Oberflächen und Glaubwürdigkeit in Zeiten der Lüge umgehen. "Alles Lüge" gibt es hier zum kostenlosen Downloadtt


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