Terre des Femmes Mit diesem Transgender-Experiment zeigt JvM/Saga, wie groß der Gender Pay Gap ist

Donnerstag, 22. Februar 2018
Mehr als 12.000 Euro Unterschied im Jahresgehalt - nur wegen des Geschlechts
Mehr als 12.000 Euro Unterschied im Jahresgehalt - nur wegen des Geschlechts
© Terre des Femmes

Ist die Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern Wirklichkeit oder noch immer ein großes Wunschdenken? Diese Frage haben sich die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes und Jung von Matt/Saga in einem Experiment angenommen. Sie schickten drei Transgender einmal als Mann und einmal als Frau in das gleiche Bewerbungsgespräch. Mit dem erschreckenden Ergebnis, dass die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern weit klafft.
Im "Gender Pay Gap Experiment" engagierten die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes und JvM/Saga drei Personen, die sowohl als Frau als auch als Mann leben. Jeder von ihnen hat sich zweimal auf dieselbe Stelle beworben: Als dieselbe Persönlichkeit mit denselben Fähigkeiten, nur mit einem anderen Geschlecht. Die Bewerbungsgespräche wurden mit versteckter Kamera aufgezeichnet. Und obwohl die Menschen in den Gesprächen nichts als ihr Aussehen unterschied, wurden ihnen zum Teil extrem unterschiedliche Gehälter angeboten. So würde Oliver Z. als Mann über 12.000 Euro mehr verdienen als als "Olivia".
Mit dem Experiment wollen Terre des Femmes und JvM/Saga ein Bewusstsein für den Gender Pay Gap in der Gesellschaft schaffen. Zudem fordern sie Unternehmen auf, Gleichberechtigung umzusetzen und Gehälter nach Berufserfahrung und Qualifikation anzusetzen - nicht nach dem Geschlecht.

Die Verantwortlichen engagierten bewusst Transgender für ihren Test, um den Status Quo bestmöglich vor Augen zu führen. "Die Zahlen aus Statistiken glauben sowieso nur wenige: KritikerInnen bemängeln unter anderem, dass sie sich auf grundverschiedene Personen mit unterschiedlichen Voraussetzungen beziehen", erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes. "Deshalb haben wir in unserem Gender Pay Gap-Experiment Transgender losgeschickt, um die Lohnlücke sichtbar zu machen, wo sie beginnt: im Vorstellungsgespräch."

Weiter fordert die CEO die Politik zum Handeln auf. "Das Gender-Pay-Gap-Experiment entlarvt die politischen Bemühungen der Gleichstellung der letzten Jahre. Frauen sind noch weit davon entfernt, gleich behandelt zu werden", so Stolle. "Die Politik muss endlich handeln und die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung fördern und gesetzlich verankern."

Die Kampagne #paybacktime startet am 22. Februar. Zu den Maßnahmen zählen das Online-Video, das auf deutsch und auf englisch produziert wurde sowie eine Landingpage. Der Clip wird über die sozialen Medien und PR verbreitet, dabei wird Terre des Femmes auch von Influencern, Frauenrechtsorganisationen und weiteren nationalen und internationale Stakeholdern unterstützt.

Für die Kreation der Kampagne ist Jung von Matt/Saga verantwortlich. Die Produktion übernahmen E+P Films und Kaeptn Postproduktion. Für PR und Social Media ist Achtung! zuständig, Media steuert Unruly Media. Für den Sound zeichnet German Wahnsinn verantwortlich. bre
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