Sexismus-Debatte

Grey London setzt mit feministischem Musikalbum ein Zeichen gegen Sexismus

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Das Cover des Musikalbums "Hyrrs" zeigt „Rosie the Riveter“ mit Engelsflügen.
© Goldstein London
Das Cover des Musikalbums "Hyrrs" zeigt „Rosie the Riveter“ mit Engelsflügen.
Grey London trifft mit seiner neuesten Aktion den  Nerv der Zeit. Mit dem Album "Hyrrs" setzt die Werbeagentur ein Zeichen gegen Sexismus. Die Weihnachtslieder, die Grey London zu feministischen Parolen umschrieb, sollen verkauft werden, die Erlöse an eine Wohltätigkeitsorganisation fließen.

2017 war ein Jahr, in dem Medien, Politik und die Welt sehr stark über Sexismus debattierten. Das zeigen Beispiele wie der Hashtag #metoo, mit dem Frauen öffentlich von sexueller Belästigung berichteten. Diese wurden vom US-Magazin "Time"  zur Person des Jahres gekürt. Oder eben der Skandal um Filmproduzent Harvey Weinstein, dem etliche Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen. Die weltweite Aufmerksamkeit des Themas nehmen nicht nur Privatpersonen, sondern diverse Unternehmen aus der Branche zum Anlass, um ein Zeichen gegen Sexismus zu setzen – so auch die Werbeagentur Grey London.


Diese kreierte gemeinsam mit "Goldstein Music" und "Grand Central Recording Studios" ein Album mit Weihnachtsliedern – nur umgeschrieben, mit feministischen Parolen. "Hyrrs" statt "Hymns" heißt das Album, verziert mit einem Cover, das "Rosie the Riveter" mit Engelsflügen darstellt. So werden aus Weihnachtstiteln wie "Oh Christmas Tree" "Oh sexism!", oder aus "Once in Royal David’s City" wird "More Than Half of Working Women".

Provokante Titel für den guten Zweck

Zweiteres spielt auf eine Statistik an, der zufolge mehr als die Hälfte aller Frauen sexuell belästigt werden. "Such a scary ass statistic surely belongs in the past", singt ein Chor in diesem Lied. Abgeändert wurden auch Songtitel wie "God Rest Ye Merry Gentlemen" zu "We Want an Equal Salary", oder "Silent Night" zu "Stereotypes". Am provokantesten dürfte die feministische Version des Songs "Deck the Halls" sein. "Kick the Balls" heißt der abgeänderte Titel, mit dem Grey London den Patriarchalismus kritisiert.

Die Idee dahinter: Der Erlös des Albums soll nach eigenen Angaben an "Refuge" gehen – eine britische Organisation, die Frauen und Kinder unterstützt, welche Gewalt und Misshandlung erfahren haben. "Hyrrs" steht Nutzern auf iTunes, Google Play und Amazon zum Download zur Verfügung. Auch über Spotify und Apple Music können die abgeänderten Weihnachtslieder gestreamt werden. Von Naoual Abardah

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