Ogilvy Berlin

Kreativchef Tim Stübane geht / ECD Felix Fenz ist bereits weg

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Tim Stübane verlässt Ogilvy nach sieben Jahren
© Ogilvy & Mather
Tim Stübane verlässt Ogilvy nach sieben Jahren
Das Berliner Büro von Ogilvy verliert seine kreative Führungsspitze. Geschäftsführer Tim Stübane steigt bei der WPP-Tochter spätestens Ende September aus. Das bestätigt die Agentur via Pressemitteilung. Der 42-Jährige verlasse die Agentur auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen, heißt es in der offiziellen Erklärung. Einen direkten Nachfolger gibt es nicht.
Stübane war sieben Jahre für Ogilvy Berlin tätig. Anfang 2011 hatte er zusammen mit seiner langjährigen Kollegin Birgit van den Valentyn und der damaligen Gruppenführung die Niederlassung in Berlin gegründet. Was genau dazu geführt hat, dass er jetzt seine Kündigung einreicht, ist nicht bekannt. Stübane selbst spricht von einer "schönen und unheimlich intensiven Zeit". Allerdings sei nun der Punkt für etwas Neues gekommen, "wo ich meine unternehmerischen Stärken voll ausspielen kann", so der Kreative.

Dieser Halbsatz scheint ein wichtiger Teil der Erklärung für seinen Ausstieg zu sein. Denn nach dem Umbau der deutschen Ogilvy-Gruppe, die künftig einheitlicher auftreten will und entsprechend zentral gesteuert wird, fehlte Stübane offenbar die Perspektive. Seine denkbare Sorge: Das Berliner Büro, das sich nach dem Start bewusst anders positioniert hatte als die Niederlassungen in Frankfurt und Düsseldorf, könnte im Zuge der Neuaufstellung den eigenständigen Charakter verlieren. Stübanes Gründungspartnerin van den Valentyn hatte die Agentur bereits vor zwei Jahren verlassen. Sie ist heute für die Markenberatung A Hundred Years tätig. Wohin es Stübane zieht, ist nicht bekannt.

Der Gruppenführung um CEO Chaichana Sinthuaree und Kreativchef Stephan Vogel dürfte die Entscheidung von Stübane in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ungelegen kommen. Immerhin spart man durch seinen Ausstieg ein Geschäftsführergehalt. Für diese Interpretation spricht, dass seine Position wohl nicht nachbesetzt wird. Die Verantwortung für den wichtigen Kunden Coca-Cola übernimmt der Frankfurter Standortkreativchef Björn Bremer. Natürlicher Kandidat für die Stübane-Nachfolge in Berlin wäre eigentlich Executive Creative Director Felix Fenz. Wie sich jetzt herausstellt, hat er die Agentur aber bereits verlassen. Fenz war im Sommer 2016 vom Frankfurter Ogilvy-Büro in die Hauptstadt-Dependance gewechselt.

Im Berliner Ogilvy-Büro arbeiten nach Auskunft der Agentur rund 50 Mitarbeiter. Einen wesentlichen Teil macht das Team von Ogilvy One um deren weltweiten Kreativchef Michael Kutschinski aus, das von Berlin aus den Kunden Nestlé betreut. Das Hauptstadt-Team hat zahlreiche Kreativpreise gewonnen, unter anderem für die Aktion "Gesicht zeigen". An der Spitze der Niederlassung steht Simon Usifo, in Personalunion Chief Delivery Officer auf Gruppenebene. mam
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