Neuer Pahnke-Chef Lars Lammers

"Wir können am besten FMCG"

Lars Lammers verantwortet das Geschäft der Pahnke-Gruppe
© Pahnke Markenmacherei
Lars Lammers verantwortet das Geschäft der Pahnke-Gruppe
Seit kurzem steht Lars Lammers an der Spitze der Agentur Pahnke Markenmacherei. Der 38-Jährige löste den bisherigen Chef Martin Pahnke ab, der als Geschäftsführer an Bord bleibt. Im Interview mit HORIZONT spricht Lammers über den Generationswechsel, die Entwicklung der Agentur und warum die Eigentümer des wichtigen Kunden Storck auch an der Agentur beteiligt sind.

Lars Lammers über ...

... den überraschenden Wechsel an der Spitze: Der Schritt kommt nicht plötzlich. Der Wechsel steht wie alles, was wir hier tun, im Zeichen der Kontinuität. Aber wir wollen die Nachfolge rechtzeitig angehen. Es gibt keinen Bruch, sondern einen fließenden Übergang. Martin Pahnke bleibt für die von ihm betreuten Kunden verantwortlich, gibt aber das General Management ab. Wir machen die Übergabe Schritt für Schritt.



... die Frage, ob das der Einstieg in den Ausstieg von Martin Pahnke ist: Ja, sicherlich. Aber eben genau das: Der Einstieg in den Ausstieg – und kein abrupter Ausstieg. Wir werden die Übergabe ganz in Ruhe machen. Es gibt schon genug Beispiele, wo die Nachfolge nicht geklappt hat, weil man sie überstürzt durchgezogen hat. Es gilt, Brüche zu vermeiden: intern, aber auch bei Kunden.

... was er als Chef anders machen will: Es geht nicht darum, etwas anders zu machen – schon gar nicht aus Prinzip, nur weil ich jetzt die Gesamtverantwortung habe. Noch mal: Der Wechsel soll von Kontinuität geprägt sein. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier etwas auf den Kopf zu stellen. Martin Pahnke hat sehr viele Dinge sehr richtig gemacht, sonst wäre die Agentur nicht so erfolgreich. Ein paar Dinge werden sich von ganz alleine ändern, einfach deshalb, weil ich einer anderen Generation angehöre. Mein Führungsstil ist anders. Mir ist das Ergebnis wichtiger als der Ort, an dem es entsteht. Auch meine Art, mit Kollegen zu kommunizieren, unterscheidet sich. Die Art, wie ich Prozesse sehe, ebenfalls. Die sind für mich agiler. Nicht zuletzt habe ich ein anderes Mediennutzungsverhalten. All das wird Schritt für Schritt sicher zu Veränderungen führen.
„Der Wechsel soll von Kontinuität geprägt sein. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier etwas auf den Kopf zu stellen. Martin Pahnke hat sehr viele Dinge sehr richtig gemacht, sonst wäre die Agentur nicht so erfolgreich.“
Lars Lammers
... mögliche neue Angebote der Agentur: Ich bin mir sicher, dass die Pahnke-Gruppe in fünf Jahren anders aussehen wird als heute. Dazu gehört natürlich auch der Blick darauf, welche anderen Kommunikationsfelder interessant für uns sind. Noch ist aber nichts spruchreif. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit Content Marketing. Wir machen das bislang intern. Aber ein nächster Schritt könnte in der Tat sein, das Angebot um eine Content-Agentur zu erweitern.


... Aktivitäten jenseits der FMCG-Branche: Natürlich haben wir auch Kunden, die aus anderen Bereichen kommen. Aber wir haben genau hinterfragt, was wir eigentlich am besten können und fokussieren wollen. Das ist nun mal FMCG. Deswegen kann ich nicht sagen, dass die Expansion in andere Felder nicht geklappt hat. Wir haben das gar nicht weiter forciert. Unser oberstes Ziel ist der Ausbau des Kerngeschäfts. Wenn ein FMCG-Unternehmen eine Agentur sucht, soll es an die Pahnke Markenmacherei denken.
„Unser oberstes Ziel ist der Ausbau des Kerngeschäfts. Wenn ein FMCG-Unternehmen eine Agentur sucht, soll es an die Pahnke Markenmacherei denken.“
Lars Lammers
... die wirtschaftliche Entwicklung der Agentur: Wir sind sehr zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Wir sind bei Umsatz nicht sehr stark gewachsen und werden aller Voraussicht nach wieder irgendwo um die 17 Millionen Euro landen. Die finalen Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. Aber wir haben das Team weiter ausgebaut und beschäftigen in der Gruppe inzwischen rund 200 Mitarbeiter.

... die Beteiligung der Storck-Eigentümerfamilie an der Agentur: Die Familie Oberwelland hat sich 1989 in einer Situation, als Mitglieder der Familie Pahnke ihre Anteile verkaufen wollten, an der Agentur beteiligt, weil sie an den Erfolg geglaubt hat. Wir freuen uns über dieses Vertrauen, das jetzt schon in zweiter Generation zum Ausdruck kommt. Aber wir stehen im Wettbewerb und müssen uns immer wieder beweisen, gerade weil Markenführung in dem Unternehmen eine zentrale Rolle spielt. Ich würde sogar sagen, dass wir gerade bei Storck ganz besonders durch Leistung überzeugen müssen.

... ein mögliches Compliance-Problem durch diese Beteiligung: Ich sehe keins. Die Familie Oberwelland engagiert sich privat bei uns, nicht als Vertreter von Storck. mam
Noch tiefer ins Thema einsteigen?

Dann lesen Sie das komplette Interview aus der aktuellen HORIZONT-Ausgabe gleich auf Ihrem Tablet oder Smartphone (Android und iOS). HORIZONT-Abonnenten können die E-Paper-Ausgaben kostenlos auch auf Ihrem PC/Mac abrufen. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

stats