Nach schwachem Ausblick

WPP-Aktienkurs bricht ein

WPP-Chef Martin Sorrell ist für 2018 nicht sehr optimistisch
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WPP-Chef Martin Sorrell ist für 2018 nicht sehr optimistisch
Anleger schicken die Aktien der weltgrößten Werbeholding WPP auf Talfahrt. Nach Vorlage der Jahresbilanz 2017 am heutigen Donnerstag und einem schwachen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr werden die Papiere verkauft. Der Kurs brach am Vormittag um 13 Prozent ein. Der Kurs von Wettbewerber Publicis wurde ebenfalls nach unten gezogen, hier beträgt das Minus bislang 4 Prozent.
Neben den wenig berauschenden Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr dürfte die Investoren vor allem der vorsichtige Ausblick auf 2018 verschreckt haben. Obwohl WPP durch die Olympischen Winterspiele, die Fußball-WM sowie die US-Kongresswahlen mit Impulsen für die Werbewirtschaft rechnet, erwartet der Konzern für sich selbt kein Wachstum. Sowohl bei Umsatz als auch Ertrag kalkuliert CEO Martin Sorrell mit Stagnation. Sollte es tatsächlich so kommen, würde sich ein weiteres vergleichweise schwaches Geschäftsjahr fortschreiben.


Für 2017 meldet WPP (auf vergleichbarer Basis) einen Umsatzrückgang von 0,3 Prozent auf 15,27 Milliarden britische Pfund beziehungsweise 17,43 Milliarden Euro. Die auf den Umsatz abzüglich durchlaufender Kosten bezogene Marge ging um 0,1 Punkte auf 17,3 Prozent zurück. Am besten liefen die Geschäfte von WPP im Heimatmarkt Großbritannien. Hier erzielt die Gruppe ein Umsatzplus von fast 5 Prozent. In der Region "Western Continental Europe", zu der auch Deutschland gehört, fielen die Umsätze um 0,3 Prozent. In der Bilanz wird Deutschland als einer der schwierigen Märkte genannt.

"2017 war kein schönes Jahr", lässt sich CEO Sorrell in der offiziellen Mitteilung zitieren. Er erklärt die Entwicklung mit den Veränderungen durch "technologische Disruption", "Zero Based Budgeting" und dem Einfluss von aktivistischen Investoren und Private Equity auf Kunden. Google, Facebook sowie die großen IT-Beratungen spielen laut Sorrell in diesem Zusammenhang eine weniger große Rolle.


Um das Geschäft wieder anzukrubeln, will WPP an den eigene Strukturen arbeiten. So soll die Konsolidierung des Markenportfolios fortgesetzt werden. Erst Anfang der Woche hatte der Werbekonzern die beiden PR-Netzwerke Burson-Marsteller und Cohn & Wolfe fusioniert. Im vorigen Jahr wurden unter anderem die Mediaagenturen MEC und Maxus zu Wavemaker sowie fünf Design-Ableger zu Superunion verschmolzen. Zudem will WPP die einzelnen Länderorganisation enger zusammenführen und die Rolle von Country Managern stärken. mam
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