Nach dem Tod von Stefan Kolle

So geht es bei Kolle Rebbe weiter

Die aktuelle Führungsmannschaft von Kolle Rebbe
© Kolle Rebbe
Die aktuelle Führungsmannschaft von Kolle Rebbe
Gut zwei Monate nach dem plötzlichen Tod von Stefan Kolle soll bei der Hamburger Agentur Kolle Rebbe wieder Normalität einkehren - soweit das möglich ist. Das Management hat die Aufgaben des Co-Gründers neu verteilt, meldet Neugeschäft und personelle Verstärkung. Zudem gibt es seit kurzem die Unit KR Studios, unter deren Dach sämtliche Produktionsabteilungen gebündelt werden.
Vorweg: Die Agentur soll nicht verkauft werden - völlig undenkbar ist dieser Schritt allerdings auch nicht. "Dass wir unsere Unabhängigkeit irgendwann mal aufgeben, lässt sich nicht kategorisch ausschließen", sagt Co-Kreativchef Fabian Frese. Dafür müssten aber zwei Bedingungen erfüllt sein: Ein Verkauf müsse die Agentur inhaltlich weiterbringen, vor allem bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung. Zudem müsse die Unabhängigkeit, Identität und Kultur der Agentur erhalten bleiben. "Deshalb macht der Verkauf an ein klassisches internationales Agenturnetwork eher keinen Sinn", so Frese. Aktuell hat die Agentur zwölf Gesellschafter, die alle aus dem Mitarbeiterkreis kommen. Die Anteile von Kolle sind auf seine Witwe übergegangen. Der vor zwei Jahren ausgestiegene Co-Gründer Stephan Rebbe ist nicht mehr beteiligt.



Die Geschäftsführung bilden Frese, Stefan Wübbe (Kreation), Andreas Winter-Buerke, Lennart Wittgen (beide Beratung), Ralph Poser (Strategie) und Kai Müller (Finanzen). Die zuletzt noch von Kolle persönlich betreuten Mandate für Krombacher und Kaldewei werden von Frese (Krombacher) und Wübbe (Kaldewei) übernommen. Darüber hinaus kümmerte sich Kolle vor allem um Produktinnovationen und die Förderung von Start-ups. Diese Engagements sollen auch ohne ihn fortgesetzt werden. Allerdings will man bei der Unterstützung von Start-ups künftig meher darauf achten, stärker in agenturnahe Services und Produkte zu investieren. Unter Kolle beteiligte sich die Agentur unter anderem an dem Sneaker-Label Ekn und dem Lieferservice Eatclever.

Neu im Portfolio von Kolle Rebbe ist der Kunde Heycar. Für das Gebrauchtwagenportal von Volkswagen und BCG Digital Ventures entwickelt die Agentur die Launchkampagne. Der Auftritt startet im 1. Halbjahr 2018. Zum Einsatz kommen klassische Werbung (TV, Radio, Print, OoH) und digitale Kommunikation. Durch programmatische Onlinewerbung soll zunächst die Markenbekanntheit von Heycar in großen Ballungszentren aufgebaut werden. Bis Ende des kommenden Jahres soll der Auftritt dann deutschlandweit ausgerollt werden. Mit Heycar will Volkswagen Plattformen wie Mobile.de und Autoscout24.de angreifen.


Auch personell gibt es Neuigkeiten. Von 180 Amsterdam wechselt der Kreative Martin Terhart zu Kolle Rebbe. Er wird Co-Chef eines "Bodens" - so heißen bei der Hamburger Agentur die Units. Der 39-Jährige wird zusammen mit Oliver Ramm und Geschäftsführer Wittgen ein Team von mehr als 50 Mitarbeitern führen und sich um Kunden wie Audi, O2, Ritter Sport und Aktion Mensch kümmern. Bevor er zu 180 ging, war Terhart unter anderem für Jung von Matt tätig.

Auf organisatorischer Ebene hat Kolle Rebbe sämtliche Produktionabteilungen unter dem Dach der Unit KR Studios gebündelt. Hier sind Bereiche wie FF, Postproduction, Art Buying und DTP/Reinzeichnung beheimatet. Das rund 30-köpfige Team wird von Sascha Bugai und Alexander Schilinsky geleitet. Auch andere Agenturen haben ihre Produktionsservices stärker gebündelt und ausgebaut, beispielsweise BBDO und Jung von Matt. Damit will man vor allem im digitalen Bereich schneller und kostengünstiger agieren - ohne jedes Mal eine externe Produktionsfirma beauftragen zu müssen. mam
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