Nach Anschlag auf Borussia Dortmund

Wie die Bahn einen Schalke-Fan zum BVB-Supporter macht

Ogilvy und die Deutsche Bahn solidarisieren sich mit Borussia Dortmund
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Ogilvy und die Deutsche Bahn solidarisieren sich mit Borussia Dortmund
Die Rivalität zwischen den beiden Bundesliga-Traditionsklubs Borussia Dortmund und Schalke 04 ist die vielleicht größte im deutschen Fußball. Anlässlich des Sprengstoffanschlags auf die Mannschaft des BVB ließen Ogilvy & Mather und die Deutsche Bahn die Feindschaft der beiden Ruhrpott-Vereine für einen Moment lang ruhen - und zeigten auf Facebook einen spontan entwickelten Solidaritäts-Werbespot, der unter dem Motto steht: "Heute sind wir alle Dortmund."

Deutsche Bahn BVB

45 Sekunden lang ist der Clip, den die Deutsche Bahn gestern Abend auf Facebook veröffentlichte, als das Champions-League-Viertelfinalhinspiel zwischen dem BVB und der AS Monaco (2:3) schon lief. Der Spot zeigt - ganz ähnlich wie "ToleranzZeit" von vor einem Monat - einen Schalke-Fan im ICE, der während der Fahrt verträumt aus dem Fenster schaut und den Zuschauer an seinen Gedanken zur großen Rivalität zwischen Schalke und Dortmund teilhaben lässt: Der Protagonist selbst ist eingefleischter Schalker und erklärt beispielsweise, dass er "schon Pickel bekommt, wenn er Schwarz-Gelb nur sieht". Doch am Ende beteuert er, dass an diesem besonderen Tag nach dem Anschlag alle Dortmunder sind. Dazu lehnt die Bahn ihre Markenbotschaft an den bekannten BVB-Claim an: "Mehr Echte Liebe Zeit."

"Wir wollten dem BVB mit dem Spot unseren Respekt zollen und unsere Solidarität kundtun", sagt Björn Bremer, Kreativchef bei Ogilvy & Mather in Frankfurt gegenüber HORIZONT Online. Die Agentur sei demnach gestern morgen mit der fixen Idee für einen solidarischen Werbespot an den Kunden Deutsche Bahn herangetreten. Und der Konzern war trotz der Kurzfristigkeit und des großen logistischen Aufwands sofort dabei - gerade, weil der Spot so gut zur Toleranz-Kampagne passt. In rund sieben Stunden hat ein Kreativteam bei Ogilvy dann den Spot mit Bewegtbildern, die von einem anderen Dreh für den Kunden noch übrig waren, produziert und mit dem Voice-over versehen. Gesprochen wird der Clip übrigens von Kreativchef Bremer selbst.

Bei der Deutschen Bahn zeichnen Marketingleiterin Antje Neubauer, Markus Fälsch (Leiter Kampagnenmanagement Fernverkehr, Vertrieb und Infrastruktur), Marlis von Schleyer, Marco Siegmund (Kampagnenmanagement Fernverkehr) sowie Thomas Kemper (Leiter Marktkommunikation) verantwortlich. Auf Seiten von Ogilvy in Frankfurt waren neben Bremer CEO Ulrich Klenke, Peter Römmelt (Executive Creative Director) und Simon Oppmann (Creative Director/Regie) zuständig. Die Produktion übernahm GK Film. tt

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