Media Auditing

Rouven Dankert gründet Ebiquity-Konkurrenten

Imediag-Chefs: Rouven Dankert (CEO), Demet Dankert (CSO), Ronny Becker (COO), Oliver Migge (CDO)
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Imediag-Chefs: Rouven Dankert (CEO), Demet Dankert (CSO), Ronny Becker (COO), Oliver Migge (CDO)
Anfang April heuerte Christian Zimmer als neuer Managing Director Media DACH bei Ebiquity an. Dass das Marketing- und Mediaberatungsunternehmen mit Rouven Dankert zuvor aber einen prominenten Abgang hatte, dazu hielt es sich ebenso bedeckt wie zu dessen Plänen, einen eigenen Media Auditor zu gründen.

Dankert war zuletzt Managing Director & Media Practice Lead DACH bei Ebiquity. Der Titel liest sich etwas anders als Zimmers, im wesentlichen aber deckt sich das ehemalige Aufgabengebiet Dankerts mit dem Jobprofil seines faktischen Nachfolgers. Dass Ebiquity sich zu dem Abgang nicht äußerte, lag sicher auch an der Gründung von Independent Media Guides (IMEDIAG). Mit seiner inhabergeführten Media Audit Beratung bringt sich Dankert als ernstzunehmenden Wettbewerber Ebiquitys in Stellung. Ernst zu nehmen nicht zuletzt wegen der gesammelten Expertise im Media Audit. Zusammen mit Dankert kehrten mit Oliver Migge (Head of Digital DACH), Demet Dankert (Team Lead Schweizer Markt) und Ronny Becker (Consultant) gleich vier langjährige Mediaexperten Ebiquity den Rücken.

Zusammen haben sie mehr als 80 Jahre Mediaerfahrung und die gehen Ebiquity auf einen Schlag verloren. Alle vier zusammen bilden die Geschäftsleitung von Imediag: Rouven Dankert wird Geschäftsführender Gesellschafter und CEO, seine Frau Demet fungiert als Head of Switzerland und Chief Strategy Officer (CSO), Migge wird CDO und Becker COO. Neben vier weiteren Kollegen nehmen die Imediag-Gründer vor allem auch Kunden mit. Dazu gehören neben einigen nicht genannt sein wollenden Unternehmen Continental Foods und der Pharmakonzern Stada. Außerdem habe man neben dem Mobilitätsdienstleister Moia schon andere Neukunden an Land gezogen.

„Für den einzelnen Kunden vor Ort bedeutet ein großes Netzwerk mit zentralen Entscheidungen aus dem Headquarter in der Regel Abstriche in der lokalen und individuellen Beratung“
Rouven Dankert
Als Kriegerklärung an seine Ex-Arbeitgeber will Dankert den Abgang allerdings nicht verstanden wissen. Im Fokus des neuen Media Auditors steht vor allen Dingen der Mittelstand in der DACH-Region. Der werde von den Consulterboliden, die sich immer mehr in Richtung globale Großkunden orientieren, nur unzureichend bedient. „Für den einzelnen Kunden vor Ort  bedeutet ein großes Netzwerk mit zentralen Entscheidungen aus dem Headquarter in der Regel Abstriche in der lokalen und individuellen Beratung“, sagt Dankert. Imediag will die Lücke zwischen den Dickschiffen Ebiquity und Accenture auf der einen Seite und den kleineren Auditoren, oft One-Man-Shows, füllen. „Es gibt ein unglaublich breites Feld im deutschen Mittelstand, das eine professionelle datenbasierte und toolgestützte unabhängige Beratung benötigt“, glaubt Dankert.

Im Portfolio von Imediag findet sich das ganze Spektrum professioneller Audit- und Media-Beratungsdienstleistungen. Ganz vorne: das klassische Media-Audit. Die Partnerschaft mit dem Monitoring-Spezialisten Advision Digital erlaubt tiefe Blicke in den Gesamtmarkt und datenbasierte  Wettbewerbe-Benchmarkings. Ein weiterer Kernservice des Unternehmens ist das Pitch Management, bei dem Imediag Kunden mit strukturierten Prozessen durch die Ausschreibung bis zur Implementierung und Transformation begleitet. Inhaltliche Vertragsberatung sowie das Tracking von Agenturgarantien und die entsprechende Kalkulation von Agenturhonoraren runden das Serviceportfolio ab. Seine Beratungsleistung will Imediag Hand in Hand mit Agenturen erbringen: „Wir verstehen uns nicht als Berater die mit erhobenem Zeigefinger auf Missstände aufmerksam machen. Wir können Agenturen wirklichen Mehrwert geben nicht  weil wir schlauer oder besser sind, sondern weil wir anonymisiert auf alle Marktdaten zugreifen können und eine breite Markterfahrung über alle Kategorien, Budgets und Zielgruppen haben“, unterstreicht Dankert. vg


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Was Imediag ganz anders machen will als die Auditoren-Dickschiffe und wie Ebiquity und Co sich umpositioniert haben lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 24/2018 vom 14. Juni, die auch auf Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.





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