Media-Affäre

Aleksander Ruzicka aus der Haft entlassen

Aleksander Ruzicka sitzt nicht mehr im Gefängnis
Foto: Aegis
Aleksander Ruzicka sitzt nicht mehr im Gefängnis
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Der frühere Aegis-Manager Aleksander Ruzicka ist wieder auf freiem Fuß. Nach rund achteinhalb Jahren in Haft wurde er Anfang April aus dem Gefängnis entlassen. Das bestätigt sein Rechtsanwalt auf Nachfrage. Wegen der Veruntreuung von insgesamt 37 Millionen Euro war Ruzicka im Mai 2009 vom Landgericht Wiesbaden zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Urteil wurde nach einer Revision durch den Bundesgerichtshof rechtskräftig.
Inklusive Untersuchungshaft hatte Ruzicka zwei Drittel des Strafmaßes im April 2014 verbüßt. Die Reststrafe wurde aber erst jetzt zur Bewährung ausgesetzt. Der Weg dafür war frei geworden, nachdem Ruzicka Mitte Februar in einem zweiten Strafprozess vom Vorwurf der Urkundenfälschung und des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen wurde. Ruzicka konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass er eine Zusatzvereinbarung mit seinem früheren Arbeitgeber gefälscht hatte. Die Zusatzvereinbarung soll ihm im Falle seiner Kündigung durch Aegis eine Abfindung von 89 Millionen Euro zugesichert haben.

Auch eine Schadensersatzklage der Mediaagenturgruppe gegen ihren Ex-Manager in Höhe von rund 20 Millionen Euro wurde abgewiesen. Aegis sei es nicht gelungen, die Klage plausibel zu begründen. Deshalb sei sie schon aus formalen Gründen abzulehnen. Die Agentur hat angekündigt, gegen die Entscheidung des Landgerichts Wiesbaden Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt einzulegen. Wie es mit Ruzicka nun beruflich weitergeht, ist nicht bekannt. Unbestätigten Gerüchten zufolge erwägt er aber den Wiedereinstieg ins Mediageschäft. mam

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