Marc Pritchard "Kreative sind von überflüssigen Strukturen umgeben"

Donnerstag, 08. März 2018
P&G-Marketingchef Marc Pritchard wünscht sich mehr Kreative und weniger Account Manager in Agenturen
P&G-Marketingchef Marc Pritchard wünscht sich mehr Kreative und weniger Account Manager in Agenturen
© Dmexco
Themenseiten zu diesem Artikel:

Marc Pritchard P&G


Marc Pritchard sorgt mal wieder für Gesprächsstoff. Vorige Woche hat der Marketingchef von Procter & Gamble seinen 2017 vorgestellten 5-Punkte-Plan für digitales Marketing bilanziert und neue Forderungen unter anderem für die Zusammenarbeit mit Agenturen erhoben. Diese werden jetzt im Detail bekannt. So verlangt der Manager, dass die Agenturen ihre kreativen Kompetenzen stärken. Im Gegenzug sollen Überkapazitäten in den Bereichen Account Management und Planning abgebaut werden.
So beklagt Pritchard, dass Kreative nur rund 50 Prozent der Belegschaft in Agenturen ausmachen. Gegenüber dem britischen Fachblatt "Campaign" erklärt er, dass ihm ein Wert von 75 Prozent lieber wäre. "Die Kreativen sind von überflüssigen Managementstrukturen, Gebäuden und Gemeinkosten umgeben", sagte Pritchard bereits vor einer Woche bei einer Konferenz des US-Kundenverbands ANA. Zudem verkompliziere das überholte Modell der Spiegelung von Kundenstrukturen die Zusammenarbeit zusätzlich. "All das führt dazu, dass viel zu viel Energie in Telefonkonferenzen, Meetings und Offsites investiert sowie Zeit mit Konferenzberichten und Powerpoint-Präsentationen verschwendet wird, die die Kreativität schwächen und letztendlich auslöschen."

„Viele von uns bereuen den Tag, an dem sich Media- und Kreativagenturen getrennt haben.“
Marc Pritchard
Ähnlich kritisch geht er mit der aus seiner Sicht Überbesetzung in den Bereichen Beratung und Planning ins Gericht. Dabei stößt er sich weniger an der Qualität der entsprechenden Abteilungen, sondern an anderen personeller Ausstattung. "Es gibt dort einfach zu viele Mitarbeiter. Sie sollten fokussierter, seniorer und schlicht weniger sein", so Pritchard. Und weiter: "Ich glaube, dass Kunden zusammen mit ihren Beratern in den Agenturen in der Lage sein sollten, Strategien zu entwickeln. Consumer Insights sollten wir selbst können." Gleichzeitig verlangt Pritchard, Media und Kreation wieder enger zusammenzuführen. "Viele von uns bereuen den Tag, an dem sich Media- und Kreativagenturen getrennt haben."

David Taylor, CEO Procter & Gamble
© P&G

Mehr zum Thema

Agenturen, Media, Point of Sale Wie Procter & Gamble zwei Milliarden US-Dollar im Marketing sparen will

Die Forderungen des P&G-Managers haben nicht zulezt einen finanziellen Hintergrund. Der weltweit größte Werbungtreibende hat mehrfach angekündigt, seine Ausgaben für Marketing und Agenturen deutlich zu reduzieren. Insgesamt geht es um eine Summe von zwei Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen in der Zeit von Juli 2016 bis Juni 2021 in diesen Bereichen einsparen will. Etwa eine Milliarde will Procter bei den Mediaspendings kürzen, die Kosten für Agenturen und Produktion sowie für PoS-Werbung sollen jeweils um 500 Millionen US-Dollar sinken. 
mam   
HORIZONT Newsletter Kreation Newsletter

Die besten Kampagnen des Tages

 


Meist gelesen
stats