Kevin Roberts

Saatchi-CEO prophezeit das Ende von Facebook

   Artikel anhören
Kevin Roberts sieht sich als Pep Guardiola der Publicis-Gruppe
© Foto: Kate Ayrton
Kevin Roberts sieht sich als Pep Guardiola der Publicis-Gruppe
Saatchi-CEO Kevin Roberts ist für provokante Aktionen bekannt. Legendär ist etwa sein Auftritt als CEO von Pepsi in Kanada, als er bei einer Veranstaltung auf einer Bühne einen Coca-Cola-Automaten mit einem Maschinengewehr beschoss. Derzeit fällt Roberts allerdings mehr mit seinen Aussagen auf: Kürzlich kritisierte er im HORIZONT-Interview die Technologiefixiertheit der Kunden - nun senkt er den Daumen über Facebook.
Im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagt Roberts, dass dem sozialen Netzwerk keine allzu lange Lebensdauer mehr beschieden sein werde: "Ich glaube, dass es Facebook in drei Jahren nicht mehr geben wird", so Roberts. "Meine Kinder sind zwar noch auf Facebook, aber sie nutzen längst schon zwei, drei weitere Netzwerke, weil ihnen Facebook zu konservativ ist. Wer geht schon gern in dieselbe Bar wie sein eigener Vater?"


Als Grund für den Niedergang des Netzwerks nennt Roberts, der im kommenden Jahr zum Executive Chairman der Saatchi Fallon Group aufsteigt, die mangelnde Balance zwischen technischer und emotionaler Intelligenz - etwas, das auch Google abgehe. "Vielleicht gibt es Google deshalb ja in drei Jahren gar nicht mehr", so Roberts' kühne Spekulation.

Kevin Roberts
© Foto: Saatchi / Duncan Cole
Mehr zum Thema
Saatchi & Saatchi-CEO Kevin Roberts

Der Pep Guardiola der Publicis-Gruppe

Kevin Roberts gehört zu den bekanntesten Werbern der Welt. Demnächst gibt er seinen Posten als CEO von Saatchi & Saatchi auf und wird Executive Chairman der Saatchi Fallon Group. Gleichzeitig wird er "Head Coach" der gesamten Publicis-Gruppe und soll als Sparringspartner die Top-Führungskräfte des Konzerns inspirieren. Im Interview mit HORIZONT spricht Robert über seine neue Rolle in der Agentur bzw. in der Holding.

Auch für die gedruckte Zeitung stellt Roberts keine positive Zukunftsprognose. "Papier ist nicht mehr wichtig. Die Nachrichten selbst sind entscheidend". Deshalb wanderten nicht nur die Leser ins Netz ab, sondern auch die Werbung - die online zudem maßgeschneidert sei. "Davon profitieren auch die Verlage, wenn die Werbung passender und lebendiger wird, wenn sie Videos verwendet", so Roberts.


Gute Werbung sei jedoch weniger abhängig vom Kanal als vielmehr von guten Ideen, bekräftigt Roberts im "Wiwo"-Interview. Diese zu entwickeln, darin sieht Roberts die Aufgabe von Agenturen wie Saatchi & Saatchi, wie er vor einigen Wochen im HORIZONT-Interview sagte: "Die Idee ist unsere Daseinsberechtigung!", so Roberts. In Deutschland, wo Saatchi & Saatchi seit gut einem Jahr mit Christian Rätsch einen neuen Chef hat, solle das ganz besonders spürbar werden: "Wir wollen im kommenden Jahr in die Top 5 des deutschen Kreativrankings. Daran dürfen Sie uns gern messen." ire
stats