Adolf Hitlers Onlinestrategie So brutal warnen Gesicht Zeigen! und Ogilvy vor Social-Media-Faschismus

Dienstag, 06. März 2018
Für die Kampagne setzt Gesicht Zeigen! den leibhaftigen Adolf Hitler ein
Für die Kampagne setzt Gesicht Zeigen! den leibhaftigen Adolf Hitler ein
© Gesicht Zeigen! e.V.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit werden heutzutage massiv über Social Media befeuert. Jedenfalls würde Adolf Hitler, wäre er heute an der Macht, in großem Stile soziale Netzwerke einsetzen. Das wollen der Verein Gesicht Zeigen! und Ogilvy mit ihrer neuen Kampagne veranschaulichen. Für den Auftritt hat das preisgekrönte Kreativ-Duo eine historische Aufnahme Hitlers neu vertont - und ihr so eine erschreckende Botschaft eingepflanzt.
"...Das Internet wird die nationalsozialistische Idee über alle Grenzen tragen. Wir werden Twitter und Facebook und Youtube nutzen, um junge Anhänger zu finden. Wir werden über unsere Portale Fake News verbreiten. Und wir werden die Algorithmen der Suchmaschinen manipulieren, um in den Rankings nach oben zu kommen", brüllt die Stimme, während man im Bild Adolf Hitler vor einer großen Menschenmenge sprechen sieht. Das Bildmaterial stammt aus dem Leni-Riefenstahl-Film "Triumph des Willens" von 1935, der den Nürnberger Reichsparteitag der NSDAP ein Jahr zuvor dokumentierte. Was der neu vertonte Hitler in dem Film beschreibt, ist bereits Realität. Längst nutzen Neonazis und rechte Gruppierungen soziale Netzwerke, um dort ihre Botschaften zu verbreiten - und um neue Anhänger zu ködern. Gesicht Zeigen! möchte dem etwas entgegensetzen: "Dieser – zugegeben provokante – Spot soll ein Weckruf sein: Achtung, wir dürfen das Netz nicht den rechten Menschenverächtern überlassen. Wir müssen unsere Freiheit on- und offline gegen Hass und Hetze verteidigen", sagt Sophia Oppermann, die gemeinsam mit Rebecca Weis den Verein leitet. Die ergänzt: "Unser Ziel ist es, mit diesem Film die Gefahren von Rechts aufzuzeigen und neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen. Denn wir brauchen mehr Menschen, die sich engagieren, und aktiv gegen rechts in der Öffentlichkeit auftreten." Der Spot wird ab sofort auf Twitter, Facebook, Vimeo und Youtube verbreitet, außerdem wird er in ausgewählten Kinos zu sehen sein. Flankiert wird der Spot von einem Motiv, das einen Hashtag in Nazi-Optik zeigt. Die Botschaft auch hier: "Der Faschismus erobert das Netz. Lasst uns das stoppen." Eingesetzt wird das Visual in Social Media, als Printmotiv und Citylight-Poster an ausgewählten Stellen in Deutschland. Darüber hinaus unterstützt die Influencer-Plattform indaHash die Kampagne mit kostenloser Reichweite.
Das Key Visual der Kampagne
Das Key Visual der Kampagne (© Gesicht Zeigen! e.V.)
Dass sich in sozialen Netzwerken nicht nur rechter Hass verbreitet, sondern auch der Kampf dagegen, können nun die User beweisen. Nicht nur, dass Gesicht Zeigen! auf eine virale Verbreitung der Kampagne setzt. Die Nutzer können außerdem verschiedene Anti-Nazi-Motive, die auf der zentralen Kampagnen-Website zu sehen sind, in ihren eigenen Kanälen teilen.

Gesicht Zeigen! und Ogilvy haben bereits erfolgreich zusammengearbeitet. Mit der Kampagne "Mein Kampf - gegen rechts" war das Gespann unter anderem bei den Euro Effies, bei der One Show und beim D&AD erfolgreich. Größter Erfolg war aber sicherlich die Auszeichnung mit dem Grand Prix des ADC of Europe. ire
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