Jahresbilanz 2017

Syzygy verliert Umsatz und Ertrag - Hi-Res Berlin gibt es nicht mehr

Syzygy-Chef Lars Lehne hofft auf ein wieder besseres Jahr 2018
Rainar von Wienkowski
Syzygy-Chef Lars Lehne hofft auf ein wieder besseres Jahr 2018
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2017 war kein gutes Jahr für die Digitalagenturgruppe Syzygy. Die WPP-Tochter hat nach den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen 6 Prozent ihres Volumens verloren und landet bei einem Umsatz von 60,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) verschlechtert sich um satte 29 Prozent auf 4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Abzug von Steuern fällt um 14 Prozent schlechter aus als im Vorjahr und beträgt 4,4 Millionen Euro.
Noch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August war die von CEO Lars Lehne geführte Gruppe davon ausgegangen, dass sie den Umsatz im Gesamtjahr 2017 steigern kann. Diese Prognose wurde allerdings im Herbst kassiert und leicht rückläufige Umsatzerlöse angekündigt. "Das letzte Jahr war durch eine notwendige Restrukturierung der Gruppe gekenzeichnet. Trotz erfolgreichen Neugeschäfts konnten wir den Verlust des Kunden BMW in Berlin nicht vollständig kompensieren", sagt CEO Lehne. Nachdem der Münchner Autobauer sein Mandat bei der Syzygy-Tochter Hi-Res abgezogen und an Interone vergeben hatte, wurde das Berliner Büro von Hi-Res geschlossen. Standortmanagerin Ines-Feldmann-Pach ist Anfang des Jahres offiziell aus der Geschäftsführung ausgeschieden.


Wie hart dieser Schlag ins Kontor ausgefallen ist, sieht man auch daran, dass die Gruppenumsätze trotz der Akquisitionen von Catbird Seat und Diffferent nicht gesteigert werden konnten, sondern im Gegenteil sogar gesunken sind. Im Fall von Catbird Seat wurden sechs Monate in der Bilanz konsolidiert, bei Diffferent immerhin drei. Von den Übernahmen erwartet sich CEO Lehne Impulse für das Geschäft der gesamten Gruppe, insbesondere im Bereich strategische Beratung. Weiter ausgebaut werden sollen dabei vor allem die Aktivitäten im deutschen Markt und dem hiesigen Mittelstand.

Im Ausland ist Syzygy an den Standorten London, New York und Warschau vertreten. Nach dem Ausstieg von COO Andrew Stevens Ende vorigen Jahres ist nicht davon auszugehen, dass die Aktivitäten im Ausland weiter forciert werden. Schließungen soll es aber auch nicht geben, heißt es aus dem Unternehmen. Um die Geschäfte in London und New York kümmert sich CEO Lehne, der Standort in Polen wird von Technikchef Frank Ladner mitbetreut. Neben den klassischen Geschäftsfeldern hofft Syzygy vor allem auf Impulse in den Bereichen Content Marketing und User Experience. Für das laufende Jahr rechnet die Gruppe mit einem zweistelligen Umsatzwachstum und einem proportional wachsenden operativen Ergebnis. Den vollständigen Geschäftsbericht für 2017 legt Syzygy am 29. März vor. mam

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