Havas-Studie

Werbung zeigt überholte Gender-Stereotypen

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Havas-Kreativchef Eric Schoeffler fordert den Verzicht auf Rollenklischees in der Werbung
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Havas-Kreativchef Eric Schoeffler fordert den Verzicht auf Rollenklischees in der Werbung
Die Diskussion über die Gleichberechtigung von Männer und Frauen ist aktueller denn je. Das zeigen auch die Ergebnisse einer Studie des Agenturnetzwerks Havas. Sie offenbart einmal mehr große Unterschiede in der Bezahlung und dem Anteil von Frauen in hohen politischen Ämtern und Spitzenpositionen in der Wirtschaft. Auch beim Thema Werbung bleibt noch viel zu tun, so die Autoren der Untersuchung.
So beschweren sich 47 Prozent der deutschen Männer und 55 Prozent der deutschen Frauen darüber, dass die TV-Werbung überholte Genderstereotypen verwendet. Der Großteil der Befragten lehnt die Art und Weise ab, wie Männer und Frauen in der Werbung dargestellt werden. "In einer Zeit, in der sich die Wahrnehmung für genderspezifische Fragen und Entwicklungen wandelt und modernisiert, sollte die Markenkommunikation progressiv vorangehen", sagt Eric Schoeffler, Kreativchef von Havas in Deutschland. Leider sei das Gegenteil der Fall. "Unsere Studienergebnisse zeigen, dass unsere Branche der tatsächlichen Entwicklung hinterherhinkt", so Schoeffler.


So werden Rollenbilder in der Werbung beurteilt
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So werden Rollenbilder in der Werbung beurteilt

Der Kreative, der bei der Agenturgruppe auch europaweite Aufgaben wahrnimmt, fordert einen Richtungswechsel. "Es ist Zeit für eine neue Art von Kommunikation, die durch den Verzicht auf Rollenklischees veraltete Denkmuster aufbricht und neue, zukunftsgerichtete Sichtweisen hervorbringt. Die Darstellung von Frauen in der Werbung wurde im vorigen Jahr breit diskutiert. Aus dem Bundesjustizministerium gab es in diesem Zusammenhang zwischenzeitlich einen Vorstoß für ein Verbot sexistischer Werbung.

Die Havas-Studie "The Future is FeMale" basiert auf einer internationalen Erhebung. Das Institut Market Probe International hat dafür in 33 Ländern mehr als 12.000 Personen (älter als 18 Jahre) befragt. Die komplette Studie gibt es hier. mam
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