Hauptversammlung

Aktionäre watschen WPP-Spitze ab

Mehr als 15 Prozent der Aktionäre stimmen gegen Chairman Roberto Quarta
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Mehr als 15 Prozent der Aktionäre stimmen gegen Chairman Roberto Quarta
Die Umstände des Rücktritts von CEO Martin Sorrell und die für ihn geplanten Bonuszahlungen haben die Aktionäre der weltgrößten Werbeholding verärgert. Fast 30 Prozent der Anteilseigner verweigerten dem Vergütungsreport, der die Bezahlung von Führungskräften regelt, die Zustimmung. Auch Executive Chairman Roberto Querta wurde abgewatscht. Gegen seine Wiederwahl sprachen sich am Mittwoch bei der Haupversammlung in London mehr als 15 Prozent der WPP-Aktionäre aus.
Sorrell war Mitte April nach mehr als 30 Jahren an der Spitze von WPP zurückgetreten, nachdem ihm "persönliche Verfehlungen "vorgeworfen wurden, die allerdings nie konkretisiert wurden. Auch bei der Hauptversammlung erklärte Chairman Quarta, dass WPP die Vorwürfe aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht öffentlich machen könne. Am Wochende hatten internationale Medien berichtet, Sorrell habe die Kosten für einen Bordellbesuch mit einer Firmenkreditkarte bezahlt. Ein Sprecher des 73-Jährigen hat die Vorwürfe energisch dementiert.


Den Unmut der Aktionäre erregt wohl vor allem, dass Sorrell als "Good leaver" behandelt wird und noch Anspruch auf Bonuszahlungen im Wert von insgesamt rund 20 Millionen Pfund hat. Zudem wird bemängelt, dass es keine Anti-Wettbewerbsklausel gibt, die Sorrell die direkte Aufnahme einer Konkurrenztätigkeit verbietet. Der Werbemanager hatte kurz nach seinem Ausscheiden bei WPP bekannt gegeben, dass er mit S4 Capital eine neue Dachgesellschaft gegründet hat, mit der er sich in der Kommunikationsbranche engagieren will.

Schon in der Vergangenheit gab es mehrfach zahlreiche Gegenstimmen bei der Verabschiedung des Vergütungsreports. Vielen WPP-Aktionären waren die Gehaltspakete von CEO Sorrell zu üppig. In der Spitze verdiente er mit sämtlichen Bonus- und Sonderzahlungen bis zu 90 Millionen Euro im Jahr. mam


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