"Hass ist für'n Arsch"

Philipp und Keuntje verwandelt rechte Hetze in weltoffenes Klopapier

Philipp und Keuntje und Goldeimer verwandeln Hass und Hetze in "weltoffenes, tolerantes Klopapier"
© Philipp und Keuntje
Philipp und Keuntje und Goldeimer verwandeln Hass und Hetze in "weltoffenes, tolerantes Klopapier"
Wie man Hass und rechte Hetze in etwas Positives verwandeln kann, haben Grabarz & Partner und GGH Lowe 2014 mit "Rechts gegen Rechts" gezeigt - und dafür zahlreiche nationale wie internationale Kreativpreise abgeräumt. Philipp und Keuntje (PuK) tut es den Hamburger Ortskollegen jetzt gleich - und macht aus den Wahlkampfmaterial von AfD, NPD und Co weltoffenes und tolerantes Klopapier.
"Hass ist für'n Arsch" - unter diesem Motto steht die humorvoll inszenierte Kampagne, die PuK gemeinsam mit dem gemeinnützigen Projekt Goldeimer aus St. Pauli umgesetzt hat. Bereits kurz vor der Bundestagswahl haben Kunde und Agentur hetzendes Wahlkampfmaterial eingesammelt und laut eigenen Angaben zu Klopapier "upgecycelt". Das Ergebnis ist die Sonderedition "Scheißpapier", die für 5 Euro auf der Goldeimer-Website vorbestellt werden kann und ab Dezember ausgeliefert wird. Das ganz besondere Klopapier besteht laut Angaben von PuK aus "23 Prozent reinem Hass, 29 Prozent feinster Hetze, 13,2 Prozent Wirtshaus-Know-how auf Bierdunst-Basis, 11 Prozent Deutsch-Dümmelei" und enthält Spuren von ganz gewöhnlichem Altpapier.


Und natürlich dient das Ganze dem guten Zweck: Der Gewinn aus den Verkäufen des "Scheißpapiers" geht an die Organisation CURA, die sich um Opfer rechter Gewalt kümmert. Unterstützt wird das Projekt von Aufstehen gegen Rassismus!, Suxeedo und SWAT.IO. Bereits vor der Bundestagswahl sorgte die Aktion in den sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit und war unter dem Hashtag #scheisspapier zeitweise Trending-Topic auf Twitter. Bereits vor der Produktion des Toilettenpapiers sammelten die Beteiligten so laut eigenen Angaben mehrere Tausend Euro an Spendengeldern ein.

Goldeimer hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit dem Verkauf von Klopapier und dem Betrieb von Komposttoiletten weltweit für den einfachen Zugang zu sanitären Anlagen stark zu machen. Dabei will das Projekt auch Verantwortung für gesellschaftliche Themen übernehmen und Haltung gegen Rassismus und Hetze zeigen. "Wir wollen eine nachhaltige, faire Wirtschaftswelt aufbauen, von der alle Menschen gleichermaßen profitieren, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität oder Sprache", heißt es von Goldeimer. tt
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