Grand Effie Trotz Rekruten-Kampagne weniger Freiwillige bei der Bundeswehr

Dienstag, 28. November 2017
der Auftritt "Die Rekruten" hat beim Effie den Grand Prix geholt
der Auftritt "Die Rekruten" hat beim Effie den Grand Prix geholt
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Bundeswehr Effie Opel Castenow Webserie Wehrpflicht


Erst Opel, jetzt die Bundeswehr. Manche beim Effie hoch dekorierte Kampagne bekommt im Nachhinein ein paar Kratzer ab. So konnte der 2015 mit einem goldenen Effie ausgezeichnete Opel-Auftritt offenbar nichts an den schwachen Absatzzahlen ändern, wie im Zuge des Unternehmensverkaufs an PSA deutlich wurde. Jetzt strahlt auch die vor kurzem gleich mehrfach beim Effie prämierte Webserie "Die Rekruten" nicht mehr ganz so hell.
Der Grund: Wie aus einer von der Nachrichtenagentur DPA verbreiteten Meldung hervorgeht, ist die Zahl der Bewerber, die sich für den freiwilligen Wehrdienst gemeldet haben, binnen Jahresfrist um 15 Prozent zurückgegangen. Mit der Serie "Die Rekruten" wollten die Bundeswehr und die verantwortliche Agentur Castenow in Düsseldorf nicht zuletzt für diese Dienstform trommeln - allerdings nicht nur. Die beim Effie vorgelegten Zahlen waren beeindruckend. So entsprachen die Presseberichte einem Mediaäquivalent von mehr als 4 Millionen Euro. Der Kanal verzeichnete nach wenigen Wochen über 40 Millionen Views und 270.000 Abonnenten. Die Karriereseite der Bundeswehr erzielte 40 Prozent mehr Zugriffe.
Die beeindruckende Bilanz galt nicht nur für die Mediawerte. Mit der Webserie sei es gelungen, die Bewerberzahlen in den Mannschafts- und Unteroffiziersgraden um insgesamt 20 Prozent zu steigern, teilten die Einreicher mit. Die Jury war angetan und vergab nicht nur eine silberne (Kategorie: Media) und eine goldene (Content Hero) Trophäe an die Kampagne, sondern auch den zum ersten Mal in den Geschichte des deutschen Effie verliehenen Grand Prix.

Eine Sprecherin der Bundeswehr kann in den jetzt bekannt gewordenen Zahlen keinen Dämpfer für den Erfolg der Kampagne sehen. So sei es bei der Webserie nicht ausschließlich darum gegangen, die Zahl der Bewerber für den freiwilligen Wehrdienst zu erhöhen. Dennoch habe man auch hier die Zielmarke erreicht. Mehr noch, es sei sogar gelungen, die Zahl der angepeilten Bewerbungen für die Grundausbildung zu übertreffen. Statt wie geplant 8500 hätten sich 8800 Interessenten gemeldet.

Dass dies dennoch einem Rückgang von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ‎entspricht, begründet die Bundeswehr-Sprecherin damit, dass man die Zielgröße diesmal bewusst niedriger angesetzt habe. Schließlich gehe es bei den Streitkräften nicht nur darum, Bewerber für die Grundausbildung zu gewinnen, sondern vor allem um neue Zeitsoldaten. Deren Bewerberzahl konnte laut Angaben der Sprecherin zuletzt um 3 Prozent erhöht werden. Über alle Gruppen hinweg ging die Zahl der Bewerbungen bei der Bundeswehr um 2 Prozent zurück. Die Bundesregierung hatte die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt. mam
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