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Kreativchef Florian Grimm steigt aus

Florian Grimm zieht sich aus privaten Gründen zurück
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Florian Grimm zieht sich aus privaten Gründen zurück
Die Hamburger Agentur GGH Mullen Lowe muss endgültig ohne ihren langjährigen Kreativchef Florian Grimm auskommen. Der 47-Jährige verlässt die Interpublic-Tochter mit sofortiger Wirkung. Die Trennung erfolge in bestem Einvernehmen und habe rein private Gründe, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Grimms Ausstieg kommt nicht völlig überraschend. Er hatte sich schon seit Anfang Januar eine Auszeit genommen.
Wer neuer Kreativchef von GGH wird, ist noch nicht klar. Vorerst werden seine Aufgaben auf die bestehenden CD-Teams verteilt. Mittelfristig soll es aber wieder einen CCO geben. Von den drei Namensgebern der Agentur ist nach dem Ausstieg von Grimm nur noch CEO Benedikt Holtappels an Bord. Sein Gründungspartner Nils Gallun, mit dem er die Agentur 1994 gestartet hatte, war bereits Ende 2016 aus dem operativen Geschäft ausgeschieden. Wie seinerzeit Gallun bleibt auch Grimm Gesellschafter der Agentur.


GGH hatte die Mehrheit der Firmenanteile 2014 an das Lowe-Netzwerk aus der Interpublic-Holding verkauft. Damals hieß es, dass sich die drei Chefs Holtappels, Gallun und Grimm vertraglich verpflichtet haben, für mindestens sieben weitere Jahre an Bord zu bleiben. Diese Klausel bezieht sich aber nur auf die Rolle als Gesellschafter und nicht auf Geschäftsführerpositionen, teilt die Agentur mit. Nach einer zwischenzeitlich schwierigen Phase mit dem Verlust des Etats von Seat konnte die Agentur ihr Geschäft zuletzt wieder ausbauen, unter anderem mit dem Gewinn der Mandate von Rossmann und Deutsche Bahn. Ein weiterer Neukunde soll demnächst präsentiert werden.

Grimm stieß 2003 zu der Agentur von Holtappels und Gallun. Er kam seinerzeit von Springer & Jacoby, wo er zahlreiche Kreativpreise gewonnen hatte. "Ich habe wahnsinnig gern hier gearbeitet. Das Team, mein Partner und der Spirit in der Agentur sind einfach besonders. Deshalb fällt mir der Abschied auch sehr schwer", sagt Grimm, der sich gleichzeitig für "das große Verständnis und die Flexibilität" bedankt, ihm einen schnellen Ausstieg zu ermöglichen. CEO Holtappels bedauert den Schritt seines langjährigen Kreativpartners und spricht von einer Zäsur für die Agentur. "Es gibt eben Dinge im Leben, die wichtiger sind als der Job", so Holtappels.


GGH Mullen Lowe beschäftigt im Stammhaus in Hamburg aktuell 85 Mitarbeiter. Hinzu kommen 16 am Standort Frankfurt. Außerdem gibt es seit Ende 2016 eine Niederlassung in München. Auf der Kundenliste stehen Unternehmen wie Eon, Fielmann, Ikea, Unilever und Union Investment. mam
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