Führungswechsel bei BBDO Düsseldorf

Bittermann und Hollander gehen, Hammer und Kölblin steigen auf

So sieht das neue Führungsteam von BBDO Düsseldorf aus
BBDO Germany
So sieht das neue Führungsteam von BBDO Düsseldorf aus
Bei der Werbeagentur BBDO Düsseldorf gibt es zum 1. April einen Wechsel an der Spitze. CEO Dirk Bittermann und CCO Ton Hollander verlassen die Omnicom-Tochter. Sie wollen sich neuen beruflichen Aufgaben stellen. Dafür rücken der bisherige Chef der noch kleinen Hamburger Niederlassung Patrick Hammer und der auf Gruppenebene für Neugeschäft und Unternehmensstrategie verantwortliche Manager Cornelius Kölblin an die Spitze des BBDO-Stammhauses am Rhein.
Die beiden neuen Verantwortlichen führen die Agentur gemeinsam mit Kreativgeschäftsführer Kristoffer Heilemann und Digitalchef Patrick Holtkamp, die schon länger an Bord sind. Zudem steigen die Kreativen Tobias Feige und Daniel Haschtmann in die Geschäftsleitung auf. Einen Standort-CEO und -COO wird es nicht mehr geben. "Die Titelfrage war in den Gesprächen mit den kommenden Geschäftsführern nicht relevant. Einen primus inter pares braucht es in der künftigen Konstellation nicht", sagt Frank Lotze, CEO der übergeordneten Holding BBDO Germany.

Der bisherige Standortchef Dirk Bittermann will sich neuen Aufgaben widmen
Der bisherige Standortchef Dirk Bittermann will sich neuen Aufgaben widmen (© BBDO Germany)
Der Wechsel an der Spitze kommt einigermaßen überraschend, vor allem der Abgang von Kreativchef Ton Hollander. Er war erst Mitte 2016 zum CCO von BBDO Düsseldorf ernannt worden, nachdem er eigentlich schon bei Ogilvy unterschrieben hatte. Mit der Option, die Führung der Kreation in Düsseldorf übernehmen zu können, hatten die Gruppenchefs ihn aber noch mal umstimmen können. "Ich denke, letztlich waren die Erwartungshaltungen hinsichtlich der kreativen Standortführung nicht ganz deckungsgleich. Insofern hat Ton, den ich als kreativen Kopf sehr schätze, jetzt für sich die Konsequenzen gezogen", sagt Lotze zur Trennung. Wohin es Hollander zieht, ist nicht bekannt. Ebenso wenig, wo der bisherige Bittermann künftig arbeiten wird. Laut offizieller Mitteilung wollen sie unabhängig voneinander neue Aufgaben übernehmen.

Bittermann war 17 Jahre für BBDO Düsseldorf tätig, seit 2011 als Standortchef. "Ich hatte eine tolle Zeit bei BBDO, aber nach so vielen Jahren will ich noch mal was anderes machen", sagt der 46-Jährige. Bezüglich seiner nächsten Station hält er sich bedeckt: "Ich führe Gespräche, aber noch ist nichts spruchreif." Beiden scheidenden Managern dankt Gruppenchef Lotze für die geleistete Arbeit und wünscht ihnen "für ihre private und berufliche Zukunft das Allerbeste". Die Beschreibung der Qualitäten der neuen Führung hört sich hingegen nicht mehr ganz so freundlich für Bittermann und Hollander an - wenn man sie als Abgrenzung versteht. "Das neue Management steht für einen disziplinoffenen, kollaborativen Führungsstil, für den Ausbau der strategischen Kooperationen und für innovative Ansätze in der Markenkommunikation", so Lotze.

Ebenfalls nicht mehr Teil der Geschäftsführung ist Beratungsgeschäftsführer Holger Bengel. Er zieht sich auch auf eigenen Wunsch aus dem Führungsteam zurück. "Holger Bengel ist es aus privaten Gründen derzeit nicht möglich, für uns zu arbeiten. Das müssen wir respektieren", erklärt Lotze. Bengel war seit Anfang 2011 für die Agentur tätig und kümmerte sich unter anderem um den langjährigen Kunden Dr. Oetker. Er kam seinerzeit von Ogilvy.

Das Gleiche gilt für Standort-Kreativchef Ton Hollander
Das Gleiche gilt für Standort-Kreativchef Ton Hollander (© BBDO Germany)
Wie im Zuge des jetzigen Umbaus bekannt wird, gehört auch Sue Nisbet, COO der Schwesteragentur Proximity Worldwide, nicht mehr der Geschäftsführung von BBDO Düsseldorf an. Sie konzentriert sich ausschließlich auf ihre Aufgaben bei Proximity. 2015 war sie zusammen mit Bittermann und Darren Richardson (heute bei Havas) als Führungstrio für beide Marken eingesetzt worden. Jetzt agieren BBDO Düsseldorf und Proximity Worldwide wieder mit jeweils eigenen Führungsteams.

Der neue Co-Chef Hammer ist erst seit Anfang 2018 bei BBDO unter Vertrag. Er wechselte von Thjnk. Zuvor war er für Jung von Matt tätig. Bei seiner Verpflichtung hieß es, der 35-Jährige solle das neue Hamburger Büro von BBDO aufbauen. In dem jetzigen Modell bleibt er auch weiterhin für diesen Standort verantwortlich, die Niederlassung an der Elbe soll aber enger als bislang mit dem Stammhaus in Düsseldorf verzahnt werden. "Hamburg ist neben Düsseldorf und Berlin ein zusätzlicher Kreativhub. Und ein attraktiver Standort, der uns große Chancen bietet, weitere kreative Talente zu gewinnen", sagt Lotze.

Kölblin, 36, war bislang als Leiter Neugeschäft und Unternehmensstrategie auf Gruppenebene tätig. Davor arbeitete er für den Autobauer BMW, unter anderem für die Marke BMW i. Bei BBDO war an mehreren Etatgewinnen beteiligt. Besonders gut lief es in Sachen Neugeschäft im Jahr 2016. Damals wurden unter anderem Mandate von Deutsche Bahn, Generali, Douglas und Manufactum gewonnen. Im vorigen Jahr blieb es bei BBDO in dieser Hinsicht etwas ruhiger. Zudem ging die Zusammenarbeit mit Douglas schon wieder zu Ende. Dennoch zeigt sich Gruppenchef Lotze zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Agentur. Konkrete Zahlen nennt die Omnicom-Tochter anders als in den Vorjahren bislang nicht. mam

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