Free the Bid

Das sind die 10 besten deutschen Werbefilmregisseurinnen

Hanna Maria Heidrich drehte dieses Jahr den Superbowl-Spot für Pepsi
© Hanna Maria Heidrich
Hanna Maria Heidrich drehte dieses Jahr den Superbowl-Spot für Pepsi
Vor einigen Tagen hat die weltweite Initiative Free The Bid ihre Aktivitäten in Deutschland aufgenommen. BBDO und Serviceplan unterstützen das Anliegen bereits, bei dem es darum geht, dass bei Pitches um Werbefilmaufträge verstärkt auch weibliche Regisseure angefragt werden. Zum Weltfrauentag hat sich HORIZONT in der Branche umgehört und präsentiert zehn der besten Werbefilmerinnen aus Deutschland.
Die ausgewählten Regisseurinnen haben entweder bereits eine beeindruckende Vita hinter sich oder gelten derzeit an angesagte Newcomerinnen. Eines haben (fast) alle gemeinsam: Sie sind bereits Teil der großen, internationalen Free-the-Bid-Bewegung, die vor rund anderthalb Jahren von der preisgekrönten Regisseurin Alma Har'el ins Leben gerufen wurde. Seither hat Har'el mehr als 400 Regisseuren in ihrem Netzwerk versammelt, davon kommen mehr als 30 aus Deutschland. Seit kurzem featured die Website der Initiative außerdem Kamerafrauen und Cutterinnen. Zahlreiche namhafte Agenturen und Unternehmen haben sich bereits den Zielen der Organisation verpflichtet: Neben BBDO und Serviceplan sind das beispielsweise BBH, CP&B, DDB, McCann, und Y&R sowie Airbnb, Coca-Cola, Diageo und Levi’s, um nur einige wenige zu nennen.


Die deutsche Botschafterin von Free The Bid ist die Regisseurin Elisha Smith Leverock. "Uns geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und den Blickwinkel zu erweitern", sagt sie. Außerdem will sie die Werbefilmerinnen, die hierzulande tätig sind, ausfindig machen, miteinander vernetzen und ihnen eine Stimme geben. Bei Free the Bid geht es zwar auch um Quote, aber nicht um jeden Preis, sondern vielmehr darum, die weiblichen Talente sichtbarer zu machen.

Zu den besten Werbefilmregisseurinnen auf dem deutschen Markt zählen (in alphabetischer Reihenfolge)

1.

Wiebke Berndt (via N-O-Agency)

Wiebke Berndt arbeitete erst als Fotografin und wechselte anschließend ins Regiefach
© N-O-Agency
Wiebke Berndt arbeitete erst als Fotografin und wechselte anschließend ins Regiefach
Die Filme von Wiebke Berndt zeichnen sich durch feinsinnigen Humor, starke Looks und präzise Schauspielerführung aus. Den Blick dafür entwickelte sie bereits während ihrer Ausbildung zur Fotografin und dem anschließenden Studium der visuellen Kommunikation an der Kunstakademie in Berlin. Schon damals realisierte sie Designs und Trailer für Kino und Fernsehen, später kamen Musikvideos und Werbespots hinzu. Zu ihren Referenzen gehören nationale und internationale Projekte für Auftraggeber wie Beiersdorf, Coca-Cola, HSBC, Mastercard, Renault und Volkswagen.

2.

Arabella Bartsch (via Bite Management und Doity)

Arabella Bartsch startete ihre Karriere als Journalistin
© Bite Management
Arabella Bartsch startete ihre Karriere als Journalistin
Sie wechselte vom TV-Journalismus bei ZDF Digital ins Regiefach. Dort startete Arabella Bartsch mit Branded Content und Dokumentationen. Im Laufe der Zeit fing sie an, mit unterschiedlichen Genres zu experimentieren. Dabei lässt sich Bartsch gerne von starken Frauen inspirieren, was sich auch in ihrer Bildsprache niederschlägt: Ihr Management beschreibt es als modernen Feminismus mit einem besonderen Dreh. Neben diversen Musikvideos für die deutschen Musiker KAIND, Haftbefehl und SXTN drehte sie Filme im Auftrag von Red Bull TV, Bebe und Listerine. Ihr Kurzfilm "Crushed by her" sorgte 2016 beim 99Fire Film Festival für Aufmerksamkeit.


3.

Viviane Blumenschein (via Markenfilm oder Tony Petersen Film)

Viviane Blumenschein ist als Dokumentar- und Werbefilmerin erfolgreich
© Markenfilm
Viviane Blumenschein ist als Dokumentar- und Werbefilmerin erfolgreich
Viviane Blumenschein gelingt wie kaum einer anderen der Spagat zwischen preisgekrönten Dokumentarfilmen und Werbespots. Mit Werken wie "Dance for All" und "Mittsommernachtstango" begeisterte sie die kritischen Feuilletonschreiber. Im Auftragsbereich hat die studierte Kulturwissenschaftlerin Filmen für Kunden wie World Vision, Glenfiddich und der Deutschen Fernsehlotterie mit ihrem eindringlichen Blick auf die Welt eine besondere Note verliehen. Ihr Stil zeichnet sich durch starke visuelle und künstlerische Konzepte aus.

4.

Iwona Bielecka (via Gesa Management)

Iwona Bielecka hat 2017 ihren ersten Cannes-Löwen gewonnen
© Gesa Management
Iwona Bielecka hat 2017 ihren ersten Cannes-Löwen gewonnen
Die Nachwuchsregisseurin Iwona Bielecka wurde 2016 von dem Branchenmagazin "Shots" als New Director of the Year" gefeiert. Mit ihrem Stil begeistert sie jetzt schon internationale Kunden wie zuletzt Sprite UK. Ihr Film "The Wheelchair Hour" für Akademia Auto Swiat gewann 2017 Bronze bei den PR Lions in Cannes. Mit dem Film "#Womenemployed" setzt sie sich gegen Ungerechtigkeiten gegen Frauen im Arbeitsleben ein. Damit sie selbst nicht in die typische "Frauenregisseurinnen"-Schublade gesteckt wird, die primär aus Beauty-, Fashion- und Kinderspots besteht, dreht sie neben ihren Auftragsarbeiten weiterhin Kurzfilme und Spec-Spots.

5.

Marieli Fröhlich (via Trinity Agency und 539090)

Marielie Fröhlich bekam die Liebe zum Film bereits in die Wiege gelegt
© 539090
Marielie Fröhlich bekam die Liebe zum Film bereits in die Wiege gelegt
Die Österreicherin Marieli Fröhlich entdeckte ihre Liebe zum Film schon als Kind – im Arthouse-Kino ihres Vaters. Als Teenager und junge Erwachsene brillierte sie vor der Kamera in Filmen von Claude Chabrol und Peter Patzak, später gewann sie unzählige Kreativpreise für Werbefilme, bei denen sie hinter der Kamera stand. Fröhlich ist bekannt für ihren Perfektionismus und ihr unermüdliches Streben nach der besten Qualität, ganz gleich, ob es um das besondere Casting, die raffinierte Art Direction oder die opulente Kinematografie geht. Zu ihren unzähligen Auftraggebern gehören Audi, Bank Austria, Ferrero, Milka, Nivea, Mazda und Toyota.

6.

Chiara Grabmayr (via Stink Film)

Chiara Grabmayr hat sich mit "Moonjourney" einen Namen gemacht
© Chiara Grabmayr
Chiara Grabmayr hat sich mit "Moonjourney" einen Namen gemacht
Mit ihrem filmischen Debüt "Moonjourney" begeisterte Chiara Grabmayr die ganze Welt. In den letzten zwei Jahren räumte sie mit ihrem Abschlussprojekt der Werbemasterclass der HFF München unter anderem den Young Director Award in Cannes sowie den Junior Grand Prix beim Art Directors Club für Deutschland ab. Seitdem hat sie einen Lauf: Ende 2017 durfte sie für Serviceplan den großen Penny-Weihnachtsfilm "#zeitsichzuversoehnen" realisieren. Als Nächstes dreht sie fürs ZDF die Webserie "Fett & Fett", bei der sie nicht nur Regie führt. Auch die Idee und das   Drehbuch stammen von ihr. Weitere Spots hat sie zuletzt für Generali und Paypal realisiert.

7.

Hanna Maria Heidrich (via Anorak Film)

Hanna Maria Heidrich drehte dieses Jahr den Superbowl-Spot für Pepsi
© Hanna Maria Heidrich
Hanna Maria Heidrich drehte dieses Jahr den Superbowl-Spot für Pepsi
Hanna Maria Heidrich gehört im Regiefach bereits zu den ganz Großen: Von ihr stammt der diesjährige Superbowl-Spot für Pepsi. Die Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg hat in den Jahren 2010/2011 so ziemlich jeden Nachwuchspreis gewonnen, den man sich vorstellen kann – vom ADC über First Steps bis hin zum Young Director Award in Cannes. Ihre Karriere ging bisher immer nur in eine Richtung: steil bergauf. Ihr Showreel zeigt ihre erstaunliche Bandbreite, wenngleich sie von sich selbst sagt, dass Storytelling ihr am meisten liegt. Ihr jüngstes Projekt hat sie für Vodafone realisiert. Als nächstes würde sie gerne für eine Automarke arbeiten.

8.

Mona El Mansouri (via Soup Film)

Mona El Mansouri ist schon seit 20 Jahren erfolgreich im Geschäft
© Mona El Mansouri
Mona El Mansouri ist schon seit 20 Jahren erfolgreich im Geschäft
Ihr ist es schon vor 20 Jahren gelungen, in einer von männlichen Kollegen dominierten Welt ein Zeichen zu setzen: Mona El Mansouri. Hartnäckigkeit habe ihr bei ihrer Karriere stets geholfen, erklärt die heute 50-Jährige. Und manchmal musste sie eben doppelt hartnäckig sein, um nicht in der Klischeekiste zu landen. Trotzdem hat es lange gedauert, bis sie ihren ersten Autospot für Volkswagen drehen durfte. Seither sind einige dazugekommen. Ihr jüngstes Werk ist ein Film ohne Auftraggeber: In "Lost Chances" beschreibt die leidenschaftliche Geschichtenerzählerin auf sehr emotionale Weise die schwierige Beziehung zwischen Vater und Sohn.

9.

Elisha Smith-Leverock (via Markenfilm und Jo! Schmid)

Elisha Smith-Leverock ist die deutsche Botschafterin von Free The Bid
© Elisha Smith-Leverock
Elisha Smith-Leverock ist die deutsche Botschafterin von Free The Bid
Bei der Bewegtbildkonferenz Ciclope hörte Elisha Smith-Leverockerstmals von Free The Bid und wollte unbedingt Teil der Bewegung werden. Als deutsche Botschafterin von Free The Bid will sie vor allem für eine bessere Vernetzung der weiblichen Regisseure sorgen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es ist, sich als Frau im Regiebereich breit aufzustellen und gegen Stereotype zu kämpfen. Ihr jüngster Werbespot für die Schweizer Marke Emmi ist seit Anfang dieser Woche on air. Zu ihren Referenzen zählen außerdem Airbnb, Fanta, Lidl und McDonald’s sowie der britische Online-Fashionhändler Boohoo, für den sie den Diversity-Spot "#Allgirls" realisiert hat.

10.

Coco Winter (via Fröhlich Management)

Coco Winter hat bereits mehr als 300 Werbespots realisiert
© Fröhlich Management
Coco Winter hat bereits mehr als 300 Werbespots realisiert
Coco Winter startete ihre Karriere zunächst als Art-Direktorin in der Werbung. 2001 entschloss sie sich, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und Vollzeit als Regisseurin zu arbeiten. Seither stand sie bei mehr als 300 Werbefilmen hinter der Kamera. Ihre frühere Karriere als Art-Direktorin zeigt sich immer noch in ihren detailverliebten Arbeiten. Zu ihren Auftraggebern zählen Werbungtreibende wie Beiersdorf, Ferrero, Kraft Foods, Henkel, Lidl, Tchibo und WMF. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählt die diesjährige Weight-Watchers-Kampagne "Your Way", die sie mit TBWA und Soup Film realisiert hat. bu
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