Fernet-Branca-Diskussion

Werberat legt Brinkert-Beschwerde ad acta

Darf in Ottensen hängen bleiben: das Fernet-Branca-Motiv, das vor zwei Wochen die Gemüter der Werbebranche erhitzt hat
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Darf in Ottensen hängen bleiben: das Fernet-Branca-Motiv, das vor zwei Wochen die Gemüter der Werbebranche erhitzt hat
Es war ein kurzer, dafür aber umso heftigerer Sturm, der vor zwei Wochen um ein Werbeplakat von Fernet Banca toste. Stein des Anstoßes war ein Motiv mit der Headline "Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es Werber. Life is bitter", geschaltet im Hamburger Stadtteil Ottensen. Raphael Brinkert, Geschäftsführer von Jung von Matt/Sports fand diesen Text derart daneben, dass er Beschwerde darüber beim Deutschen Werberat eingelegt hatte.
Das Gremium hat nun seine Entscheidung getroffen: Es liege kein Verstoß gegen die Verhaltensregeln vor. Weder sei die Grenze zur Diskriminierung einer Personengruppe überschritten noch sei die Anzeige geeignet, unsoziales oder aggressives Verhalten zu fördern. Darüber hinaus stellt der Werberat fest, dass es sich um "eine selbstironische Auseinandersetzung eines Werbetexters mit dem eigenen Berufsstand handelt".

Für den Fernet-Branca-Importeur Borco branchte die ganze Angelegenheit jede Menge willkommene PR. Auch jetzt reagiert das Unternehmen prompt: "Wir freuen uns darüber, dass das Gremium des Werberats unsere Ansicht weitestgehend teilt und laden Herrn Brinkert bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit gern auf einen versöhnlichen Fernet-Branca ein", heißt es von Unternehmensseite.
Brinkert selbst hat bei Facebook schon vorletzte Woche ein versöhnliches Statement in Bildform abgegeben und damit klar gemacht, dass er durchaus auch über sich selbst lachen kann, im Zweifel dann aber doch lieber mit Jägermeister anstößt. bu


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