Expansion

Britische Agenturgruppe Engine kommt nach Deutschland

Simon Peck (l.) verantwortet das europäische, Bodo Schiefer das deutsche Geschäft von Engine
© Thomas Dahmen
Simon Peck (l.) verantwortet das europäische, Bodo Schiefer das deutsche Geschäft von Engine
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Auch wenn die Übergangsphase noch bis Ende 2020 andauern wird, beschäftigt sich nicht nur die Industrie, sondern auch die Agenturbranche mit den Auswirkungen des bevorstehenden Brexit. Das gilt vor allem für Anbieter, die ihren Hauptsitz auf der britischen Insel haben. Eine davon ist die Engine-Gruppe, mit einem Umsatz von rund 90 Millionen Pfund die Nummer 5 in Großbritannien. Nicht zuletzt, um sich unabhängiger von ihrem Heimatmarkt zu machen, startet die Agentur jetzt einen Ableger in Deutschland.
An der Spitze der deutschen Filiale steht der bisherige Grey-Manager Bodo Schiefer. Der 48-Jährige verfügt über Know-how im Aufbau von Zweigstellen englischer Agenturen. So hat er für die Firma Burrows, die zum Wunderman-Netzwerk von WPP gehört, vor einigen Jahren schon einmal eine deutsche Filiale etabliert. Internationale Erfahrung hat er zudem in seiner Zeit bei Grey London gesammelt, wo er für den damaligen Kunden Allianz tätig war. Bei Grey Düsseldorf war er seit 2012 zunächst als Client Service Director und zuletzt als Unit-Leiter tätig. Zu Engine ist er jetzt via Headhunter gestoßen. Er berichtet an Europamanager Simon Peck.


Engine war 2005 durch einen Management-Buyout der renommierten Londoner Agentur WCRS bei Havas entstanden. In den USA, wo Engine ebenfalls vertreten ist, erzielt man sogar noch mehr Umsatz als im Heimatmarkt Großbritannien. Genaue Zahlen für das US-Geschäft nennt das Unternehmen aber nicht. Nur so viel: Auf den digitalen Bereich entfallen weltweit rund 60 Prozent der Umsätze, 25 Prozent stammen aus dem Sektor Werbung. Insgesamt verfügt die Gruppe über 2500 Mitarbeiter, am Stammsitz in London sind 800 Mitarbeiter unter einem Dach untergebracht.

Engine Deutschland muss zunächst kleinere Brötchen backen. Derzeit läuft die Rekrutierungsphase, bis Ende des Jahres sollen zehn Mitarbeiter an Bord sein. Die Planungen sehen vor, das Team bis Ende 2019 auf 20 Mitarbeiter zu verdoppeln. Einen festen Startkunden für das Düsseldorfer Büro gibt es nicht. Trotzdem hat die Agentur eine Basis, auf der sie aufsetzen kann. So betreut Engine beispielsweise den Energiekonzern Eon. Anfang voriger Woche startete eine große Kampagne für dessen Smart-Home-Angebote, zu der Engine den TV-Spot beigesteuert hat. Die Federführung für den Auftritt liegt bei der Hamburger Agentur GGH Mullen Lowe. mam


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