Eckart von Hirschhausen

"Kreative Menschen sind besonders gefährdet, sich zu überfordern"

Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit HORIZONT Online und Diconium
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Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit HORIZONT Online und Diconium
Eckart von Hirschhausen ist jemand, der sich gerne mit kreativen Menschen umgibt. Dass der Mediziner, der zuletzt vor allem als TV-Moderator ("Hirschhausens Check-up") und als Maskottchen von "Stern gesund leben" von sich reden machte, Ende letzter Woche beim ADC-Festival vorbeischaute, ist daher kein Wunder. HORIZONT Online und Diconium haben ihn dort zum Video-Interview getroffen. Was der Mediziner zum Arbeiten in der Kreativindustrie sagt, dürfte nicht jedem gefallen.
Von Hirschhausen macht keinen Hehl daraus, dass er die gegenwärtige Belastung, der Kreative im Job in der Regel ausgesetzt sind, für nicht gesund hält. "Menschen sind nur so gut wie ihre Umgebung", sagt von Hirschhausen. Das Problem sei, dass kreative Menschen häufig ausgepresst würden wie Zitronen. Wenn Menschen übernächtigt seien und bis 3 Uhr morgens an einer Präsentation arbeiteten, dann sei das aber eben kein Zeichen von Kreativität.

Aus Sicht des Mediziners kann das sogar nach hinten losgehen. Das Sprichwort "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" sei auf diesen Job nur bedingt anwendbar. "Wer bei kreativen Berufen kein Vergnügen hat, der macht etwas falsch und brennt aus", warnt von Hirschhausen - und ruft dazu auf, die seelische Gesundheit nicht aus dem Auge zu verlieren. Vor allem kreative Menschen seien gefährdet, sich zu überfordern. mas


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