Comvergence Ranking

Mediacom liegt an der Spitze

Mediacom-Chef Tino Krause
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Mediacom-Chef Tino Krause
Im deutschen Markt hat die Group-M-Tochter Mediacom im vorigen Jahr am meisten Geschäftsvolumen gewinnen können. Das geht aus einer Auswertung des Pariser Mediaforschungsinstituts Comvergence hervor. Mit Neugeschäft im Wert von insgesamt 731 Millionen US-Dollar rangiert die Agentur von CEO Tino Krause auf Platz 1. Schaut man sich die Zahlen genauer an, relativiert sich die Aussage allerdings. Denn der Großteil des Volumens resultiert aus der Verteidigung bestehender Mandate vor allem bei Procter & Gamble und Coca-Cola.
Betrachtet man nur das reine Neugeschäft - also Etats, die bislang nicht betreut wurden -, fällt die Bilanz deutlich weniger eindrucksvoll aus, dann addiert Mediacom "nur" noch rund 62 Millionen Dollar. In dieser "Netto"-Betrachtung liegt die Schwesteragentur Mindshare mit einem Volumen von 210 Millionen Dollar vorn. Sie kam unter anderem mit der Deutschen Telekom ins Geschäft. Zu den ebenfalls erfolgreichen Netto-Gewinnern gehören Zenith (plus 170 Millionen Dollar) und PHD (plus 103 Millionen Dollar).


In der Gesamtauswertung (Neugeschäft, Etatverluste, Etatverteidigungen) folgen hinter Mediacom die Agenturen Mindshare, Initiative, Carat und Zenith. Bei den übergeordneten Holdings belegt Group M (WPP) mit einem 2017 eingefahrenen Gesamtvolumen von 636 Millionen Dollar den ersten Platz. Dahinter rangieren Publicis Media (258 Millionen Dollar), Dentsu Aegis Network (211 Millionen Dollar), Mediabrands (200 Millionen Dollar) und Mediaplus (78 Millionen Dollar). Bei Publicis Media schlägt vor allem der Gewinn des Mediaetats von L'Oréal positiv zu Buche.

Für das Ranking wurden insgesamt 75 Pitches und Etatbewegungen mit einem Gesamtwert von rund 2,8 Milliarden Dollar ausgewertet. Mit einem Volumen von etwas über 2 Milliarden Dollar dominierten dabei die lokalen Pitch-Aktivitäten. Bei rund 1,3 Milliarden Dollar der ausgeschriebenen Mediabudgets ging es um Etatverteidigungen. Die veranschlagten Volumen basieren auf Nielsen-Zahlen (brutto), die pauschal um die Hälfte gekürzt wurden. mam
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