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Tino Krause
Kurt Steinhausen
Beach-Partys, Bars, Networking und Co

Das erwarten die deutschen Juroren von den Cannes Lions - Teil 2

Tino Krause
Für Florian Weischer, den deutschen Festivalrepräsentanten der Cannes Lions, steht fest: "In der Cannes-Jury dabei zu sein ist eine noch größere Ehre als einen Löwen zu gewinnen." Ingesamt 16 deutsche Kreative sind dieses Jahr an der Côte d’Azur dabei und bewerten Abertausende von Einsendungen in 14 von insgesamt 26 Hauptkategorien. HORIZONT hat die deutschen Juroren gefragt, was sie von der Festivalwoche erwarten und worauf sie sich freuen.
von Bärbel Unckrich Mittwoch, 13. Juni 2018
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Neben Strand, Bar und jeder Menge Rosé warten einige vor allem gespannt auf den ersten Auftritt von Sir Martin Sorrell nach seiner WPP-Ära. Und sonst so? An die Fußball-WM und womöglich verpasste Spitzenspiele denkt tatsächlich nur einer. Der Rest ist hoch motiviert und bereitet sich gedanklich schon auf viele Stunden in klimatisierten Juryräumen vor.


In Teil 2 der großen HORIZONT-Umfrage unter den deutschen Juroren komplettieren Andreas Bahr (Fluent), Oliver Drost (Deepblue), Tino Krause (Mediacom), Mirko Kaminski (Achtung), Patrick Ackmann (Wefra), Nils Rottsahl (Edelman), Christiane Bausback (N+P Industrial Design) und Lena Obara (Sector C) die Umfrage.

Andreas Bahr, Fluent

Fluent-Vorstand Andreas Bahr freut sich über den Neukunden Wempe
© Fluent
Fluent-Vorstand Andreas Bahr freut sich über den Neukunden Wempe
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Media Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Das müssten Sie ja eigentlich die Verantwortlichen fragen, die das entschieden haben ;-). Aber ich denke zum einen, weil wir mit unserem neuen Agenturmodel für Qualität und interdisziplinäres Arbeiten stehen und zum anderen geht es um Integrität, Engagement und Erfahrung.

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? Ich hoffe auf inspirierende Ideen, Kampagnen und Events/Awards; interessante Menschen und Vorträge, aber natürlich auch den German Beach von Weischer – und all das, was der eng getaktete Zeitplan sonst spontan noch zulässt.


Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Nicht entweder oder, sondern in Reihe. Definitiv erst Beach, dann jedoch erstmal Restaurant und dann Gin Tonic in der Bar. Nach 4-5 Tagen Jury-Arbeit in vollklimatisierten Räumen brauche ich jedoch zuallererst Licht und Wärme.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „The Return of the Good“ oder auch „Das fünfte Element”.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Puh, das ist ja die Frage schlechthin für eine einsame Insel, was Cannes ja wahrlich nicht ist. Aber ich sage mal: iPhone, Kulturbeutel und Kreditkarte.

Oliver Drost, Deepblue

Oliver Drost wurde in den Vorstand von Deepblue berufen
© Agentur
Oliver Drost wurde in den Vorstand von Deepblue berufen
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Mobile & Screens Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Die Kategorie scheint doch einfach weiter „Mobile" zu heißen, denn bisher konnte ich keine weitere Beschreibung des Zusatzes „Screens“ entdecken. Weder auf der Cannes-Lions-Homepage noch in den Unterlagen, die ich erhalten habe. Bin gespannt, ob sich da noch etwas tut. Zum Thema „Mobile“ habe ich aufgrund unserer Agenturausrichtung eine klare Haltung. Hier sehne ich mich nach relevanten Ideen, Tools und Services, die reale Probleme mittels neuer technischer Möglichkeiten lösen. Ich denke, dass es in Cannes darum geht, verschiedenste Perspektiven mit in den Juryraum zu bringen und sich dazu auszutauschen. Da werde ich mein Bestes geben.

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? Ich war ja noch nie Cannes-Juror, aber wenn ich das richtig einschätze, wird während der Jurytage für andere Dinge kaum Zeit bleiben. Ich hänge allerdings noch zwei Tage dran und da schaffe ich bestimmt noch einiges.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Beach oder Bar? Kann man ja auch kombinieren!

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „Flamingos, die auf Delfinen surfen“

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Jogging-Schuhe, Sonnenbrille, jede Menge gute Laune. 

Tino Krause, Mediacom

Tino Krause
© Kurt Steinhausen
Tino Krause
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Media Pre-Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Mein absoluter Treibstoff ist die Neugier. Ich bin von Natur aus offen für Neues. Genau aus diesem Grund freue ich mich sehr darauf, alle Ideen und Projekte ehrlich zu bewerten.

Was steht während des Festivals ganz oben auf Ihrer Agenda? Wie in meiner täglichen Arbeit gilt auch für Cannes: im Mittelpunkt steht der Mensch. Was gibt es Schöneres, als einige der kreativsten Menschen überhaupt kennenzulernen?!?!

Nach einem anstrengenden Business-Tag in Cannes: Beach oder Bar? Ganz klare Antwort: beides! Ich werde nach einem langen Tag erstmal etwas laufen, dann an den Strand und später in eine Bar…

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? "Before creation comes disruption".

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Laufschuhe, Smartphone, Zahnbürste. 

Mirko Kaminski, Achtung

Mirko Kaminski
© achtung!
Mirko Kaminski
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der PR Pre-Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Oh, jetzt ist Vorsicht geboten. Denn die Frage soll offenbar Eigenlob provozieren. Und das stinkt bekanntlich. ;-) Ich war ja schon mal in der Cannes Lions Jury. Und ich weiß, dass im Hintergrund des Jurierens so ein Scoring-Programm läuft. Das heißt: Die Arbeit und „Performance“ eines jeden Jurymitglieds wird bewertet. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. Wie ist die Bewertung durch den Juryvorsitzenden? Wie intensiv hat sich der einzelne eingebracht? Ist es einem Juror mal gelungen, die Diskussion zu drehen? Offenbar habe ich da seinerzeit nicht ganz so schlecht angeschnitten.

Was steht während des Festivals ganz oben auf Ihrer Agenda? Am gespanntesten bin ich darauf, was unsere Junioren dort auf die Beine stellen werden. Bei uns haben sich intern vier Juniorinnen mit eigenen Broadcasting-Konzepten für Cannes qualifiziert. Die wohnen mit anderen Achtung!s in unserem Cannes Haus und werden nach dem Motto „Heute kann jeder Broadcaster sein“ täglich ihr „Programm“ senden – unter anderem in den Instastories, aber auch ein englischsprachiger Podcast ist dabei. Ansonsten gehts mir vor allem um Begegnungen. Vorträge, Präsentationen, Award-Shows sind zwar anregend, aber am inspirierendsten sind oft die persönlichen Gespräche – gerade die mit klugen Köpfen aus aller Welt. 

Nach einem anstrengenden Business-Tag in Cannes: Beach oder Bar? Unter anderem ist in Cannes ja so großartig, weil BEIDES gleichzeitig geht und es genug Möglichkeiten gibt, sich mit anderen am Strand und bei Rosé oder Mineralwasser auszutauschen. Das ist auch DIE Gelegenheit, von einer Akkumulation an Eindrücken zu profitieren. Wenn Du abends 25 Leute fragst, was denn das Spannendste gewesen ist, was sie so am Tag gesehen, gelernt und erlebt haben, kriegst Du eben am meisten mit. Ähnliches gilt auch für zum Beispiel die SXSW. Wenn Du tagsüber 5, 6 Sessions besuchst, dann ist das eben nur ein Bruchteil des Gesamtangebotes. Hörst Du von anderen, was sie so mitgenommen haben, wird das Bild größer.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Es kann gar nicht den einen Cannes-Werbespot geben. Denn Cannes ist für jeden anders. Jeder fährt da ja mit individuellen Zielen hin. Die einen wollen vor allem lernen und sich inspirieren lassen. Andere reisen hin, um Mitarbeiter zu rekrutieren. Wiederum andere wollen dort Geschäft machen beziehungsweise Kunden gewinnen. Andere begleiten Kunden und kuratieren für diese ein Cannes-Programm. Es gibt also nicht das eine Cannes-Erlebnis. Daher müsste es wohl 10 oder 15 Spots geben, die via Facebook zielgruppengenau auszurollen wären.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Da man ja vor Ort alles kaufen kann, wären es vor allem weitere drei junge Mitarbeiter, die ich „einpacken“ würde. Meine Erfahrung ist: Wenn Junioren erstmals in Cannes sind, springt dort ein gewaltiger Funke über und entfacht etwas Großes. Und dieses Feuer wird anschließend mit in die Agentur gebracht. Junge Mitarbeiter nach Cannes zu bringen, ist eines der besten Investments, die eine Agentur tätigen kann.

Patrick Ackmann, Wefra

Patrick Ackmann
© Wefra
Patrick Ackmann
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Healthcare Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Irgendwer wird gesagt haben, der Ackmann macht seinen Job ganz ordentlich, fragt den mal. Aber um es auf Fakten runterzubrechen: Wefra ist über nationale und internationale Wettbewerbe hinweg eine der meist ausgezeichneten Healthcare Agenturen der letzten Jahre. Mit dem gleichen Gefühl für gute Kreation, gilt es nun, Deutschland kritisch und mit Spaß an der Sache zu vertreten.

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? Ein Dutzend spannender Vorträge und gute alte Kollegen treffen.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Ab ins Wasser und Kopf abkühlen. Danach sicher noch mal an den Laptop. Dann ist auch die Bar verdient.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „Balls“ in Anlehnung an den farbenfrohen, schillernden Spot von Sony. Aber auch als Anlehnung an Oliver Kahn: „Eier. Wir brauchen Eier!"

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Nur eins aber mit drei wichtigen Funktionen: Das Handy: 1. als Dokumentationsgerät der Eindrücke. 2. als Speicherort für neue Kontakte. 3.mit Facetime zu den Kids nach Hause.

Nils Rottsahl, Edelman

Nils Rottsahl, Edelman
© Edelman
Nils Rottsahl, Edelman
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Entertainment Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Meine obsessive Leidenschaft für gute Unterhaltung – ganz egal wer der Absender ist und was es ist. Für mich ist diese Kategorie eine der spannendsten, da die Grenzen zwischen Branded Content und Entertainment mittlerweile fließend sind, teilweise sogar ganz verschwinden. Hauptsache, es ist gut gemachte Unterhaltung. Und wenn dann noch die Marke oder ein Produkt spürbar und fühlbar Teil des Ganzen ist, wird es perfekt.

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? Ganz viel rund um das Thema Innovation und neue Technologien.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Ich gehe fest davon aus, dass sich beides sehr gut kombinieren lässt.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „Figure it Out“

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Kurzer Jumpsuit, Turnschuhe, Kopfkissen. 

Christiane Bausback, N+P Industrial Design

Christiane Bausback, N+P Industrial Design
© N+P Industrial Design
Christiane Bausback, N+P Industrial Design
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Product Design Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Jeder Gestalter hat seine persönliche Sicht auf Dinge und definiert somit seine speziellen Betrachtungsweise. Ich betrachte Gestaltung immer als holistisches Gesamtkonstrukt bestehend aus Product Design, Digital Design und den dazugehörenden Service Design Solutions. Nur so kann eine ganzheitliche Brand Experience entstehen. Dabei steht vor allem die Innovation, User-Centricity und eine intuitive Bedienung im Vordergrund.

Als Gestalter kann ich mich in viele unterschiedliche Produkte, Prozesse und schlussendlich auch User emphatisch versetzen, um ein entsprechend fundiertes Feedback zu den unterschiedlichsten Einreichungen zu geben. Das wird eine spannende Woche voll mit Innovation, neuen Erkenntnissen, Inspiration und Begegnungen. Ich freu mich drauf!

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? „Dare to Share: How Open-Source Ideas Win“ (Jeffrey Castellano), IBM iX / „Smart Cities: Changing the Way we Live, Work and Innovate“, Volvo / Lions Innovation Exhibition

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Zuerst Beach und dann Bar - Genau in der Reihenfolge.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „Creativity Bash 2018“

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Smartphone, meine Uhr und mein Skizzenbuch für Ideen, Inspiration und Gedanken 

Lena Obara, Sector C

Lena Obara, Sector C
© privat
Lena Obara, Sector C
Sie vertreten Deutschland dieses Jahr in der Music Jury. Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job? Seit mehr als 15 Jahren bin ich im Musikbusiness tätig und seit vielen Jahren arbeite ich im Bereich Musik für Film/Werbung/Theater. Seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Musik in Medien und wie Emotionen durch den Klang in bewegten Bildern auslöst werden können. Bis heute bin ich ergriffen wie die Arbeit mit der Musik und die Auswahl der Musik die Bilder unterstützten, verstärken, entmachten, verändern und/oder manipulieren kann.

Was wollen Sie sich außer dem Jury-Raum während des Festivals unbedingt anschauen? Kevin Costner & Conan O'Brien.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Beachbar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Sagt meiner Mutter, dass ich in der Werbung arbeite!

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? 1. Die CD „Tati sonorama“. 2. Den Lippenstift Miss Loubi Velvet Matte. 3. Das Buch „Auf See“ von Guy de Maupassant.

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