BBDO/Omnicom

Webhelp-Gruppe will Sellbytel kaufen

Sellbytel-Chef Michael Raum
© Sellbytel
Sellbytel-Chef Michael Raum
Der Callcenter- und Outsourcing-Anbieter Sellbytel bekommt eine neue Heimat. Die bisherige BBDO-Tochter soll an die französische Webhelp-Gruppe verkauft werden. Das hat das Unternehmen am heutigen Dienstag via Presseerklärung mitgeteilt. Geplant ist, dass 100 Prozent der Anteile den Besitzer wechseln. Der Deal soll voraussichtlich im 3. Quartal über die Bühne gehen und steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung.
Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Es dürfte aber eine der größten Transaktionen sein, die unter Beteiligung einer deutschen Kommunikationsgruppe über die Bühne geht. Beobachter veranschlagen einen dreistelligen Millionenbetrag. Sellbytel startete 1988 als klassisches Callcenter. Gründer Michael Raum hat das Serviceportfolio später um Outsourcing- und Vertriebsdienstleistungen erweitert. Seit 1994 gehört das Unternehmen zur BBDO-Gruppe beziehungsweise zu deren Mutterkonzern Omnicom. Heute ist Sellbytel mit insgesamt 28 Niederlassungen in Märkten wie Deutschland, Spanien, Portugal, Malaysia und Puerto Rico aktiv. Allein am Standort Barcelona werden nach eigenen Angaben 4000 Mitarbeiter beschäftigt.



Mit dem Verkauf von Sellbytel verliert die deutsche BBDO-Gruppe einen ihrer größten Umsatzbringer. In der Bilanz von 2016 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) steht für den Bereich Customer Service/Outsourcing, der im Wesentlichen deckungsgleich mit den Aktivitäten von Sellbytel sein dürfte, ein Umsatz von rund 252 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von 46 Prozent am Gesamtumsatz von BBDO Germany.

Gleichwohl erscheint der Deal sinnvoll. Denn auch wenn in den vergangenen Jahren immer wieder die Zusammenarbeit beschworen wurde, liegen die Kerngeschäftsfelder einer Agenturgruppe wie BBDO und die Aktivitäten eines Anbieters wie Sellbytel wohl doch relativ weit auseinander. Die Nähe zu Webhelp dürfte deutlich größer sein. Das Unternehmen beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitern und plant für das Jahr 2018 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.


"Wir stehen dem Zusammenschluss mit einem der erfolgreichsten Unternehmen unserer Branche voller Enthusiasmus gegenüber. Unsere kulturelle Übereinstimmung und unsere gemeinsame Vision sind Schlüsselelemente für den zukünftigen Erfolg", erklärt Raum. Wie seine künftige Rolle aussehen wird, ist nicht bekannt. Aktuell heißt es lediglich: Das Sellbytel-Management soll weiterhin fest in das Unternehmenswachstum eingebunden sein - was auch immer damit konkret gemeint ist. mam
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