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Jung von Matt steigt bei Otto-Pitch aus

Von Jung von Matt stammt die Otto-Digitalkampagne mit dem fiktiven Schlagerstar Ricardo
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Von Jung von Matt stammt die Otto-Digitalkampagne mit dem fiktiven Schlagerstar Ricardo
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Der vielbeachtete Pitch beim Versandhändler Otto geht in die heiße Phase. Nach Informationen von HORIZONT haben es mindestens fünf Anbieter in die Finalrunde geschafft, darunter Heimat, DDB, Serviceplan und Scholz & Friends. Eigentlich sollte auch Jung von Matt ins Rennen gehen, die Agentur verzichtet aber auf die Teilnahme. Das bestätigt Marco Schubert, Bereichsleiter Markenführung bei Otto, auf Anfrage.
"Wir hätten Jung von Matt sehr gern dabei gehabt und bedauern die Entscheidung der Agentur", sagt Schubert. Zu den Gründen für den Rückzug will er nichts sagen und verweist auf den Dienstleister. Dort will man sich nicht zum Thema äußern. Die Entscheidung ist auch deshalb bemerkenswert, weil Jung von Matt nach Bekanntwerden des Pitches Ende November 2017 zunächst signalisiert hatte, bei dem Wettbewerb mitzumachen. Die Agentur gehört wie Heimat zu den bisherigen Stammpartnern von Otto. Während Heimat die klassischen Kampagnen für den von Schubert verantworteten Bereich Markenführung entwickelt, kümmert sich Jung von Matt mit dem Ableger JvM/Saga um die digitale Werbung.


Auch wenn sich offiziell niemand zu den Gründen für den Rückzug von Jung von Matt äußern will, ist das eine oder andere Gerücht zu hören. So heißt es, dass die Agentur nicht einverstanden mit dem Auswahlverfahren sein soll. Zu viele Pitchteilnehmer, unklare Entscheidungswege, zu viele Beteiligte auf Kundenseite. Bereichsleiter Schubert will davon nichts wissen. "Es handelt sich um einen professionell aufgesetzten Prozess, der aufgrund der Größe des Unternehmens und der Bedeutung der Aufgabenstellung aber natürlich etwas komplexer ist", sagt der Otto-Manager. Von Unzufriedenheit auf Agenturseite mit dem Verfahren habe er bislang nichts gehört.

Der Auswahlprozess wurde in der ersten Stufe von der Pitchberatung Cherrypicker begleitet. Sie arbeitet seit vielen Jahren für Otto. Bei dem aktuellen Mandat war wohl von Beginn an vorgesehen, dass Cherrypicker das Verfahren nur bis zur Auswahl der Pitchteilnehmer begleitet und dann an den Auftraggeber übergibt. Welche Agentur künftig die werbliche Kommunikation von Otto entwickelt, soll im März feststehen. Anders als bislang soll es dabei nicht mehr zwei Stammagenturen geben – eine für Markenführung und eine für die digitalen Kanäle –, sondern einen Betreuer für alles. mam


Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 4/2018 vom 25. Januar
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