Angriff auf Bahlsen und Co

FJR und Südtiroler Waffel-Marke Loacker jodeln bei TV-Debüt

Loacker feiert in diesem Frühjahr seine TV-Premiere in Deutschland
© Loacker
Loacker feiert in diesem Frühjahr seine TV-Premiere in Deutschland
Der Südtiroler Waffel- und Schokoladenhersteller Loacker geht in Deutschland in die Kommunikationsoffensive. In diesen Tagen bringt die Marke aus Unterinn bei Bozen ihre erste TV-Kampagne im hiesigen Markt an den Start. Entwickelt wurde der Auftritt von der Kreativagentur Fahrnholz & Junghanns & Raetzel (FJR), die sich den Auftrag nach einem Agenturscreening sicherte.
Die italienische Traditionsmarke, die 1925 von Alfons Loacker gegründet wurde und noch heute in dritter Generation von dessen Enkel Andreas Loacker geführt wird, ist weltweit in über 100 Märkten vertreten. Laut Unternehmensangaben erwirtschaftet Loacker 30 Prozent des Gesamtumsatzes von fast 350 Millionen Euro in Italien, die übrigen 70 Prozent im Ausland. Besonders stark ist die Marke im Mittleren Osten und in Asien. Jetzt soll auch Deutschland endlich zum Wachstumsmarkt werden - und zwar mithilfe von FJR.


Für die Münchner Agentur ist es bereits der zweite Anlauf, um Loacker hierzulande bekannter zu machen. 2014 sicherte sich FJR einen Projektetat mit dem Ziel, den Markteintritt der Marke kommunikativ mitzugestalten. Damals ging es unter anderem um eine Wettbewerbsanalyse und ein stimmiges Kreativkonzept. Doch konkrete Ergebnisse in Form einer sichtbaren Kampagne gab es nicht. Bis jetzt. Nach einem neuerlichen Agenturscreening konnte sich FJR durchsetzen und den Etat für die Markteinführungskampagne gewinnen.

In dem TV-Spot, der seit vergangener Woche ausgestrahlt wird, wollen FJR und Loacker laut eigenen Angaben Südtiroler Werte wie "authentisch-natürliche Genußmomente", traditionelles Brauchtum und handwerkliches Können betonen. Dazu zeigen Kunde und Agentur in dem TVC einen Familienvater, der beim Genuss der Napolitaner Waffeln von Loacker zu jodeln beginnt. Zudem betont die Marke in dem Spot, dass alle Loacker-Produkte nach hohen Qualitätsmaßstäben und ohne jegliche Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffe hergestellt werden. Der Markenclaim am Ende: "Natürlicher Genuss".


"Unserem Qualitäts-Anspruch sowohl bei den Rohstoffen als auch in der Produktion fühlen wir uns in unserer Konditor-Tradition verpflichtet - auch in der dritten Generation, und gerade auch in der heutigen Zeit", sagt Vorstand Andreas Loacker. "Und wer in einem so einzigartigen Weltnaturerben wie den Dolomiten lebt und arbeitet, für den ist auch der nachhaltige Schutz der Umwelt und der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen eine Herzens-Angelegenheit."

Ob sich Loacker im hart umkämpften deuschen Süßwarenmarkt um die Platzhirsche Griesson-De Beukelaer und Bahlsen nachhaltig etablieren kann, wird die Zukunft zeigen. Die reichweitenstarke Präsenz im TV-Werbeblock hat jedenfalls schon anderen ausländischen Marken hierzulande weitergeholfen. Vorbild für Loacker ist ausgerechnet der Wiener Waffel-Erzrivale Manner, der es seit Eröffnung der Deutschland-Niederlassung 2005 zu einer großen Markenbekanntheit geschafft hat und zuletzt zweistellige Wachstumsraten verzeichnet hat.

Bei FJR zeichnen Thomas Junghanns (Geschäftsführer Beratung & Strategie), Frederik Kittseiner (Geschäftsführer Kreation), Bernadette Lange (Etat-Direktion) sowie Frederick Denk (Creative Director) verantwortlich. tt
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