Agiles Arbeiten bei Team Neusta

Warum globale Kampagnen für die größte deutsche Digitalagentur tabu sind

Carsten Meyer-Heder
© Team Neusta
Carsten Meyer-Heder
Der Bremer Digitalspezialist Team Neusta ist erstmals Nummer eins im Ranking der Internetagenturen des BVDW. Das allein ist schon eine Nachricht wert. Noch interessanter ist der ziemlich unique Ansatz von Gründer und CEO Carsten Meyer-Heder: "Projekte finden auf Deutsch und in Deutschland statt". Damit erzielte er 2016 einen digitalen Honorarumsatz von 104 Millionen Euro.

Team Neusta eilt von Rekord zu Rekord. Für 2017 melden Sie einen digitalen Honorarumsatz von mehr als 100 Millionen Euro und ein Plus von 23 Prozent. Wie machen Sie das? Vor allem, indem es uns gelingt, immer weiter neue und sehr gute Mitarbeiter einzustellen. Denn Fakt ist ja: Es gibt auf dem Markt insgesamt deutlich mehr Aufträge als gute Mitarbeiter. Deshalb ist derjenige ganz vorne mit dabei, der es schafft, die besten Mitarbeiter zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden.



Trotzdem müssen auch Sie erst einmal 23 Prozent mehr Umsatzvolumen an Land ziehen. Klar. Ein Teil des Wachstums steuern zwei neue Tochterunternehmen bei: In Osnabrück haben wir uns am Digitalspezialisten Infomantis beteiligt, in München die neue Agentur Neusta Fourtytwo gegründet. Doch der Großteil des Umsatzplus ist organisches Wachstum mit Bestandskunden und Neukunden.

Als einzige Agentur im Ranking des BVDW hat Team Neusta die digitale Honorarumsatzgrenze von 100 Millionen Euro überschritten. Auch weil Ihr Schwerpunkt im umsatzstarken Technologiebereich liegt. Jetzt aber wollen Sie die Themen Beratung und Kreation stärker besetzen? Ja, als einen ersten Schritt haben wir schon vor fünf Jahren die Agentur Interwall übernommen. Auch Neusta Grafenstein, Neusta Communications und Etourism sind im Bereich Beratung und Kreation stark. Heute liegt der Anteil von klassischer Beratung, Kreation und Design am gesamten Honorarumsatz bei rund 10 Prozent. Das wollen wir weiter ausbauen, deshalb auch Ende 2017 die Gründung von Fortytwo in München. Die Agentur ist spezialisiert auf strategische Digitalisierungsberatung und agiles Innovationsmanagement. Ein Feld, auf dem wir noch viel Wachstumspotential sehen.


Und strategisches Ziel von Team Neusta ist es, irgendwann eine integrierte 360-Grad-Digitalagentur mit allen Disziplinen zu werden? Nein. Wir wollen und wir werden sicher keine globale Digitalmarketingkampagne für einen weltweiten Kunden umsetzen.

Aber genau da soll doch, neben der Technologie, die Musik für Internetagenturen spielen. Für uns nicht. Zumal wir uns tatsächlich konsequent auf den deutschsprachigen Raum fokussieren.

Warum das denn? Schon allein deshalb, weil wir in fast allen Projekten mittlerweile agil arbeiten. Meines Erachtens funktioniert das nur dann wirklich gut, wenn in den Projekten von allen Beteiligten eine gemeinsame Sprache gesprochen wird.

Ein ziemlich uniquer Ansatz für eine Internetagentur. Ja, aber so ist es. Natürlich implementieren wir für unsere Kunden Software und Technologien, die weltweit eingesetzt werden. Aber das Projekt findet auf Deutsch und in Deutschland statt.

Politische Pläne
1993 hat Carsten Meyer-Heder in Bremen Team Neusta gegründet. Der Gesamtumsatz der Gruppe betrug 2017 rund 170 Millionen Euro. Zu den Kunden zählen TUI, Hansaflex, Maxdome, Germania, Werder Bremen, Ltur, Hermes und Bayer Leverkusen. Meyer-Heder zieht es nun allerdings in die Politik: Der Landesvorstand der CDU Bremen hat seiner Kandidatur bereits zugestimmt, Ende Mai soll er offiziell zum Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl 2019 gewählt werden. Im Falle eines Wahlsiegs würde Meyer-Heder Bürgermeister beziehungsweise Ministerpräsident von Bremen.

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