60-Millionen-Etat für Carat

Bundespresseamt weist "Stern"-Bericht über Unstimmigkeiten zurück

Das Bundespressesamt will von Unstimmigkeiten nichts wissen
© Bundesregierung / Steins, Sandra
Das Bundespressesamt will von Unstimmigkeiten nichts wissen
Nach der Entscheidung im millionenschweren Media-Pitch des Bundespresseamtes gibt es Wirbel um die Modalitäten der Etatvergabe. Der "Stern" berichtet von "Differenzen zwischen dem Beschaffungsamt des Innenministeriums und dem Bundespresseamt", die zu einem "Konflikt innerhalb der Bundesregierung geführt" hätten. Gegenüber HORIZONT Online will die Behörde von derlei Unstimmigkeiten nichts wissen.
Das Bundespresseamt hatte die Gewinner des insgesamt rund 100 Millionen Euro schweren Mediapitches Ende vergangenen Jahres tröpfchenweise bekannt gegeben. Ende November vergab die Behörde wie berichtet ihre Planungsetats für Außenwerbung (Jost von Brandis) und Digital (Add2). Bereits Anfang November war durchgesickert, dass sich PHD die crossmediale Mediaplanung und Carat den Mediaeinkauf sichern konnten


Dass sich mit Carat ein Dienstsleister den Löwenanteil des ausgeschriebenen Budgets - die Rede ist von 60 Millionen Euro pro Jahr  - sichern konnte, der seit 2011 Etathalter ist und der darüber hinaus seit Jahren mit der CDU Geschäftsbeziehungen unterhält, scheint im politischen Berlin nicht jedem zu schmecken. Die Behörde werde erklären müssen, warum der Etat "nicht auf dem bisherigen Weg ausgeschrieben werden konnte", zitiert der "Stern" den Haushaltsexperten der Grünen, Tobias Lindner. 

Lindner spielt damit offenbar darauf an, dass bei dem erstmals vom Bundespresseamt in Eigenregie durchgeführten Pitch höhere Hürden für Agenturen aufgestellt wurden als es bislang üblich war. So wurden laut Stern diesmal nur Agenturen mit einem jährlichen Mindestumsatz von 200 Millionen Euro zugelassen. Zudem habe das Bundespresseamt Vorschläge, die angeblich vom Beschaffungsamt des Innenministeriums gemacht wurden, in den Wind geschlagen, heißt es. 


Diese Vorwürfe weist das Bundespresseamt in aller Klarheit von sich. Ein Sprecher betont gegenüber HORIZONT Online, dass d
ie Ausschreibung formal korrekt durchgeführt worden sei. "Sie wurde im Ressortkreis, also auch mit dem BMI, fachlich abgestimmt. Das Beschaffungsamt des BMI hatte im Sommer 2016 selbst vorgeschlagen, dass aufgrund der Rahmenbedingungen und der fachlichen Anforderungen die Zuständigkeit für die Neuausschreibung auf das BPA übergeht", so der Sprecher. 

Den angeblichen Konflikt innerhalb der Bundesregierung verweist das BPA daher auch ins Reich der Fabel. "Es gibt keine Unstimmigkeiten zwischen beiden Häusern in der Sache", erklärt der Sprecher. Das Beschaffungsamt des BMI hätte zwar Unterstützung in Vertragsfragen angeboten, diese sei aber nicht benötigt worden. Der Vorfall werde daher auch keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen. mas
stats