35 bis 35

Diese Nachwuchskreativen mischen die deutsche Werbung auf

Eduardo Balestra und Henry Westcott sind zwei der 35 besten Nachwuchs-Kreativen
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Eduardo Balestra und Henry Westcott sind zwei der 35 besten Nachwuchs-Kreativen
Next Generation: Sie mischen die deutsche Werbung derzeit gehörig auf und haben eine glänzende Karriere vor sich. HORIZONT Online präsentiert in loser Reihenfolge die 35 besten Kreativen bis 35.

Auf der Suche nach guten Geschichten

Oscar Engelhardt
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Oscar Engelhardt
Er zählt zu den besten Teilnehmern des diesjährigen ADC-Juniorwettbewerbs und darf Deutschland deshalb bei dem Nachwuchskongress der London International Awards in Las Vegas vertreten. Oscar Lion Engelhardt hat für seinen Arbeitgeber Kolle Rebbe unter anderem an der Chatbot-Kampagne "What's Me Bot" im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit mitgewirkt. Der leidenschaftliche Texter wollte eigentlich gar nicht in die Werbung, merkte dann aber, dass ihn allein schon sein zweiter Vorname dazu verpflichtet, irgendwann mal einen Löwen zu gewinnen. Mehrere ADC-Nägel kann er schon sein Eigen nennen – und das, obwohl er erst vor gerade mal fünf Jahren sein Abitur gemacht hat. Über einen Copy-Test kam er im Oktober 2014 zu Kolle Rebbe und ist bis jetzt dort geblieben. Bei der Hamburger Agentur kann er nämlich ausleben, worauf er am meisten Lust hat: Schreiben. Ganz egal, ob es ein kreativer Call to Action ist, die herzerwärmende Long Copy oder einfach nur die Geburtstagskarte für Omi. Funk, Konzeption, TVC, Headlines, Brandstunts und Social Media Post gehen sonst auch.

35 JAHRE HORIZONT
HORIZONT wird 35. Dieses beinahe runde Jubiläum feiern wir mit einer 168-seitigen Partyausgabe voller interessanter Leute, Rankings und Erinnerungen. Alles dreht sich dabei um die "magische" Zahl 35. Lesen Sie die komplette Ausgabe auf Ihrem Tablet oder Smartphone (Android und iOS). HORIZONT-Abonnenten können die E-Paper-Ausgaben kostenlos auch auf Ihrem PC/Mac abrufen. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

Zwischen Kunst und Kommerz

Esra Gülmen
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Esra Gülmen
Esra Gülmen, Jahrgang 1986, ist das Gesicht hinter der diesjährigen Kampagne des Art Directors Club für Deutschland. Sie ist selbst Mitglied in dem Kreativclub, arbeitet als Head of Design bei Heimat in Berlin und verfolgt daneben ihre eigene Karriere als Künstlerin. Ende 2017 feierte ihre erste Solo-Ausstellung "13" Premiere in Amsterdam, demnächst wird es eine Show unter dem Dach des Hamburger XH Collective geben. Hinter diesem verbirgt sich eine Gruppe von Werbern, die ihre Freizeit dazu nutzen, Kreativität fernab von Kundenzwängen und Deadlines zu leben. Gülmen stammt ursprünglich aus Istanbul. Sie studierte Innenarchitektur und begann ihre berufliche Karriere als Assistenzprofessorin an der Marmara Fine Arts Faculty. Nach zwei Jahren hing sie ihre akademische Laufbahn an den Nagel, um stattdessen ihre Leidenschaft für Graphic Design und Illustration zum Beruf zu machen. Sie siedelte nach Deutschland über und begann ihre Werbekarriere bei Ogilvy & Mather in Frankfurt. Es folgten zwei Jahre bei Ogilvy in Amsterdam und schließlich vor anderthalb Jahren der Wechsel zu Heimat. Sie erhielt zahlreiche Kreativpreise und wurde vom internationalen Kreativmagazin Lürzer's Archiv viermal in Folge unter die 200 besten Illustratoren der Welt gewählt.

Kreativer Überflieger mit internationalem Ruf

Till Diestel
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Till Diestel
Die Liste seiner Auszeichnungen ist jetzt schon deutlich länger als seine Vita: Mit gerade mal 34 Jahren hat Till Diestel mehr als 500 Kreativpreise gewonnen – darunter allein 29 Löwen beim International Festival of Creativity in Cannes. Diestel sagt von sich selbst, dass er es liebt, Geschichten zu schreiben und neue Technologien zu entdecken. Außerdem versucht er unermüdlich, aus Kommunikation ein Stück Popkultur zu schaffen. In London ist ihm das mehrfach gelungen. Dort sammelte er vier Jahre lang Erfahrung bei einer der renommiertesten Kreativadressen der Welt: Adam & Eve DDB. Seine Handschrift trägt beispielsweise der H&M-Weihnachtsfilm "Come Together" von Regisseur Wes Anderson aus dem Jahr 2016. Im gleichen Jahr wirkte er an der John-Lewis-Weihnachtskampagne "Buster, the Boxer" mit. 2017 folgte der Super-Bowl-Spot "Romance" für Skittle. Sein furioses Finale bei Adam & Eve DDB: die Kampagne "The Marmite Gene Project" für den Brotaufstrich Marmite. BBDO Berlin hat sich den Überflieger Anfang des Jahres geschnappt und zurück nach Deutschland geholt. Dort betreut er als Managing Director Kreation sämtliche Kunden der Agentur – von der Deutschen Bahn über Smart bis zu Womanizer.

Beim Horizont-Kaminclub im Sommer 2017 appellierte er an die Marketingverantwortlichen, dass sie mehr Zeit in Storytelling investieren sollten: "Das Schwierigste ist es, die Aufmerksamkeit und die Zeit der Zielgruppe zu gewinnen. Deshalb müssen wir gute Geschichten erzählen." Von einer guten Story lasse sich vieles ableiten, bestenfalls sogar ein aus den Spots resultierender neuer Geschäftszweig: Pinguin Monty aus der John-Lewis-Werbung erweist sich in Plüsch als Verkaufsschlager. Man darf gespannt sein, welche Ausrufezeichen er bei BBDO setzen wird und welche neuen Geschäftsfelder sich daraus ergeben.

Seine berufliche Karriere begann Diestel 2006 als Junior Art Director bei Serviceplan. Sein damaliger Chef Alexander Schill erkannte schnell das Potenzial des jungen, ehrgeizigen Kreativen: Mit gerade mal 28 Jahren war er Executive Creative Director und einer der Ersten in der damals neu geschaffenen Position des Innovation Directors. Auch bei Serviceplan hinterließ er Spuren – unter anderem mit der Etablierung der Figur Tech-Nick im Auftrag des früheren Kunden Saturn. Diestel ist regelmäßig zu Gast bei Kreativjurys rund um den Globus und vermittelt sein Wissen als Sprecher und Dozent bei Branchenveranstaltungen sowie an Werbeschulen wie der Miami Ad School, der School of Communication Arts und der Cannes Lions Master Class. Zwischendurch nimmt er sich Zeit zum Reisen: Pro Jahr steht mindestens ein neues Land auf seiner Liste. Außerdem liebt er es zu fotografieren und erweitert stetig seine Street-Art-Sammlung.

Online-Content ist ihr Metier

Kristina Duever
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Kristina Duever
Als Digital Native interessiert sich die 29-jährige Kristina Düver vor allem für die Verknüpfung von Technologie und Design mit einer guten innovativen Idee. Dass sie dafür ein Händchen hat, beweisen zahlreiche Auszeichnungen im Bereich der digitalen Kreation. Düver arbeitet als Senior Art Director bei La Red in Hamburg und verantwortet dort die Online-Kampagnen und die Social-Media-Kommunikation für Kunden wie Golden Toast, Lieken Urkorn und Verdi. Daneben baute sie im vergangenen Jahr die Inhouse-Produktions-Unit bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf. Düver absolvierte zunächst ein Duales Studium zur Diplom-Finanzwirtin an der Steuerakademie in Rinteln. Anschließend hängte sie ein Studium im Bereich Mediendesign an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften an. Während dieser Zeit verbrachte sie ein Auslandssemester in Finnland. Von der Uni ging es dann direkt als Trainee zu Leagas Delaney und von dort vor drei Jahren zu La Red.

Deutschlands heißester Import

Eduardo Balestra und Henry Westcott
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Eduardo Balestra und Henry Westcott
Dieses Team sorgte bei den diesjährigen Cannes Lions für großen Jubel: Eduardo Balestra und Henry Westcott holten erstmals nach drei Jahren wieder Gold für Deutschland in der Printkategorie des Young-Lions-Wettbewerbs. Das portugiesisch-britische Text/Art-Duo hatte das Briefing der Non-Profit-Organisation Creative Spirit US am besten gelöst. Ihre Aufgabe bestand darin, intellektuell oder körperlich eingeschränkte Menschen dabei zu unterstützen, sich für einen Job in der Kreativbranche zu bewerben. Ihre Idee: den Betroffenen Selbstvertrauen geben, indem sie zeigen, dass ihre Besonderheit eine Stärke ist. Wenn die beiden nicht gerade für Deutschland bei internationalen Kreativwettbewerben antreten, denken sie sich Ideen für die Kunden von Grabarz & Partner aus. Dort arbeiten die beiden seit Ende 2017 als Team. Kennengelernt haben sie sich zuvor bei der Londoner Kreativschmiede Adam & Eve DDB, wo sie gemeinsam rund dreieinhalb Jahre lang beschäftigt waren.

Power-Frau mit Benzin im Blut

Alice Bottaro
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Alice Bottaro
Kreativdirektorin Alice Bottaro ist nicht nur eine echte Power-Frau, sie gehört zudem der seltenen Gattung der weiblichen "Petrol Heads" an. Bei Antoni Garage ist sie für Mercedes-Benz zuständig. Ihre Mission: die ikonische Marke noch näher an eine jüngere und weibliche Zielgruppe zu bringen. Die promovierte Anthropologin, die ihr Abitur an der Deutschen Schule in Rom ablegte, begann ihre Karriere 2009 als Texterin bei McCann in Italien. Drei Jahre später folgte der Wechsel zu DDB Berlin und damit der Umzug nach Deutschland. Bei der Omnicom-Agentur arbeitete sie für Kunden wie Sony und die Deutsche Telekom. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen gehören Cannes-Löwen und ein Grand Prix beim Euro Effie. Sie hat 2015 den deutschen Ableger des internationalen Frauen-Werbenetzwerks She Says gegründet und stand beim ADC-Festival in einer Debatte zum Thema Gender & Diversity auf der Bühne.

Zurück zu den Wurzeln

Luitgard Hagl
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Luitgard Hagl
Die 35-jährige Literaturwissenschaftlerin Luitgard Hagl ist seit neun Jahren Werberin aus Überzeugung. Bei Serviceplan Campaign X betreut sie als Kreativdirektorin Kunden wie Mini Deutschland und Sky. Zu ihren vielfach ausgezeichneten Arbeiten gehören "The Mini Shortcuts" und die "Adoptify"-Kampagne für den Tierschutzverein München. Bei ihrem heutigen Arbeitgeber startete sie 2009 ihre Texter-Karriere. Als Juniorin machte sie bereits mit der Kampagne "Erstmal zu Penny" auf sich aufmerksam. 2011 zog es sie dann allerdings nach Hamburg, wo sie weitere Berufserfahrung bei Grabarz & Partner und Jung von Matt sammelte. In dieser Zeit war sie an der Entwicklung von Arbeiten für große Marken wie Edeka, Zalando, Obi, Nivea und die Techniker Krankenkasse beteiligt. 2017 ging es dann zurück zu Serviceplan. Sie kämpft für erinnerungswürdige, unterhaltsame Kampagnen, die begeistern: am liebsten Storytelling, am liebsten mit Haltung, am liebsten Film – egal, in welchem Kanal.

Textsicherer Experte für Handelsthemen

Corbinian Jakob Hennies
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Corbinian Jakob Hennies
Er hat dieses Jahr einen der größten Pitches in Deutschland betreut und für sich respektive seine Agentur entschieden: Corbinian Jakob Hennies ist Kreativdirektor bei der Berliner Agentur Heimat und derzeit damit beschäftigt, gemeinsam mit seinem Kunden das "neue Otto" zu entwickeln. Davor hatte er einen nicht minder spannenden Job, um den ihn hierzulande sicherlich viele beneiden: Der 33-Jährige war einer der Kreativdirektoren, die bei Heimat für die Marke Hornbach verantwortlich waren. Auf seine Kappe geht unter anderem die preisgekrönte Branded-Content-Kampagne "Hornbach Herrenzimmer". Als er die Idee dafür hatte, war er noch ein einfacher Texter – dann kamen jede Menge Kreativpreise und mit ihnen die Beförderung zum Kreativdirektor. Hennies ist mittlerweile seit vier Jahren bei Heimat an Bord und war dort zunächst für die Kunden Google und Adidas verantwortlich. Frühere Arbeitgeber von ihm sind VCCP, DDB Berlin und Scholz & Friends.

Sie liebt Autos und Content Marketing

Julia Kerschbaum
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Julia Kerschbaum
Die 30-jährige Julia Kerschbaum liebt Autos, Infografiken und Handgeschriebenes. Bei der Thjnk-Tochter Loved kann sie diese Leidenschaften ausleben. Dort arbeitet sie unter anderem für das Audi Magazin – ein Job, der ihr bereits mehrere Kreativpreise eingebracht hat. Die Content-Marketing-Expertin ist in München geboren und in Österreich aufgewachsen; die Berge haben stets einen besonderen Platz im Herzen der Wahl-Hamburgerin. Kerschbaum hat an der FH Joanneum in Graz ihren Bachelor of Arts absolviert. Ihre Abschlussarbeit "Als die Schrift laufen lernte" erhielt große Beachtung und wurde 2012 mit einem Red Dot Award geehrt. Ihr erster Job als Designerin führte sie direkt nach Hamburg – genauer gesagt zu dem Designbüro Sven Hoffmann. Es folgte eine Zwischenstation bei Philipp und Keuntje und schließlich 2013 der Wechsel zu Loved, wo sie heute als Senior Art Director tätig ist.

Ein Mann für große Herausforderungen

Ricardo Wolff
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Ricardo Wolff
Der vielfach ausgezeichnete Kreative Ricardo Wolff hat sich Anfang dieses Jahres für eine ganz besondere Herausforderung entschieden: Gemeinsam mit Gabriel Mattar (der älter als 35 ist und deshalb hier nicht auftaucht) soll er den koreanischen Automarken Hyundai und Kia zu kreativem Glanz verhelfen. Dafür hat er seine vielversprechende Karriere bei DDB Berlin aufgegeben und ist im Januar 2018 zu Innocean gewechselt. Das koreanische Netzwerk gehört zwar zu den Sponsoren der Cannes Lions, ist als Löwengewinner bislang jedoch selten in Erscheinung getreten. Wolff soll das ändern. Im Frühjahr 2007 fing er als Texter bei DDB Berlin an. Zwischendurch arbeitete er drei Jahre in seiner brasilianischen Heimat bei Almap BBDO in São Paulo und kehrte 2015 als Global Creative Director für Volkswagen International zu DDB zurück. Mit Kampagnen für Kunden wie Volkswagen und Ikea räumte er Cannes-Löwen, D&AD- und One-Show-Pencils sowie etliche andere Kreativpreise ab.

Volles Risiko für den Job

Nicole Feldmann
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Nicole Feldmann
Nach vier Jahren bei Jung von Matt/Spree wechselte Nicole Feldmann 2015 zu Kolle Rebbe, wo sie heute als Senior Art Director tätig ist. Die 33-Jährige begann ihre Kreativkarriere als Jugendjournalistin und studierte nach dem Abi zunächst Japanologie, danach Grafikdesign an der Akademie U5 in München. Bei Kolle Rebbe gehört sie zum Kreativteam der Lufthansa-Kampagnen "#LifeChangingPlaces" und "Reisekiosk". Für ihren Job begibt sie sich schon mal in Gefahr: "Meine Karriere wurde letztes Jahr beinahe von einem Elefanten während einer Afrika-Produktion beendet", verrät sie. Ihr Einsatz hat sich jedoch gelohnt, wurde er doch mit zahlreichen Kreativpreisen belohnt. Allein dieses Jahr gab es Edelmetall beim ADC, D&AD, One Show und anderen Wettbewerben. Ihr Kreativchef Fabian Frese stellt fest: "Ich habe in Nicoles Alter noch keine weltweiten Kampagnen gemacht und damit auch noch haufenweise Preise gewonnen. Wir sollten ihr schnell eine Geheimnummer besorgen."

Art Director mit Texterqualitäten

Sebastian Kamp
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Sebastian Kamp
Er hat mehr als 100 Awards und Auszeichnungen im Gepäck und kann sich als Hasenflüsterer bezeichnen. Sebastian Kamp gehört zu den Kreativen, die bei Ogilvy das legendäre Osterhasen-Rasen für Media-Markt kreiert haben. Sein Kreativchef Björn Bremer sagt von ihm: "Ich glaube, mehr gewinnen kann man nicht." Seit fünf Jahren ist der Senior Art Director mit einem Faible für Konzepte, Headlines und Claims bei der Netzwerkagentur an Bord. Davor sammelte er zwei Jahre lang Berufserfahrung bei Brasiliens erster Adresse Almap BBDO in São Paulo. Weitere Stationen von ihm sind Scholz & Friends und DDB. Privat schwingt sich Kamp gerne aufs Rennrad – ein Hobby, das sich prima mit dem Beruf verbinden lässt: Die knapp 20 Kilometer von seinem Zuhause ins Büro legt er jeden Morgen und Abend auf zwei Rädern zurück. Neben dem sportlichen hat er auch einen nerdigen Ausgleich zum Job: Neuerdings versucht er sich das Lesen von Geschäftsberichten beizubringen.

Ein Duo, das gerne mit anpackt

Lukas Liske und Daniel Schweinzer
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Lukas Liske und Daniel Schweinzer
Seit mehr als zehn Jahren gibt es Lukas Liske und Daniel Schweinzer beruflich nur im Doppelpack. Ihre Karriere begann bei Ogilvy in Frankfurt. Die ersten Ideen entstanden seinerzeit auf dem gemeinsamen WG-Balkon in der Mainmetropole. Ihr Weg führte sie über BBDO Berlin zu Jung von Matt/Havel. Bei dem Hauptstadtableger der Agenturgruppe sind "Luke & Dan", Jahrgang 1983 und 1983, im Mai 2018 zu Kreativgeschäftsführern aufgestiegen. Auf ihr Konto gehen Hunderte nationale und internationale Awards, darunter über 20 Cannes-Löwen und mehr als 30 ADC-Nägel. Die meisten davon gab es für Smart. Bei JvM müssen sich die beiden ihre kreativen Lorbeeren erst noch verdienen – keine Frage, dass ihnen das in absehbarer Zeit gelingen wird. Zupackend ist das Duo übrigens nicht nur im Job, sondern auch im Umgang mit Werkzeugkiste und Farbroller – damit gestalten sie derzeit die Agenturräume um.

Cannes-Löwen und Gender-Diskussion

Vera Ickert und Teresa Berude
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Vera Ickert und Teresa Berude
Das Senior-Art-Text-Duo Vera Ickert und Teresa Berude ist seit Anfang 2017 bei DDB in Düsseldorf. Dort sind die beiden für Kunden wie Schwarzkopf, Miele und Stabilo kreativ. Für Aufsehen sorgten sie zuletzt mit ihrer Stabilo-Kampagne "Highlight the Remarkable", bei der Frauen in den Fokus gerückt werden, die einen entscheidenden Anteil an historischen Ereignissen hatten, aber von den Geschichtsschreibern gerne vergessen werden. Nachdem die beiden damit Gold und Silber bei den diesjährigen Cannes Lions eingeheimst hatten, entwickelte sich die Kampagne weltweit zu einem großen Thema in den sozialen Medien – mit Twitter-Aufrufen im zweistelligen Millionenbereich, Hunderttausenden Retweets und einer lebhaften Gender-Diskussion. Bei so viel Rückenwind steht den beiden, die auch schon bei McCann zusammengearbeitet haben, garantiert eine glänzende Zukunft bevor.

Digital Native mit Start-up-Erfahrung

Hannah Johnson
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Hannah Johnson
Ihr Lebenslauf mit sämtlichen Auszeichnungen und Erfahrungen umfasst jetzt schon ganze sechs Seiten. Dabei ist die in London geborene Hannah Johnson gerade mal 34 Jahre jung. Diesen Monat erst hat sie einen neuen Job als Experience Director bei der Digitalagentur Demodern angetreten. Davor war sie als Senior Creative bei La Red in Hamburg tätig. Während dieser Zeit nahm sie als eine von 15 ausgewählten Frauen weltweit an dem Förderprogramm für weibliche Kreative der Cannes Lions "See it, be it" teil. Ihre Arbeiten wurden unter anderem beim deutschen ADC-Wettbewerb, Annual Multimedia, Deutscher Digital Award, GWA Effie und New York Festivals ausgezeichnet. Johnson war bereits Jurymitglied beim Deutschen Digital Award und den Cannes Young Lions Cyber. Weitere berufliche Stationen von ihr sind die Hamburger Agenturen Leagas Delaney, Select NY, TBWA und – nicht zu vergessen – ihr eigenes, in London gegründetes Tech-Start-up Flying Solo.

Faible für Heimat und Halloween

Teresa Jung
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Teresa Jung
Sie wusste bereits im zarten Alter von zwölf Jahren, dass sie Karriere in der Werbung machen will, und genau das passiert gerade: Teresa Jung leitet bei Heimat zusammen mit Tom Hauser eine Unit, die sich agenturübergreifend um Bestandskunden und Neugeschäft kümmert. Letzteres hat sie drauf: Mit 25 Jahren gewann sie den ersten großen Otto-Pitch der Agentur und gehörte bis zu ihrer Elternzeit zu dem Team, das für den Handelskunden verantwortlich war. Nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit betreute die Mutter von Zwillingen zunächst Hornbach und dann noch einmal Otto, bis sie Anfang 2018 ihre neuen Aufgaben übernahm. Jung arbeitet seit zehn Jahren bei Heimat. Nach dem Studium an der Miami Ad School fingt sie dort im Alter von 21 Jahren als Junior Art Director an – fünf Jahre später folgte die Beförderung zur Kreativdirektorin. Zu ihren bemerkenswerten Hobbys zählt ihr Faible für Halloween, das sie alljährlich in ihrer (privaten) Heimat im Rheingau mit einer Riesenparty auslebt.

Lieber Werbung als Journalismus

Aline Mathieu
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Aline Mathieu
Ihr Ziel war es eigentlich, Journalistin zu werden. Doch dann landete Aline Mathieu nach ihrem Studium der Germanistik und Medienwissenschaft im Marketing von Horst Condé, dem Unternehmen hinter der Online-Plattform Kofferprofi.de. Von dort ging es zur Jung von Matt Academy. Damit war der Grundstein für eine Karriere in der Werbung gelegt. Die 26-Jährige ist inzwischen als Junior-Texterin bei Jung von Matt/Spree angestellt – ihr aktuelles Herzensprojekt: eine Bewegtbild-Kampagne für den Verein OhYouWomen, der auf eingängige Weise zeigt, wie absurd es ist, dass Männer für den gleichen Job oft besser bezahlt werden als Frauen. Wenn sie nicht gerade in der Agentur ist, steht sie als Poetry-Slammerin auf der Bühne und hat dort gelernt, in erster Linie für sich selbst und nicht fürs Publikum zu schreiben. Diese Erkenntnis beherzigt sie auch in ihrem Job, wo sie nicht nur – aber durchaus ganz gerne – über Penisse schreibt.

Die weitgereiste VR-Spezialistin

Miriam Preissinger
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Miriam Preissinger
Im Horizont-Kreativranking hat sich Cheil in den vergangenen Jahren sukzessive nach oben gearbeitet, einen nicht unerheblichen Anteil daran hat Miriam Preissinger. Die 31-jährige Kreativdirektorin ist Expertin für Virtual Reality (VR) und wirkte unter anderem an dem vielfach preisgekrönten Samsung-Projekt "DiscoVR the World" mit. Auch die von Cheil entwickelte Produktinnovation FeedItBag geht auf ihr Konto. Durch den Beruf ihres Vaters ist Preissinger in jungen Jahren viel herumgekommen und hat den größten Teil ihrer Kindheit außerhalb Deutschlands in Städten wie London und Genf verbracht, weshalb sie neben ihrer Muttersprache fließend Englisch und Französisch spricht. An der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln studierte sie Grafikdesign und begann ihre berufliche Laufbahn bei Leo Burnett Germany. Es folgte eine Zwischenstation bei David & Goliath und schließlich 2013 der Wechsel zu Cheil, wo sie als Art-Direktorin startete.

Karriere mit riesigen Schritten

Timo Wagner
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Timo Wagner
Mit seinen 30 Jahren hat Timo Wagner schon eine ganze Menge auf die Beine gestellt: Der zweifache Vater leitet als Creative Director Digital von Interone die weltweite BMW-Plattform und führt dabei ein Team von UI, UX & Motion Designern. Konzeptionelles und visuelles Design sind seine Stärken. Wenn es jedoch darum geht, eine schicke Banner-Anzeige zu gestalten, sollte sich der Kunde lieber jemand anderen suchen. So direkt wie seine Ansagen verlief auch seine bisherige Karriere: Vor vier Jahren startete er bei seinem heutigen Arbeitgeber als Art Director. Es dauerte nicht lange und er wurde zum Senior Art Director, anschließend zum Design Director und schließlich in seine heutige Position befördert. Weitere seiner Stationen sind Avantgarde und Sinner Schrader. Bevor er sich ins Agenturleben stürzte, war er mehrere Jahre als freier Designer und Fotograf tätig. Wagner hat seinen Bachelor im Bereich Mediadesign an der MD.H Mediadesign Hochschule in Berlin absolviert.

Aufschnittmaschine und Kotflügel

Fabian Königer
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Fabian Königer
Noch bevor er sein Abi in der Tasche hatte, war Fabian Königer bereits Redaktionsmitglied bei einem Münchner Radiosender. Statt Karriere beim Rundfunk zu machen, ging er lieber auf die Hamburger Texterschmiede und begann seine Kreativlaufbahn als Juniortexter bei Jung von Matt. Dort blieb er zweieinhalb Jahre, dann folgten weitere zweieinhalb Jahre bei Grabarz & Partner. Seit Juni 2013 ist er bei Thjnk, wo er zwischenzeitlich zum Creative Director aufgestiegen ist. Autokunden sind sein Metier – nach Mercedes und Volkswagen kümmert er sich nun schon seit fünf Jahren um Audi. "Ich weiß relativ viel über Autos, wundere mich aber immer noch, dass noch niemand ein besseres Wort für Kotflügel erfunden hat", sagt Königer, den meisten besser bekannt als Pelzi beziehungsweise @pelzenstein. Was es sonst noch über ihn zu sagen gibt? Pelzi liebt das Kochen – und wenn er sich was wünschen könnte, wäre es eine Berkel Schwungrad-Aufschnittmaschine nebst dazu passender Küche.

Leidenschaftlich kreativ und schwäbisch präzise

Marcell Francke
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Marcell Francke
Er gilt als Kronprinz von Kreativstar André Kemper. Kein Wunder, weist seine Vita doch einige Überschneidungen mit dem Co-Gründer von Antoni auf. Marcell Francke ist Executive Creative Director und Partner der Berliner Agentur Antoni Garage. Davor arbeitete er bei der eigens für Opel gegründeten und inzwischen wieder aufgelösten Kreativagentur André. Außerdem gehört Thjnk beziehungsweise deren Vorgängeragentur Kemper Trautmann zu seinen früheren Arbeitgebern. Der gebürtige Stuttgarter, Jahrgang 1983, startete seine Werberlaufbahn bereits mit 20 Jahren. Sein Weg führte ihn von der BBDO-Tochter Leonhardt & Kern über Jung von Matt und Scholz & Friends zu Kemper Trautmann, später dann Thjnk. Bevor er seinem Mentor Kemper zu André folgte, machte er noch kurz Station bei Serviceplan. Angesichts dieser Vita ist es nicht verwunderlich, dass viele große Marken auf Franckes Referenzliste stehen: Audi, BMW, Opel und Volkswagen gehören ebenso dazu wie die Deutsche Bahn, Hamburger Philharmoniker, Sixt, Wella, Commerzbank und die Initiative Vermisste Kinder. Mit Kampagnen für diese Marken hat er mehr als 200 nationale und internationale Kreativpreise gewonnen. Besonders stolz ist er auf das Projekt "Deutschland findet euch" im Auftrag der Initiative Vermisste Kinder, das er 2010 zusammen mit Patrick Mathiensen für Kemper Trautmann realisiert hat. Mit dieser Kampagne räumten er und sein Team nicht nur unzählige Kreativ- und Effizienzpreise ab, sie wurde auch zu einem gesellschaftlichen Thema in den Medien.

Seit 2015 ist Francke nur noch für einen Kunden tätig: Mercedes-Benz. Als Stuttgarter dürfte ihm diese Fokussierung nicht besonders schwergefallen sein. Auch bei Antoni Garage hat er bereits Meilensteine gesetzt: 2017 durfte er einen Super-Bowl-Spot für Mercedes-Benz kreieren. Das war nicht nur für ihn eine Premiere, sondern auch für Antoni, die seinerzeit als erste deutsche Werbeagentur beim Super Bowl mitmischte. Die Coen-Brüder führten Regie bei dem Tribut an den Blockbuster "Easy Rider". Die Hauptrolle spielte kein Geringerer als Peter Fonda höchstpersönlich, der sich für den Mercedes AMG GT Roadster vom Easy Rider in einen Easy Driver verwandelte. Vor wenigen Wochen ging sein jüngstes Werk für den Premium-Automobilhersteller an den Start: Die Einführungskampagne für die neue C-Klasse. Bei dem Auftritt "Never Stop Improving" hat Francke unter anderem mit Tennis-Legende Roger Federer und dem südafrikanischen Sprinter Akani Simbine zusammengearbeitet. Über sich selbst sagt er: Seine Leidenschaft für Kreation einerseits und Genauigkeit andererseits seien ihm bereits in die schwäbische Wiege gelegt werden, schließlich sei dieses Bundesland bekannt für seinen Erfindergeist und Ideenreichtum.

Die Mitarbeiterin Nummer 1

Annisa Carrington
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Annisa Carrington
Bevor Annisa Carrington die Werbewelt eroberte, arbeitete sie als Türsteherin. Nachdem sie ihren Design-Master an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg-Schweinfurt gemacht hatte, heuerte sie bei einer brandneuen Agentur an, die damals noch keiner kannte: Wynken, Blynken & Nod. Dort ist sie immer noch – und zwar als "Mitarbeiterin Nummer 1", wie Co-Gründer Jens Theil versichert. Anissa sei es zu verdanken, dass die Agentur oft für ein Designbüro gehalten wird. Überschüssige Kreativität verarbeitet sie in freien Arbeiten, bei Kreativworkshops für den Nachwuchs oder in ihrer Frisur. Die preisgekrönte Designerin ist Co-Gründerin und Kuratorin von Ladies, Wine & Design in Hamburg, einem weltweiten Netzwerk für Frauen in Kreativberufen. Bei den Cannes Lions war sie auch schon dabei: 2016 bildete sie mit Lennart Sütterlin das deutsche Young-Lions-Team in der Kategorie Design.

Eine Meisterin ihres Fachs

Hanna Maria Heidrich
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Hanna Maria Heidrich
Hanna Maria Heidrich, Jahrgang 1984, hat in ihrem Metier mehr als nur ein Zeichen gesetzt: Als weibliche Werbefilmregisseurin behauptet sie sich nicht nur erfolgreich in einer Männerdomäne, ihr ist es obendrein gelungen, von Deutschland aus den internationalen Markt zu erobern. Von ihr stammt der diesjährige Super-Bowl-Spot für Pepsi mit Stars wie Cindy Crawford und Britney Spears. Die Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg hat zu Beginn ihrer Karriere so ziemlich jeden Nachwuchspreis gewonnen, den man sich vorstellen kann: vom Porsche Award über First Steps bis hin zum Young Director Award bei den Cannes Lions. Das liegt gerade mal acht Jahre zurück. Seither kennt ihre Karriere nur eine Richtung: steil bergauf. Ihr Showreel zeigt eine erstaunliche Bandbreite mit Spots für Marken wie Debenhams, Stella Artois, Trivago und Vodafone. Die Meisterin im Storytelling arbeitet hierzulande mit Anorak Productions in Berlin zusammen. Den Studierenden an ihrer ehemaligen Filmschule rät sie, vor allem das zu machen, worauf man Lust hat, und aufzupassen, sich nicht in Schubladen stecken zu lassen. Wichtig sei es auch, proaktiv zu sein und nicht darauf zu warten, dass eine tolle Gelegenheit an die Tür klopft. Sie hat erfolgreich bewiesen, wie gut das funktioniert.

Gut vernetzt in der Hansestadt

Marielle Heiß
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Marielle Heiß
Neben Dörte Spengler-Ahrens ist sie eine der starken Frauen bei Jung von Matt/Saga: Marielle Heiß. Sie hat beispielsweise der Erfolgskampagne rund um den BVG-/Adidas-Ticketschuh ihre Handschrift aufgedrückt. In Hamburg kennt sie jeder, denn Heiß organisiert mit zwei Freunden seit vier Jahren die Werberparty "Jeder kennt Jeden", die rund zweimal im Jahr stattfindet. Seit sechs Jahren arbeitet sie in unterschiedlichen Funktionen bei Jung von Matt: Los ging es als Art Director bei JvM/Brand Activation, es folgte der Posten als Senior Art Director bei JvM/Elbe, der Vorgängeragentur von JvM/Saga. Bei Letzterer stieg sie Anfang 2016 zur Kreativdirektorin auf. Die Basis für ihre Karriere legte sie nach ihrem Studium an der Münchner Akademie U5 mit einem Praktikum bei Heimat. Es folgen Stationen bei Scholz & Friends, Media Consulta und DDB Hamburg. Wichtig ist ihr der Ausgleich zum stressigen Agenturalltag: ein Schrebergarten an der Dove Elbe, in dem sie mit ihrem Freund entspannt.

Sie erobern die Welt im Doppelpack

Lorenz Langgartner und Franz Röppischer
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Lorenz Langgartner und Franz Röppischer
Bei einem Großteil der Preise, die Serviceplan in den vergangenen Jahren bei Award Shows abgeräumt hat, haben Lorenz Langgartner und Franz Röppischer ihre Finger im Spiel. Sei es die Shazam-Kampagne "The Les Paul Skill Check" für Gibson Guitars, die Aktivitäten rund um die Braille Smartwatch für Dot oder aktuell bei dem Projekt für den Ehinger-Kraftrad-Gin "The Archaeologist": Ihre Namen tauchen stets in den Credits auf. Langgartner und Röppischer, beide Jahrgang 1986, starteten ihre Karriere vor neun Jahren bei Serviceplan. Langgartner als Text-, Röppischer als Art-Praktikant. Seit dreieinhalb Jahren sind sie Teil des Serviceplan Innovationsteams unter Führung von Alex Schill und unterstützen dort als Creative Innovation Directors über alle Standorte und Einheiten der Gruppe hinweg verschiedene Teams und Kunden. Langgartner studierte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, während Röppischer an der FH in Hof seinen Abschluss in Mediendesign machte.

Gespür für große Emotionen

Marie Legat
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Marie Legat
Die 29-jährige Marie Legat arbeitet seit Februar 2017 bei Serviceplan in München. Als Kreativdirektorin kümmert sie sich um Kunden wie Penny, Capri Sun, Landliebe, Stadtwerke München sowie das Neugeschäft. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Miami Ad School. Danach stieg sie bei Heimat in Berlin ein und war dort für Kunden wie Hornbach, Rewe, Mini, ATU und Adidas tätig. Zu ihren größten kreativen Erfolgen zählt die "#Heldenkranz"-Kampagne für Hornbach. Bei ihrem aktuellen Arbeitgeber sorgte sie Ende 2017 mit der emotionalen Weihnachtskampagne für Penny für Gesprächsstoff. Laut einer Analyse der PR-Agentur WE Communications trafen der Kölner Discounter und seine Agentur mit der Idee "#zeitsichzuversöhnen" die Weihnachtsstimmung am besten. Legats Gespür für emotionales Storytelling brachte ihr auch bereits zweimal einen Platz bei den Filmteams der Young Lions in Cannes ein.

Internationale Arbeit im Fokus

Lucas Schneider
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Lucas Schneider
Der 32-jährige Lucas Schneider arbeitet seit rund zwei Jahren bei Antoni Garage als Creative Director für Mercedes-Benz. An dem Job hat ihn vor allem die internationale Ausrichtung gereizt. Seine Karriere startete der gebürtige Gelsenkirchener bei Red Cell in Düsseldorf, wo er eine Ausbildung in Mediendesign machte. Es zog ihn nach Berlin, wo er fast fünf Jahre lang bei Heimat für Kunden wie Swisscom und Adidas tätig war. In dieser Zeit, genauer gesagt 2014, kürte ihn der Art Directors Club für Deutschland zum Junior des Jahres. Im gleichen Jahr schaffte er es im weltweiten Kreativranking Big Won unter die 50 besten Art-Direktoren. Mitte 2015 verließ er Heimat, um für ein Jahr bei 180 in Amsterdam zu arbeiten. 2016 folgte der Wechsel zu Antoni. Dort ist er seinem Ex-Kunden Adidas zumindest räumlich wieder ein Stückchen näher gekommen: Antoni Garage residiert im Haus über dem Adidas Flagship-Store in Berlin.

Kreative Impulse aus Down Under

Tom Berger
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Tom Berger
Den Australier Tom Berger hat es Ende 2017 nach Deutschland verschlagen. Genauer gesagt zu Ogilvy nach Frankfurt, wo er als Executive Creative Director für Kunden wie Siemens und Nescafé Dolce Gusto verantwortlich ist. Der 35-Jährige hat bereits beachtliche 16 Jahre Berufserfahrung gesammelt. Doch schon als Teenager hatte er viel Zeit damit verbracht, Webseiten zu bauen. Mit 19 – also unmittelbar nach der Highschool – stieg er Vollzeit in der Branche ein. Los ging es als Designer bei Red Square in Sydney. Es folgten Stationen bei der australischen Ogilvy-Tochter Bullseye und der Digitalagentur Rodeo. 2013 wechselte er zu Isobar in Melbourne und von dort ging es innerhalb des Netzwerks nach Amsterdam. Berger schätzt an seinem Job, dass er ihm die Möglichkeit gibt, mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenzuarbeiten und die ganze Welt zu bereisen. Ogilvy sollte also aufpassen, dass es den talentierten Aussie nicht schon bald an den nächsten Ort zieht.

Lust auf geilen Scheiß

Juliane Krause-Akelbein
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Juliane Krause-Akelbein
Sie unterscheidet grundsätzlich nicht zwischen Digital und Klassik. Deshalb zieht Juliane Krause-Akelbein Antoni einer reinen Digitalagentur vor. Sie schätzt den täglichen, engen Kontakt mit den "ganzen kreativen Chaoten", die es in reinen Digitalagenturen in dieser Fülle oft nicht gebe. Die 32-Jährige weiß, wovon sie spricht: Bevor sie vor anderthalb Jahren als Head of Digital Concept zu Antoni kam, leitete sie bei UDG das Team Concept Development. Die gebürtige Stuttgarterin setzte sich schon früh mit Technologie und Branding auseinander: Im Alter von zehn Jahren besaß sie bereits einen Computer und während ihres Studiums arbeitete sie an der Markenpositionierung ihrer Ausbildungsstätte, der Mediadesign Hochschule in Berlin, mit. Bei Antoni Garage ist sie erst vor wenigen Wochen zur Kreativdirektorin aufgestiegen. Die kommenden Jahre will sie dazu nutzen, "geilen Shit zu machen und dabei ganz viel zu lernen".

Neustart bei Philipp und Keuntje

Lisa Weibezahl und Tobias Lehment
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Lisa Weibezahl und Tobias Lehment
Lisa Weibezahl und Tobias Lehment arbeiten seit diesem Sommer als Text/Art-Team bei Philipp und Keuntje für Kunden wie Deutsche Bank, Darboven, Meica und Brita. Ihre Sporen verdienten sie sich bei Grabarz & Partner, wo sie an Kampagnen für Burger King, Volkswagen und Exit Deutschland mitgewirkt haben. Die meisten Awards räumte das Duo 2016 mit der Kampagne "Hass Hilft" für das Nazi-Aussteigerprogramm Exit Deutschland ab. Weibezahls Metier ist die Sprache – davon bekam sie schon während ihrer akademischen Ausbildung nicht genug: Zuerst studierte sie Deutsche Literatur sowie British and American Studies mit Bachelor-Abschluss an der Universität Konstanz. Es folgte der Master in Allgemeiner Sprachwissenschaft und schließlich noch ein Studium an der Texterschmiede in Hamburg. Lehment wollte ursprünglich ins Filmbusiness und Kameramann werden, studierte dann aber doch an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation.

Zusammengestellt von Bärbel Unckrich




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