Von Out of Home zu Out Of Thumb

Wie Postings in der Timeline die neuen Plakate geworden sind - und dann leider doch nicht

Donnerstag, 14. November 2019
Die Zutatenliste für gute Werbung lässt sich schnell zusammenfassen: Über allem steht die brillante Idee. Fügt man dann noch eine Prise Überraschung, Überspitzung oder Verdichtung hinzu, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Beim Scrollen durch seine Newsfeeds vermisst Timm Weber diese klassischen Zutaten schmerzlich. "Alle versuchen alles richtig zu machen", beobachtet der Kreativchef von Publicis Pixelpark. Mit dem Ergebnis, dass keine Idee am Ende wirklich heraussticht. In seinem Gastbeitrag appelliert Weber an die Digitalwerber, sich wieder auf die Tugenden der Werbung zu besinnen.

Die Geschichte ist nicht neu: Plakate stehen überall herum. Wir laufen, radeln oder fahren an ihnen vorbei und sie haben maximal eine Aufmerksamkeitszeit von zwei bis drei Sekunden, um zu wirken. In dieser kurzen Zeit kann viel passieren. So ist es vielen guten Arbeiten gelungen, überraschend und immer wieder neu Botschaften schnell und einprägsam zu transportieren. Die Kürze der Zeit forderte Generationen von Kreativen heraus, Ideen maximal zu reduzieren, die Essenz zu visualisieren. Im Idealfall hat das die Städte bunter gemacht und Marken schafften es, auf originelle, verdichtete Weise mit den Menschen zu interagieren.

Außenwerbung konkurriert mit Werbung auf dem Smartphone
© Timm Weber
Außenwerbung konkurriert mit Werbung auf dem Smartphone
Seit einigen Jahren gibt es kräftig Konkurrenz da draußen. Da klaut jemand die Aufmerksamkeit der Menschen. Denn sie schauen viel mehr auf ihr Device als auf ihre Umgebung. Sie "daumen" sich durch ihren Newsfeed von einem Posting zum nächsten.

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