"Herausragende Unternehmerpersönlichkeit"

Ein Nachruf auf Gerhard Mutter

Mittwoch, 25. Juli 2018
Gerhard Mutter, früherer Chef der Stuttgarter Werbeagentur Die Crew, ist am Dienstag dieser Woche im Alter von 66 Jahren gestorben. Ralf Nöcker, Geschäftsführer des GWA, würdigt Mutter in seinem Nachruf als "herausragende Unternehmerpersönlichkeit" und ein "im positiven Wortsinn kritisches Verbandsmitglied".

Mit Gerhard Mutter verliert die Werbebranche eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit. Er wird eine große Lücke hinterlassen, sowohl in der von ihm mit gegründeten Agentur "Die Crew" als auch am Agenturstandort Stuttgart und last but not least beim GWA, dessen Mitglied die Agentur ist, seit es den Verband gibt.


Gerhard Mutter hat von Ende 1998 bis Ende 2008 im GWA-Vorstand mitgewirkt und dabei lange die Funktion des Vizepräsidenten und Schatzmeisters inne gehabt. Er war stets ein engagiertes, aber auch ein im positiven Wortsinn kritisches Verbandsmitglied. In Diskussionen wusste man immer, woran man bei ihm war, es ging offen und ehrlich zu, immer blieb es aber bei der Sache und wurde nie persönlich. Kein Wunder also, dass die Wahl nicht selten auf Gerhard Mutter fiel, wenn es einen Konflikt im Verband zu schlichten galt.

Als Schatzmeister hat er eine Tradition begründet, die bis heute fortbesteht: das Amt kompetent auszufüllen und dabei den Unterhaltungswert von Finanzberichten für die Mitglieder nicht zu vernachlässigen. Ihm ist dabei das seltene Kunststück geglückt, für die Verkündigung einer Beitragserhöhung Standing Ovations der Verbandsmitglieder zu bekommen. Aber auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand hat er die Verbandstätigkeit kritisch begleitet, nicht nur im Ältestenrat, dem er seit Ende 2016 angehört. Sein Wort hatte stets Gewicht, von Projekten, die er für Luftschlösser hielt, hat (in einigen Fällen muss man leider sagen: hätte) man besser die Finger gelassen.
„In Diskussionen wusste man immer, woran man bei ihm war, es ging offen und ehrlich zu, immer blieb es aber bei der Sache und wurde nie persönlich“
Was nicht vielen Unternehmern gelingt, hat Gerhard Mutter ebenfalls mit Bravour bewerkstelligt, nämlich die eigene Nachfolge zu regeln. 2014 hat er die Geschäftsführung an Michael Frank und Martin Süßmuth übergeben und sich in den Aufsichtsrat der von ihm 1983 mitgegründeten Agentur zurückgezogen. Diesen Schritt hatte er fünf Jahre zuvor angekündigt und anschließend konsequent umgesetzt. Ein Urgestein der Werbung also, zugleich aber auch ein Unternehmer durch und durch, der wahrscheinlich in jeder Branche erfolgreich gewesen wäre.

Nun müssen die Crew und der GWA ganz ohne ihn auskommen. Schwer vorstellbar.

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