W&V und der Opel-Pitch

Warum wir keine Opfer sind

Dienstag, 18. Oktober 2016
Opel hat gepitcht, einige Medien wussten vorher, wie es ausgeht. Das war voreilig. Und nun?

Wir neigen nicht dazu, das Missgeschick von Kollegen mit Häme oder Schadenfreude zu begleiten. Als „Werben & Verkaufen“ in dieser Woche mit seinen „Exklusivinformationen" zum Ausgang des Agentur-Pitchs bei Opel komplett falsch lag, stand darüber in HORIZONT kein Satz, weder im gedruckten Heft, das am Donnerstag erscheint, noch auf der Website. Nicht um die Konkurrenz zu schonen, nicht aus kumpelhafter Rücksichtnahme, sondern weil es Wichtigeres gab: die Entscheidung von Opel, die Hintergründe, die Folgen für die beteiligten Agenturen.



Jetzt allerdings kommen wir nicht ganz darum herum, einige Sätze über die Causa W&V zu verlieren. Weil Jochen Kalka darüber schreibt und auch über HORIZONT. Seine Informanten hätten falsche Fährten gelegt, Agenturchefs hätten ihn angelogen - „und wohl auch Dienste wie ‚New Business', ‚Meedia' oder ‚Horizont'. Skrupellos.“ So wie der Satz da steht, ist er doppeldeutig. Wir verstehen ihn nicht so, dass wir auch zu den „Gerüchtepyromanen“ (Kalka) gehören, sondern dass wir – wie W&V – zu den Opfern der Fehlinformationen gehören.

Tatsächlich hat HORIZONT in dieser Reihe dennoch nichts verloren. Wir haben an keiner Stelle geschrieben, dass der Pitch bereits zu Gunsten von Jung von Matt entschieden sei. Also sind wir auch nicht Opfer von irgendjemandem geworden, nicht von Agenturchefs, nicht von leitenden Mitarbeitern mitpitchender Agenturen, nicht von sonstigen vermeintlichen Insidern. Opfer von Falschinformationen wird man erst dadurch, dass man sie glaubt.


„Wir Fachmedien müssen immens aufpassen, mehr denn je, dass nicht mit uns gespielt wird“, schreibt der Chefredakteur von W&V. Stimmt. Aber nicht erst nach dem Opel-Pitch. uv

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