Spießer Alfons

"Ich liebe es ... nicht mehr!"

Donnerstag, 11. Februar 2016
Wer wie Alfons drei Kinder im Alter von 38, 20 und 6 Jahren hat, der kann schon ein Lied singen von McDonald’s. Hier ist die letzte Strophe!

In seinem Briefkasten fand Spießer Alfons wieder mal einen Flyer von McDonald’s, wo reihenweise Gutscheine abgedruckt sind, mit denen die Hamburger-Kette "alle an einen Tisch" bringen will – siehe die Abbildung! Doch mögen die Angebote auch noch so schmackhaft erscheinen: Einer wird sie nicht wahrnehmen, und das ist Alfons der spießige Konsument, der für seine Verweigerung einen trifftigen Grund hat. Und über diesen Reason Why erzählt der Spießer Euch in seinem Selbsterfahrungsbericht.

Auch die Essenmarken von McDonald’s können Spießer Alfons nicht mehr überzeu-gen: Das Kino in seinem Kopf zeigt einen unappetitlichen Film!
Auch die Essenmarken von McDonald’s können Spießer Alfons nicht mehr überzeu-gen: Das Kino in seinem Kopf zeigt einen unappetitlichen Film!
Es war in Hamburg, und zwar auf der Reeperbahn nachts um halb eins, als Alfons und sein Mädel der kleine Hunger überfiel. Und vor der Wahl zwischen Kentucky Fried Chicken und McDonald’s entschieden die Nachtbummler sich in dieser Nacht für die BigMac-Residenz, um dort ein paar Chicken Wings zu verzehren. Und nun erfahrt Ihr, liebe HORIZONT–Leser, warum dem Spießer der Appetit bei McDonald's gründlich vergangen ist.


Bevor Alfons und seine ihm Angetraute mit dem Essen begonnen hatten, waren sie auf die Toilette gegangen, um sich dort die Hände zu reinigen. Denn bekanntlich isst man bei McDonald’s nicht mit Messer und Gabel, sondern mit den Fingern wie dermaleinst im Mittelalter. Und während die Gäste anschließend aßen, kam die Klofrau aus der Toilette ins Restaurant gestürzt und rief einem jungen Mann hinterher: "He, nach dem Geschäft aber die Hände waschen!" 

Allgemeines Grinsen der Gäste im vollbesetzten Lokal. Und der Schmutzfink beeilte sich, aus dem Restaurant zu kommen, wohin er offensichtlich nur zum Entleeren seines Darmes gegangen war.


Da Alfons ein phantasievoller Mensch ist, begann sofort das Kino in seinem Kopf zu laufen: Leute, die sich bei McDonald’s nicht die Hände waschen, mit denen sie dann die Toilettentür öffnen, hinterlassen am Türdrücker böse Spuren. Diese Keime bekommt der nächste Besucher nach dem Händewaschen an seine Finger, mit denen er anschließend seinen Hamburger bzw. die Chicken Wings oder McNuggets isst...!

Es ist kein Witz, aber zufällig hatte Spießer Alfons zwei Tage danach ein echtes Darmproblem. Und deshalb kann McDonald’s noch so tolle Werbung machen oder seine Preise reduzieren bis zum Gehtnichtmehr: Solange die Toilettentüren in den Restaurants nicht automatisch auf- und zugehen, wird Alfons dort nicht mehr hingehen.
Spießer Alfons geht auf Distanz zu Ronald McDonald!
Spießer Alfons geht auf Distanz zu Ronald McDonald!
Die Alternative: Zu jedem Essen gibt es automatisch ein feuchtes Tuch aufs Tablett, wie das häufig in japanischen Restaurants üblich ist, mit dem man sich die Hände vor dem Essen säubern kann. (Bei KFC ist ein winziges Feuchttüchlein üblich.)

By the way: Dass der Gast bei McDonald’s auch dann kostengünstig essen kann, wenn es keine Preisreduzierungen gibt, ist ein Gerücht. Genauso ein Gerücht ist, dass das Essen bei McDonald’s ungesund ist, denn es kommt darauf an, was man dort bestellt.

Und noch etwas: Früher hatte McDonald’s mal Pommes frites, wie sie kein Restaurant hätte besser machen können. Heute sind die Dinger bereits nach wenigen Minuten so labberig, dass der Spießer sie nicht mehr runterkriegt.

Und dann gab es kürzlich mal wieder das McDonald’s Monopoly. Dabei konnte der Kunde viel  gewinnen, vom Cheeseburger bis zu elektronischem Gerät. Außerdem alberne Gutscheine für Preisreduzierung bei irgendwelchen Drittfirmen im Internet.

Obendrein gab es aber auch noch den Jackpot. Da musste der Gast die Codes, die er mit den Aufklebern auf den Produkten "gewonnen" hatte, online bei McDonald’s eingeben, woraufhin dann eine Auslosung erfolgen sollte.

Allerdings: Um die Codes eingeben zu können, musste man sich namentlich registrieren mit Adresse, Alter und Telefon. Und: Man musste sogar Fragen beantworten wie zum Beispiel, was man bei McDonald’s am liebsten isst und ob man den Newsletter  haben möchte.

Ziemlich tricky, dieses Monopoly-Spiel von McDonald’s, findet Ihr nicht? Und nach Eingabe seiner Codes hat Spießer Alfons dann später anhand der Gewinnernamen erkannt, dass er leer ausgegangen war. Womit die Werbeaussage ad absurdum geführt wurde, die da vielversprechend gelautet hat: "Das unverschämte Glück trifft auch Dich!" siehe die Abbildung!
Falschaussage! Richtig ist: Das Glück war so unverschämt, den Spießer nicht zu treffen!
Falschaussage! Richtig ist: Das Glück war so unverschämt, den Spießer nicht zu treffen!
Ne, das Glück traf den Spießer nicht. Immerhin wurden die Namen der Gewinner online genannt, wenn auch abgekürzt, sodass alle Teilnehmer davon ausgehen können, dass dieses Spiel sauber gelaufen ist.

Spießige Frage abseits von McDonald’s Monopoly: Wer kontrolliert eigentlich bei Preisausschreiben, ob alle ausgelobten Gewinne auch ordnungsgemäß ausgeliefert werden? Oder kann jeder Werbungtreibende morgen Autos, Weltreisen, Häuser, Flugzeuge und Yachten verlosen, ohne dass es nach Einsendeschluss und unter Ausschluss des Rechtsweges eine Sau interessiert, ob alle ausgelobten Gewinne auch tatsächlich übergeben wurden...?

Anderes Thema: Häufig schon kam dem Spießer der Gedanke: Warum machen die Hersteller von Druckern ihre Tintenpatronen so teuer, dass die User lieber preiswerten Ersatz kaufen, zumal es da Testergebnisse gibt, die billigen Generika-Patronen bescheinigen, dass sie von bester Qualität sind...?

Alfons bekam von seinem Sohn die Erklärung: Solange es immer noch genug Dumme, nämlich Käufer der teuren Original-Patronen gibt, bleibt das so, weil sich das für die Anbieter nach wie vor gewinnbringend rechnet.

Und was versuchen die Drucker-Produzenten, um fremde Tinte quasi zu löschen? Alfons las bei einem Gerät mal den Hinweis, dass es eine Garantiebeschränkung geben soll, wenn es falsch betankt worden ist. Und Canon hat sich etwas Originelles einfallen lassen mit einem Hinweis, den Alfons gerade auf seinen Bildschirm bekommen hat und also lautend:
Hinweis an den Nutzer eines Canon-Druckers
Hinweis an den Nutzer eines Canon-Druckers
Das ist hübsch, oder? Da fühlt sich der spießige Canon-Drucker-Kunde nicht nur ertappt, sondern auch überwacht und wird es in Zukunft nie mehr wagen, auch nur eine einzige Fremdpatrone in sein Gerät zu schmuggeln!

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