Spießer Alfons

Eine Werbung mit gestyltem Intimbereich

Donnerstag, 21. April 2016
Früher war der Intimbereich einer Frau eine haarige Angelegenheit, über die man ein Feigenblatt platziert hat. Heute nimmt man Buchsbaum!
Früher, so hat der Spießer es in Erinnerung, da wurde nur der Fiffi getrimmt. Heute, so erfahren wir aus einer Anzeige von Wilkinson, gibt es auch einen Rasierer mit "Trimmerfunktion" für die Muschi. Und der Textdichter erklärt dazu: "Sex sells!" – was der geile Spießer doch irgendwie schon immer geahnt hat! Und "jede vierte Frau sagt: 'Sex mit gestyltem Intimbereich ist besser'". Das hat sich kein unbekannter Konsumpoet einfach so ausgedacht, sondern das will ein "unabhängiges Meinungsforschungsinstitut" bereits im Dezember 2015 herausgehört haben. Und Spießer Alfons ergänzt aus eigener Forschung: Sex mit Frauen läuft noch besser, wenn sie keine Haare auf den Zähnen haben.
Werbung unterhalb der Gürtellinie – pfui!
Werbung unterhalb der Gürtellinie – pfui!
Aber Scherz beiseite, es handelt sich hier schließlich nicht um launige Publikumswerbung, sondern um eine ernsthafte Fachanzeige! Womit nicht Sex verkauft werden soll, sondern eben "Hydro Silk", der Damenrasierer mit Trimmerfunktion. Und damit die Werbung nicht sexistisch erscheint, wird die Güte des Rasierers auch nicht am Point of Female demonstriert, sondern quasi durch ein Feigenblatt, sprich: Buchsbaum. Dieser Hinweis deutet auf einen echten Zusatznutzen hin, weshalb der "Hydro Silk" nicht nur in Drogeriemärkten, sondern auch in Garten-Centern angeboten wird, und zwar als Rasentrimmer für den kleinen Zierrasen.


Ach ja, und noch etwas: "Intimfrisuren boomen", erfahren wir am Fuße der Annonce und lesen: "50% der Frauen stylen ihren Intimbereich regelmäßig – Tendenz steigend". Und diese Erkenntnis sollte für jeden Figaro doch ein echter Dienst an der Kundin sein: Nach der Kopfbehandlung wird der Sessel in die Liegeposition gebracht, sodass der Hairstylist den Intimbereich der Damen trimmen kann. Dieses Einsatzgebiet würde auch dem Friseurhandwerk förderlich sein, um mehr maskuline Auszubildende dafür zu begeistern, damit endlich mit dem bekannten Vorurteil aufgeräumt wird, dass männliche Friseure bei Frauen unterhalb der Gürtellinie kein Interesse bekunden.

Die Wilkinson-Anzeige ist der spießige Aufmacher für das Thema "Sex in der Werbung". Denn damit soll es nun bald vorbei sein, wenn es nach dem Willen von Justizminister Heiko Maas (SPD) geht. Der nämlich plant eine Werbezensur, wie dem abgebildeten Beitrag aus "Bild" zu entnehmen ist.
Soll auch die Burka in Deutschland offiziell getragen werden?
Soll auch die Burka in Deutschland offiziell getragen werden?
Wir erfahren: "Die SPD will 'geschlechtsdiskriminierende Werbung' pauschal verbieten." Und wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man über den Grund lachen: "Die Sex-Mob-Attacken ausländischer Männer zu Silvester am Kölner Hauptbahnhof"! Und "Bild" fragt: "Werbezensur gegen Vergewaltiger?"


Ja, genau das ist es doch, Herr Minister! Spießer Alfons stimmt dem beabsichtigten Verbot natürlich voll zu. Mehr noch: Auch in redaktionellen Beiträgen der Medien dürfen keine nackten Frauen mehr gezeigt werden. Und der "Playboy" soll nur noch unter der Ladentheke gehandelt werden. Außerdem: An deutschen Urlaubsstränden darf keine Frau mehr im Bikini herumlaufen, sondern sie muss eine Burka tragen, damit ausländische Männer nicht auf dumme Gedanken kommen. Auch in öffentlichen Schwimmbädern werden Bikinis verboten, und Schwimmkleider, die wir aus Zeiten unserer Urgroßmütter kennen, werden wieder Pflicht. Und nicht zuletzt wird auch der orientalische Bauchtanz in Deutschland strengstens untersagt, reduziert er die künstlerische Bedeutung einer Frau doch allein auf Brüste, Bauch und Arsch.

Bislang werden sexistische Auswüchse in der deutschen Werbung nicht nur von Spießer Alfons, sondern auch vom Deutschen Werberat moniert und getadelt. Das ist ein demokratischer Vorgang. Statt Demokratie will die SPD nun Bevormundung, was mit dem Werbeplakat von Martin Schulz gar nicht konform geht – siehe die Abbildung! Aber was kümmert die SPD ein Werbeversprechen von gestern, das ja schließlich vor den Ausschreitungen in Köln abgegeben wurde!
Wer bis dato dachte, Deutschland läge in Europa, wird nun eines Schlechteren belehrt: Die SPD will Bevormundung statt Demokratie!
Wer bis dato dachte, Deutschland läge in Europa, wird nun eines Schlechteren belehrt: Die SPD will Bevormundung statt Demokratie!
Natürlich soll das, was für Erotik in der Werbung beschlossen werden soll, nicht nur für die Abbildung von Frauen, sondern auch für eine Darstellung nackter Männer gelten. Denn es gibt unter gewalttätigen Ausländern bestimmt auch Homosexuelle. Oder Frauen, die unter ihrem Schleier blass werden und in Ohnmacht fallen, wenn ein nackter Männer-Arsch auf einem Bierplakat zu sehen ist. Denn im Islam, so muss man wissen, herrscht Alkoholverbot. Und somit können wir uns schon auf das nächste Werbeverbot gefasst machen.

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