South by Southwest

Was SXSW von Cannes unterscheidet

Montag, 14. März 2016
Die SXSW im texanischen Austin elektrisiert nicht zuletzt auch die Werbebranche. Sönke Busch, der einst bei Springer & Jacoby wirkte und sich seine Brötchen nun als freier Kreativer verdient, ist mit der Agentur DOKYO vorort und schildert seine Eindrücke von dem Event, das mit seinem Mix aus Festivals, Konferenzen und Fachausstellungen seinesgleichen sucht. 

SXSW ist genau wie Cannes: Nur ohne Strand, ohne Rosé, ohne Reklamemenschen, die in Flipflops dem verblassenden Ruhm der 60-Sekünder hinterherklappern, ohne dieses selbstverliebte Spiegelkabinett des Awardbusiness, das ihre Kinder frisst. Aber dafür mit dem kribbeligen, aufregenden Gefühls des ersten Tages an der Uni und der Sicherheit, dass die Gier nach Neu befriedigt wird.



Und wenn sich doch mal etwas als Flop entpuppt, geht man einfach eine Tür weiter und betritt eine andere Welt. Zum Beispiel die von A. J. Jacobs, der mit Technologie und Humor den größten Stammbaum der Welt schaffen will, um den Planeten etwas freundlicher zu machen. 

Stets getrieben vom riesigen Angebot an über 1000 Vorträgen, sauge ich die Gedanken vom Systemkritiker Douglas Rushkoff, die Geschichten der AOL-Gründer Jean und Steve Case auf, spucke das gechlorte Wasser aus dem Wasserspender aus und finde mich Minuten später mit einem leuchtenden Kopfhörer in einer Präsentation eines Geräuschesammlers wieder, um dann später hektisch aus einer schlimmen Webeveranstaltung von Facebook zu flüchten.


In Austin werden aus Nullen und Einsen Visionen, Hobbyfilmer zu einflussreichen Mediensuperstars und Algorithmen wandeln sich in wunderbare Geschichten. Aber jetzt habe ich auch wirklich keine Zeit mehr weiter zu tippen - Antony Bourdain erzählt in 20 Minuten was Leckeres. 

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