Rocket Communications

Die Samwer-Agentur rckt wird die Branche bereichern

Montag, 23. Februar 2015
Der vor wenigen Tagen verkündete Einstieg der Samwer-Brüder in den Markt für Kommunikationsagenturen hat für reichlich Aufsehen gesorgt. Geht von den berüchtigten Internetinvestoren eine Bedrohung für die Platzhirsche aus? Wigan Salazar glaubt das nicht. In einem Gastkommentar betont der CEO von MSL Germany die Chancen.
Eines vorweg: Ich bin befangen. Den rckt-Gründer Andreas Winiarski kenne ich gut - und ich schätze ihn sehr. Und ja, das eine oder andere Rocket-Unternehmen habe ich bereits beraten.


Vielleicht gerade wegen dieser Beziehung war ich kurz beunruhigt, als Andreas mir am Rande des HORIZONT-Awards mitteilte, dass er nun auch Agenturchef werde und vorhabe, die Rocket-Kommunikationsabteilung auszugründen und dabei weiterhin in Personalunion Kommunikationschef zu bleiben. Was hieße das für die eigenen Chancen bei künftigen Rocket-Unternehmen? Was sollte ich von einer Konkurrenz halten, die mit dem Heimvorteil eines quasi hausinternen Kundenstamms auf den Markt geht? Mich trieb zudem ein anderer, wichtiger Punkt um: das Rocket-Team ist einfach gut – hier wurde mit einem guten Auge für Talente vorausschauend Personalpolitik betrieben. Nach ein bisschen Nachdenken sehe ich diese Gründung positiv. Dass rckt mit einem starken Team auf Kundensuche geht, ist eine gute Sache. Die Agenturbranche lebt von Konkurrenz, und wenn eine Agentur mit den Erfahrungen der diversen Rocket-Launches eine neue Sichtweise auf manches Kommunikationsthema bringt, kann das unserer Zunft nur gut tun. Wobei noch nicht klar ist, welche Richtung rckt einschlagen wird – klassische PR, Werbung, Branding oder vornehmlich Content Marketing? Wir werden sehen. Die Talente sind jedenfalls da.
„Die Gründung von rckt zeigt, dass das Modell „Agentur“ eine gewisse Attraktivität beibehalten hat.“
Wigan Salazar
Interessant finde ich, dass rckt offenbar weniger disruptiv daherkommt, als man es von einer Samwer-Ausgründung erwartet. Sprich: es wird kein UBER für die Branche gegründet, der auf Knopfdruck und möglichst mobil ermöglicht, Agenturleistungen zu buchen, die in Wahrheit auf diverse Freelancer ausgelagert werden. Ich mache mir schon seit einiger Zeit Gedanken darüber, welche Automatisierungswellen unsere Branche verändern könnten, aber offensichtlich scheinen gerade PR-Berater noch die Rolle von Kunsthandwerkern in einem zunehmend automatisierten Umfeld wahrzunehmen.

Was mich aber freut: Die Gründung von rckt zeigt, dass das Modell „Agentur“ eine gewisse Attraktivität beibehalten hat – und das in Zeiten, in denen darüber geklagt wird, dass die wirklich interessanten Jobs bei den Startups seien. Dass Startup-Menschen zu Agenturmenschen werden wollen – vor allem diese Nachricht sollte die Branche freuen.
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