Blue 449

Warum die Herangehensweise der Publicis-Tochter zu begrüßen ist

Freitag, 12. Juni 2015
Spricht man mit Michael Marzahn über sein neues Agenturbaby Blue 449, ist viel von Kommunikationseffektivität die Rede, vom Verschmelzen verschiedener Agenturphilosophien, dem neuen Ansatz einer Open Source Agentur. Blue 449 hat eine neue kooperative Herangehensweise, will von Anbeginn alle Partner an den Tisch holen, ist offen für Expertise von außen. Klingt toll, aber sollten nicht alle Mediaagenturen so arbeiten?

Die Abgrenzung zu den Schwesteragenturen des Netzwerks liege, so Marzahn, in der Herangehenweise: Zenith und Optimedia arbeiten mit dem Live-ROI-Ansatz, effizienzgetrieben also, die zentrale Frage dabei ist stets, was bei einem bestimmten Investment hinten rauskommt.



Um den Unterschied zu verstehen, muss man sich vielleicht die Definitionen von Effektivität und Effizienz näher anschauen. Effektivität, also Blue 449, ist als das Maß der Zielerreichung zu verstehen, womit das Verhältnis vom Angestrebten zum Erreichten gemeint ist. Der dahinterliegende Aufwand spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist dabei allein die Frage, ob die richtigen Dinge getan wurden, um das Ziel zu erreichen.  Effizienz wiederum stellt das Verhältnis von Input zu Output sowie Leistung zu Kosten dar. Es geht also um reine Wirtschaftlichkeit, Return on Investment = ZenithOptimedia. Effizienz ist ohne Frage sehr wichtig. Werden aber die falschen Dinge effizient getan, ist dies unwirtschaftlich. Dementsprechend hat die Effektivität einen höheren Stellenwert. Strategie geht vor Effizienz. 

Die Herangehensweise von Blue 449, Effektivität vor Effizienz, ist also durchaus zu begrüßen. Doch was heißt das für die Agenturwahl? Wer große Budgets hat und vor allem an Einkaufsoptimierung interessiert ist, muss zu Zenith oder Optimedia gehen? Wer mehr Interesse an qualitativer Mediaplanung hat zu Blue449? So will die Agenturgruppe das ja dann doch nicht verstanden wissen. Man könne grundsätzlich mit allen Aufgabenstellungen zu beiden gehen.


Am Ende geht es vermutlich ja doch nur um wirtschaftliche Interessen, um eine Erweiterung des Networks, mehr Spendings auf sich vereinen, ein größeres Stück vom Kuchen bekommen, miteinander konkurrierende Wettbewerber betreuen können. Warum auch nicht? Für das Agenturnetwork wäre das gleichermaßen effektiv wie effizient. vg

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