Corona

Wie Agenturen mit kreativen Projekten in der Krise helfen

   Artikel anhören
Dojo unterstützt in der Corona-Krise die Obdachlosen
© Dojo
Dojo unterstützt in der Corona-Krise die Obdachlosen
Immer mehr Unternehmen, Agenturen und Initiativen starten Kampagnen, um die Menschen für den Kampf gegen Covid-19 zu sensibilisieren und an Solidarität und Verantwortungsbewusstsein zu appellieren. Daneben wollen viele Agenturen aber auch mit eigenen kreativen Aktionen helfen und haben dazu ganz unterschiedliche Projekte auf die Beine gestellt. HORIZONT Online zeigt eine Auswahl der besten.

1.

Antoni: Long Live The Block

Die unmittelbaren Folgen der Corona-Pandemie treffen insbesondere die Betreiber und Mitarbeiter von Restaurants, Bars, kleinen Handelsunternehmen und Dienstleistern hart. Die Berliner Agentur Antoni will mit der Non-Profit-Initiative LongLiveTheBlock.org die kleinen Unternehmen aus der Nachbarschaft vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahren. Dazu verbindet die Plattform Kunden mit lokalen Shops in ganz Deutschland, auch wenn die Ladentüren geschlossen bleiben. Wie funktioniert das Ganze? Geschäfte, Gastronomen und Handwerksbetriebe können sich auf der Plattform anmelden und ein Kurzprofil anlegen. Darüber können sie dann Gutscheine verkaufen, die die Konsumenten in Zukunft, wenn die Läden wieder öffnen, einlösen können. Zudem sind direkte Spenden möglich. In beiden Fällen erhalten die Unternehmen sofort Geld, damit ihre Liquidität auch in Zeiten des Shutdowns gesichert ist.
Antoni unterstützt kleine Unternehmen in der Nachbarschaft mit der Initative LongLiveTheBlock
© Antoni
Antoni unterstützt kleine Unternehmen in der Nachbarschaft mit der Initative LongLiveTheBlock



2.

AddBots: KI-Jobplattform WorkNow

Die Avantgarde-Tochter AddBots will mit Künstlicher Intelligenz gegen die drohende Krise auf dem Arbeitsmarkt angehen: Die Digitalagentur hat eine Plattform namens WorkNow entwickelt, über die Arbeitgeber in Zeiten von Corona schnell neue Mitarbeiter finden sollen. Zudem sollen durch die Epidemie arbeitslos gewordene Arbeitnehmer umgekehrt schnell und unkompliziert eine neue Beschäftigung finden. "WorkNow ist explizit kein Tool zur Nachbarschaftshilfe. Die sind zwar auch wichtig, aber unsere Plattform soll ordentliche und bezahlte Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Akut in der Krise, aber natürlich auch für die Zeit danach", erklärt AddBots-Geschäftsführer Florian Bogner. Das Projekt läuft gut an: Nach wenigen Tagen sind bereits über 100 Arbeitgeber und Arbeitnehmer registriert.

3.

Dojo: #HelpFromHome

Seit neun Jahren setzt sich die Berliner Kreativagentur Dojo mit ihrer eigenen Initiative One Warm Winter bereits für Obdachlose ein. Das ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht anders - schließlich stehen die Menschen, die auf der Straße leben, in diesen Tagen und Wochen vor deutlich mehr Herausforderungen, weil zahlreiche Sozialeinrichtungen geschlossen sind und die Grundversorgung der Menschen stark erschwert wird. Dojo sammelt zusammen mit der Karuna Sozialgesellschaft jetzt über die Spendenplattform Betterplace.org Geld, um es direkt auf den Straßen Berlins zu verteilen, damit sich Obdachlose mit lebenswichtigen Dingen versorgen können.


4.

Geheimtipp Hamburg: Der erste Social-TV-Kanal Hamburgs

Einige Agenturen antworten auf die Krise mit Kreativität - und entwickeln zum Beispiel einfach mal den ersten Social-TV-Kanal Hamburgs. So geschehen bei dem Content-Dienstleister Geheimtipp Hamburg, der in einer nächtlichen Krisensitzung die Facebook-Plattform ONE Hamburg schuf. Das Motto: Wenn in Hamburg niemand mehr zur Kultur kommen kann, kommt die Kultur eben zu den Hamburgern nach Hause. Dabei ist das Wort "social" wörtlich zu nehmen: "Wir wollen den Menschen die Bühne geben, die sie vorerst leider verloren haben - und die Stadt zumindest digital miteinander vernetzen”, sagt Co-Founder Jan Traupe. Bei ONE Hamburg finden die Nutzer aktuelle News, Reportagen, Interviews, Stories, Panels, Live-Podcasts, Konzerte und vieles mehr. Damit das Leben draußen in der Hansestadt nicht ganz so sehr vermisst wird.

5.

Mashup Communications: Storytelling-Skills für lau

Wissenschaftler sind in Zeiten des Coronavirus in der Öffentlichkeit gefragter denn je. Damit noch mehr Erkenntnisse aus der Forschung ihr verdientes Rampenlicht bekommen, will Mashup Communications einen Beitrag leisten. Dazu bietet die Berliner PR-Agentur Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern aus den Natur- und Gesundheitswissenschaften an, sich kostenlos von den Agenturexperten beraten zu lassen. Konkret geht es um 5000 kostenlos zur Verfügung gestellte Plätze in dem Onlinekurs "Einführung ins Brand Storytelling" im Gesamtwert von etwa einer Million Euro. Wissenschaftler sollen dabei vor allem in Sachen strategische Beratung, Visualisierungen, Geschichten zur Veranschaulichung der Relevanz eines Themas sowie der Vereinfachung von Reden oder Texten für die breite Masse geschult werden.

6.

RaphaelBrinkert: Kreativ-Fonds für Corona-Geschädigte

Auch die Social-Campaigning-Agentur RaphaelBrinkert will Vereine, Institutionen und Unternehmen des Mittelstands in Zeiten der Krise beistehen - und hat dazu einen Kreativ-Fonds eingerichtet. Bis Ende Mai können Vereinsverantwortliche, Leiter karitativer, sozialer und gemeinnütziger Einrichtungen sowie Unternehmer aus dem Mittelstand Digital- und Strategie-Leistungen sowie Unterstützung bei PR-und Krisenkommunikation anfragen. Die Agentur stellt diesen Organisationen und Unternehmen daraufhin Eigenleistungen bis zu einem Gesamtwert von 150.000 Euro kostenfrei zur Verfügung. "Die Corona-Krise trifft uns alle unverschuldet. Wenn wir nur einem Verein, einer sozialen Einrichtung oder einem Unternehmen aus dem Mittelstand mit unserem Kreativ-Fonds helfen können, die Krise besser zu überstehen oder mittels Kommunikation Hoffnung zu geben, dann hat sich unser Invest gelohnt", so Gründer und CEO Raphael Brinkert.

7.

Rapid Peaks: Wirhelfen.eu

Damit sowohl Hilfesuchende als auch Menschen, die anderen in Zeiten der Krise ihre Unterstützung anbieten wollen, den Überblick behalten, hat die Münchner Sportmarketing-Agentur Rapid Peaks ein zentrales Online-Register für Solidaritätsaktionen gestartet. Auf der Plattform Wirhelfen.eu können Unterstützer eintragen, welche Art von Hilfe sie anbieten möchten und wo. Wer auf der Suche nach einer helfende Hand ist - sei es etwa beim Einkaufen oder bei der Kinderbetreuung - braucht dafür nur seinen Wohnort eingeben und bekommt auf einer interaktiven Karte dann die dort registrierten Helfer angezeigt. Die Kontaktaufnahme erfolgt anschließend per Mail oder Telefon. Drei Tage nach dem Launch der Seite hatten sich bereits rund 3.500 Helfer registriert. Über alle Kanäle kommt die Seite durch den Viraleffekt auf eine Reichweite von 42 Millionen Nutzern.

8.

Schöne neue Kinder: Agenturen helfen Agenturen

Schöne Neue Kinder hat die Aktion "Agenturen helfen Agenturen" ins Leben gerufen
© SNK
Schöne Neue Kinder hat die Aktion "Agenturen helfen Agenturen" ins Leben gerufen
Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass sich Agenturen auch untereinander helfen. Um gegenseite Hilfe via Mailingliste zu organisieren, hat der Münchner Dienstleister Schöne Neue Kinder die Webseite Agenturen-helfen-Agenturen.de ins Leben gerufen, über die Agenturen schnell Hilfe suchen können, wenn zum Beispiel Mitarbeiter ausfallen und dann wichtige Ressourcen und Skills in der Betreuung der Kunden fehlen. "Wir wollen diese Krise nicht nur heil überstehen, sondern virtuell näher zusammenrücken und in einen Modus der direkten einfachen gegenseitigen Hilfe schalten. Wie eine Art Nachbarschaftshilfe für Agenturen", heißt es dazu auf der Webseite.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats