Mathias Sinn

Die Top 5 Fehlprognosen

Mittwoch, 08. April 2015
Das digitale Zeitalter sei geprägt von einer "brutalen Dynamik und sehr starkem Wandel", so Mathias Sinn, Geschäftsführer der Berliner Agentur Hi-Res. Die Zukunft – selbst die nahe Zukunft - vorher zu sagen, sei daher ziemlich schwer. Selbst erfolgreiche Unternehmer wie Steve Jobs oder Rupert Murdoch lagen schon extrem daneben, wie Sinns Zusammenstellung der Top 5 prominenten Fehlprognosen zeigt.



"I think there is a world market for maybe five computers."

Thomas Watson, IBM (1953)

Watson hat IBM in seiner Zeit als CEO und Chairman von 1956-1971 zu einer der wertvollsten Marken und einem der weltweit größten IT-Unternehmen geführt. Und lag mit seiner These bis zum Schluss "fast" richtig: die PC-Revolution kam erst Mitte/Ende der 70er Jahre.



"Das Internet wird nicht mehr Einfluss haben auf die Wirtschaft, als das Faxgerät"

Paul Krugman Nobelpreisträger/NY Times Kolumnist (1998)

Selbst ein so renommierter Wirtschaftsexperte, Berater zahlreicher US-Präsidenten (u.a. Bill Clinton) kann die zentralen Einflüsse seiner Zeit nicht richtig einschätzen. So ein Urteil aus dem Umfeld des Weißen Hauses hätte man damals eher von einer Praktikantin erwartet.



"Das Abonnement-Modell für den Kauf von Musik ist gescheitert."

Steve Jobs, Apple (2003)

Selbst ein Gigant des digitalen Zeitalters kann sich grundsätzlich irren – zumindest mittelfristig. Spannend: Apple hat die Musik-Industrie unter anderem mit iTunes und seinem einfachen Bezahlmodell revolutioniert. Und scheint nicht mal 10 Jahre später von den Abo-Modellen wie den Spotifys dieser Erde schon wieder überholt zu werden.



"There is no chance, that the iPhone is going to get any significant market share."

Steve Ballmer, Microsoft (2007)

Dass einer, der in seiner gesamten Zeit als Microsoft-Führer keine einzige Produkt-Innovation hervor gebracht hat, so eklatant daneben liegt muss einen nicht wirklich wundern.



"Facebook is the flavour of the month und little more than a directory"

Rubert Murdoch, Medienmogul (2008)

Und für die (Medien- u. Kommunikations-)Größen des 20. Jahrhunderts scheint das 21. Jahrhundert beziehungsweise die digitale Revolution nur schwer zu verstehen zu sein.

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