VfL Wolfsburg

So selbstironisch wollen die "Wölfe" ihr Image aufpolieren

Der VfL Wolfsburg spielt in der Kampagne selbstironisch mit Vorurteilen gegen den eigenen Verein
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Der VfL Wolfsburg spielt in der Kampagne selbstironisch mit Vorurteilen gegen den eigenen Verein
Seit nunmehr 22 Jahren ist der VfL Wolfsburg fester Bestandteil der ersten Fußball-Bundesliga. Das beste Image hat der Verein, der eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Volkswagen ist, trotz des Meistertitels 2009 und dem DFB-Pokal-Sieg 2015 nicht. Das soll sich mit der neuen Saisonkampagne jetzt ändern. Entwickelt wurde der Auftritt von der Hamburger Kreativagentur Nordpol, die sich das Mandat nach einem Ausschreibungsverfahren gesichert hat.
"Immer hungrig" heißt die Saisonkampagne, mit der die "Wölfe" pünktlich zum Start der neuen Bundesligasaison kommunikativ in die Offensive gehen. Dabei will der Bundesligaverein, der in dieser Runde in der Europa League an den Start geht, seine positiven Eigenschaften auf selbstironische Weise mit den Vorurteilen verknüpfen, die viele Fußballfans in Deutschland gegenüber dem Klub hegen.


Neben einem zweiminütigen bunten Kampagnenfilm (siehe oben) stehen mehrere Anzeigenmotive im Mittelpunkt, die sich um die Themen Nachwuchs, Frauenmannschaft, Corporte Social Responsibility, E-Sports und Tradition drehen. So räumt der Klub beispielsweise mit dem Vorurteil nach fehlender Tradition damit auf, dass er vielmehr für die Zukunft stehe. Außerdem spielen Nordpol und der VfL auf den Motiven clever mit Begriffen wie "Werkseinstellung" und "Frauenbild" und postulieren: "Bayern-Fan kann jeder."

VfL Wolfsburg: Die Kampagnenmotive von Nordpol


"Wir wollen unseren gesamten Markenauftritt deutlich mutiger, progressiver und selbstbewusster gestalten", sagt VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. "Die Kampagne 'Immer hungrig' wird basierend auf unseren Werten selbstironisch mit Vorbehalten gegenüber dem Verein spielen, und mit starken Botschaften emotionalisieren." Dabei nimmt Meeske auch bewusst in Kauf, dass der Auftritt bei vielen weniger gut ankommt: "Die Kampagne wird sicherlich auch polarisieren, aber im Sinne einer Auseinandersetzung mit dem Verein ist dies von uns durchaus gewünscht und ein wichtiger Schritt, um insbesondere unsere Region noch stärker zu mobilisieren."
Sebastian Behrendt, Executive Creative Director bei Nordpol, ergänzt "Wir freuen uns sehr, dass der VfL einen mutigen Weg geht. Es gibt hinter den Klischees über den VfL so viele Themen mit Substanz zu erzählen, die beim oberflächlichen Blick zu kurz kommen."

Die Kampagne ist auf den Social-Media-Kanälen der "Wölfe" sowie großflächig im Umfeld der Volkswagen Arena in Wolfsburg zu sehen. tt

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