#UnhateWomen

PUK und Terre des Femmes kämpfen gegen frauenverachtende Rap-Texte

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Philipp und Keuntje und Terre des Femmes kämpfen gegen Gewalt an Frauen
© Terre des Femmes
Philipp und Keuntje und Terre des Femmes kämpfen gegen Gewalt an Frauen
Das starke Anti-Sexismus-Manifest von Schauspielerin und Politikerin Cynthia Nixon geht dieser Tage um die Welt. Darin zitiert sie anti-feministische und sexistische Äußerungen, die Frauen im Alltag immer wieder über sich ergehen lassen müssen. Auch in der neuen Kampagne von Philipp und Keuntje für Terre des Femmes steht frauenverachtende Sprache im Mittelpunkt. Und zwar jene, die in den Musikcharts hierzulande weit vorne ist und so besonders viele Menschen erreicht.
#UnhateWomen heißt der Auftritt, dessen Herzstück ein 75-sekündiger Film ist, in dem mehrere Frauen gewaltverherrlichende und frauenverachtende Textzeilen aus erfolgreichen, millionenfach gehörten Songs deutscher Rapper vortragen. Ohne den Gesamtkontext der jeweiligen Songs und ohne die musikalische Untermalung mit fetten Beats wird klar, was die Passagen tatsächlich sind: verbale Gewalt gegen Frauen. Am Ende des Clips steht die Botschaft "Es ist Zeit, etwas zu ändern" und der Verweis auf die Webseite Unhate-Women.com.
Mit der Kampagne will Terre des Femmes die Sexismus-Debatte auf einen ihrer Ansicht nach häufig übersehenen Aspekt lenken: Menschenverachtende Sprache ist nicht nur für sich genommen ein Problem und gesellschaftlich inakzeptabel, sondern auch deshalb, weil sie physischer und psychischer Gewalt den Weg ebnet. Dabei gibt es Kunde und Agentur zufolge in dieser Hinsicht viel zu wenig Aufschreie in der Öffentlichkeit und den sozialen Netzwerken: "Alle reden immer von gesellschaftlicher Verrohung. Wir haben beschlossen, etwas dagegen zu tun: Vergewaltigungsfantasien und Frauenhass dürfen nicht unkommentiert bleiben. Vor allem, wenn sie auf so viele begeisterte und junge Hörer treffen", so Johannes Buzási, Geschäftsführer von Philipp und Keuntje. "Gewalt gegen Frauen ist nicht immer nur körperliche Gewalt. Sie kann auch mit Worten ausgeübt werden", ergänzt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes. "Wenn frauenverachtende Hassrede unwidersprochen bleibt und sogar millionenfach gehört und geliked wird, gilt sie irgendwann als normal. Sie prägt unsere Realität und beeinflusst das Selbstbild von Mädchen und Frauen."

Die Frauenrechtsorganisation ruft deshalb Menschen dazu auf, die Motive der Kampagne mit dem Hashtag #UnhateWomen zu teilen und so ein persönliches Zeichen gegen verbale Gewalt zu setzen. So will Terre des Femmes auch seiner Forderung, den aktuellen Gesetzentwurf von Justizministerin Christine Lambrecht zur Bekämpfung der Hasskriminalität um den Tatbestand explizit frauenverachtender Beweggründe zu ergänzen, Nachdruck verleihen.
Einen ganz besonderen Kniff hat sich Philipp und Keuntje zusammen mit Schwesteragentur Fischer-Appelt Performance für Videoplattformen ausgedacht: Um gezielt bei bisher unkritischen Hip-Hop-Fans Bewusstsein zu wecken und die Auseinandersetzung mit dem Anliegen zu fördern, schalten sie 13-sekündige Pre-Rolls vor exakt jenen Musikvideos, denen die Texte ursprünglich entnommen wurden. Durch die Kombination mit den Rap-Videos soll der Werbebotschaft noch mehr Ausdruck verliehen werden.

Bei PuK zeichnen David Morales (Executive Creative Director), Philip Bolland (Creative Director), Christoph LaurischJessica Philipp (Art Direction), Jonas BartelworthRobert Miler (Text), sowie Rona Zachwey (Beratung) verantwortlich. Produziert wurde der Film von It's Us unter der Regie von Annegret von Feiertag. Die Webseite wurde von Fork Unstable Media entwickelt. Die Musik kommt von Mokoh Music, die Tonmischung von Studio Funk Berlin. tt
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