Toxic Masculinity

Dieser Spec-Spot ist ein starkes Statement gegen Sexismus

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Der Spec-Spot für die fiktive Marke X&Y richtet sich gegen modernen Sexismus
© Nelis Friedrichs
Der Spec-Spot für die fiktive Marke X&Y richtet sich gegen modernen Sexismus
Die Themen Sexismus, toxische Männlichkeit sowie veraltete und diskriminierende Schönheitsideale nehmen in der Kreativ- und Werbebranche spätestens seit der umstrittenen Gillette-Haltungskampagne "The Best Men Can Be" aus dem Vorjahr eine große Rolle ein - und das mit Recht. Ein junger Werbefilmer zeigt mit seinem gefühlvollen Spec-Spot für die fiktive Marke "X&Y" jetzt, wie zeitgemäße Parfümwerbung abseits der über Jahrzehnte geltenden Norm aussehen kann.
"Yourself" heißt der 90-sekündige Film des Nachwuchsregisseurs Nelis Friedrichs. Darin erzählt er die Geschichte zweier junger Männer, die zunächst als Freunde dargestellt werden, die gemeinsam Sport treiben und viel Zeit miteinander verbringen. Dazu stellt das männliche Voice-over eine Reihe identitätsstiftender Fragen: Was bedeutet es, ein Mann zu sein? Stark zu sein? Muss man selbstbewusst sein? Darf man sich verletzlich zeigen? Im Laufe des Films ändert sich die Beziehung der beiden Protagonist und die Tonalität des Erzählers, der plötzlich Antworten gibt: Es gehe darum, seinen eigenen Weg zu finden, seine Träume zu verfolgen und derjenige zu sein, der man wirklich ist - wenn es sein muss, gegen alle Widerstände.


Mit dem Film für die fiktive Parfümmarke "X&Y" will Regisseur Friedrichs laut eigener Aussage auf den "modernen Sexismus" aufmerksam machen, der in vielen Kampagnen der Branche immer noch vorherrsche: "In den meisten Produktionen dieser Art handelt es sich um eine konservative Darstellung der 'klassischen' Rollenbilder Mann und Frau, bei der es hauptsächlich um die Verführung des jeweiligen Partners geht", so Friedrichs. "Gerade das Parfüm, das mittlerweile auch durch die weitverbreitete Aufteilung in Männer- & Frauendüfte zum Symbolträger der Geschlechtertrennung wird, entzieht sich bislang der Diversitätsdebatte." Dabei hinterfrage der Spot insbesondere die Rolle der Männer, die in herkömmlichen Kampagnen oft als kraftprotzende, gutaussehende und überlegende Frauenmagneten vorgeführt werden.

Neben Regisseur Friedrichs waren Daniel Schua (Director of Photography), Marc Fabrega (Producer), Tomas Rabbering, Malte Thomsen (Cast), Raphael Zschätzsch (1. AC), Eike Koellmann (Sounddesign) sowie Marina Starke (Colorist) beteiligt. tt
1 Kommentar
  1. Ute Scamperle
    Erstellt 24. Februar 2020 08:40 | Permanent-Link

    Großartig! Danke für dieses Statement. Wird Zeit, dass sich was ändert.

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