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MullenLowe und UN Women kämpfen gegen Rollenklischees in der Werbung
Screenshot Youtube
Social Experiment

Wie UN Women gegen Rollenklischees in der Werbung kämpft

MullenLowe und UN Women kämpfen gegen Rollenklischees in der Werbung
Nicht nur bei den Cannes Lions in der vergangenen Woche war es eines der großen Themen: der Kampf um Gender Equality und gegen Geschlechterklischees. Doch obwohl die ganze Branche darüber spricht, sind Rollenstereotype noch nicht aus der Gesellschaft und der Werbung verschwunden. MullenLowe London und die UN-Women-Initiative Unstereotype Alliance zeigen jetzt mit einem eindrucksvollen Social Experiment, dass es gar nicht so leicht ist, sich in der Werbeindustrie von Klischees zu verabschieden.
von Tim Theobald Mittwoch, 27. Juni 2018
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"The Problem Is Not Seeing The Problem" heißt der zweiminütige Onlinefilm, den UN Women in den sozialen Netzwerken streut. Der Clip rückt mehrere Schauspieler in den Fokus, die sich bei einem Casting für Rollen in einem Werbespot bewerben. Da ist der Mann, der den Besitzer eines Tante-Emma-Ladens mit indischem Akzent spielen soll; dazu Frauen, die als Mütter, Kellnerinnen und Haarmodel gecastet werden. Im Laufe des Films erst stellt der Beobachter fest, was das Problem ist: nämlich, dass das Problem häufig gar nicht erkannt wird.


Am anschaulichsten wird das bei einer jungen Schauspielerin, die in dem Video aussagt, dass sie in den allermeisten Fällen als "sexy Tänzerin" gecastet wird. Dabei ist sie eine ausgebildete klassische Balletttänzerin. Und auch die anderen Protagonisten bekommen bestenfalls kleine Rollen, in denen sie nicht sprechen. Hauptfigur und Held sind sie nie, sie werden vielmehr auf ihr Äußeres und einen Stereotyp reduziert. Die Botschaft am Ende des Videos: "Join UN Women to end the Stereotypes that hold People back." Mit der Kampagne wollen UN Women und MullenLowe dafür sensibilisieren, dass es bei allen Bekenntnissen zu Themen wie Gender Equality tatsächlich noch ein weiter Weg ist, bis Rollenklischees gänzlich aus der Werbung und dem Alltag ihrer Protagonisten verschwinden. Und "The Problem Is Not Seeing The Problem" ist wahrscheinlich der beste Beweis dafür, dass es Arbeiten wie diese in unseren Zeiten mehr braucht denn je.

Bei MullenLowe in London zeichnen Jose Miguel Sokoloff (Chief Creative Officer), Alex Okada (Global Creative Director), Jorge Eliecer Pinto, Juan Pablo Maldonado (Creative Team), Luke Judlin (Producer), Trudy Waldon (Director of Integrated Production) sowie Rob Hare (Designer) verantwortlich. Produziert wurde der Film von Snapper unter der Regie von Joanna Bailey. Der Sound kommt von Wave, verantwortliche Musikagentur ist Sixty Four Music. Für die Visual Effects ist The Mill zuständig. tt
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